Der Job eines Rettungsschwimmers ist mitunter kein Einfacher. Die Lage im Wasser kann sich jederzeit ändern, starke Winde und unberechenbare Wellen können Schwimmende schnell überraschen und überfordern.
Nimmt man diesen Beruf ernst, ist es einem wohl durchaus ein Anliegen, dass während der eigenen Dienstzeit niemand zu Schaden kommt, geschweige denn ertrinkt. Dazu gehört auch, rote Flaggen aufzustellen, um ein deutliches Signal für alle Strandbesucher:innen zu senden, wenn der Gang ins Meer gefährlich wird.
Am Nai Harn Beach in Phuket haben Rettungsschwimmer genau das getan, sie waren dabei, den Strand zu schliessen. Ein Tourist ignorierte die roten Flaggen jedoch und wollte trotzdem ins Wasser. Daraufhin haben die Rettungsschwimmer ihn gebeten, sich an die Sicherheitsanweisungen zu halten.
Man sollte meinen, wenn jemandem das eigene Leben so lieb ist, ist man froh und bedankt sich für den Hinweis. Was folgte, war jedoch eine handfeste Auseinandersetzung.
Denn Berichten zufolge wollte der Mann sich die Abkühlung im Meer nicht verbieten lassen und wurde handgreiflich. Ausserdem soll er noch vier bis fünf weitere Familienmitglieder dazugerufen haben. Gemeinsam gingen sie auf die Rettungsschwimmer los. Eine Frau, die den Vorfall beobachtete, berichtete laut dem lokalen Medium «The Thaiger», dass einer der Rettungsschwimmer sogar angespuckt wurde.
A lifeguard at Nai Harn Beach in Rawai, Mueang Phuket District was spat on and physically attacked by a foreign tourist after being warned not to swim in a dangerous red-flagged area.
— Thai Enquirer (@ThaiEnquirer) August 27, 2025
Rawai Mayor Thames Kraithat said the case will be pursued fully with no settlement, emphasizing… pic.twitter.com/U9KZnfQ6bO
In einem Video, das auch auf Social Media geteilt wurde, ist zu sehen, wie mehrere Männer und Frauen die beiden Rettungsschwimmer zu Boden ringen und auf sie einschlagen. Augenzeugen sollen dazwischen gegangen sein und die Touristen zum Aufhören gebracht haben.
Die Rettungsschwimmer, die am Nai Harn Beach im Rawai-Distrikt stationiert sind, informierten anschliessend umgehend die Polizei und erstatteten Anzeige. «Wir arbeiten hart daran, dieses Jahr keine Todesfälle zu verzeichnen. Das gibt uns die Kraft, weiterzumachen», erklärte einer der Rettungskräfte laut «The Phuket Express».
Die Reaktionen im Internet waren eindeutig: Viele Nutzer verurteilten das Verhalten der Tourist:innen als respektlos und lobten die Professionalität der Rettungskräfte. Gleichzeitig forderten sie rechtliche Konsequenzen für die Angreifer.
Lokale Behörden betonten, dass die Rettungsschwimmer sowohl Einheimische als auch Tourist:innen schützen sollen. «Dieser Strand sollte ein Ort der Freude sein – keine Bühne für Tragödien», zitiert «The Phuket Express» einen Sprecher.
Der Vorfall hat erneut Diskussionen über das Verhalten von Touristen und die Einhaltung lokaler Vorschriften entfacht, insbesondere in risikoreichen Gebieten wie Küstenregionen während der Monsunzeit.
Ob die Touristen noch in Thailand sind oder rechtlich belangt werden, ist derzeit unklar.