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Aung San Suu Kyi drohen wohl bis zu 160 Jahre Haft

Friedensnobelpreis-Trägerin Aung San Suu Kyi drohen wohl bis zu 160 Jahre Haft

14.01.2022, 15:3214.01.2022, 15:44

In Myanmar hat die Justiz Anklage in fünf weiteren Punkten wegen angeblicher Korruption gegen die entmachtete Regierungschefin Aung San Suu Kyi erhoben.

epa09676615 (FILE) - Myanmar State Counselor Aung San Suu Kyi wearing a Girl Scout uniform looks on during her swearing-in ceremony as chief of Myanmar scouts at the Yangon University Diamond Jubilee  ...
Bild: keystone

Insgesamt sieht sich die 76-Jährige damit nun noch mit elf Anklagepunkten konfrontiert, wie mit dem Gerichtsverfahren vertraute Quellen am Freitag berichteten. Bei zehn davon geht es um Verstösse gegen ein Anti-Korruptionsgesetz. Den Angaben zufolge drohen ihr deswegen bis zu 160 Jahre Haft.

Erst zu Wochenbeginn wurde die Friedensnobelpreisträgerin vom Gericht wegen des Imports eines Funkgerätes und eines Verstosses gegen Corona-Bestimmungen zu vier Jahren Haft verurteilt. Zuvor war sie Anfang Dezember schon in zwei anderen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zunächst ebenfalls zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Wenige Stunden später gab die Militärjunta aber bekannt, das Strafmass auf zwei Jahre zu verkürzen.

Da der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, ist Suu Kyis Reaktion auf die Urteile nicht bekannt. Es ist auch unklar, ob sie tatsächlich eine Haftstrafe antreten muss oder im Hausarrest bleiben wird. Suu Kyi wurde nach dem Militärputsch in dem südostasiatischen Land Anfang Februar festgenommen.

Beobachter und Menschenrechtsexperten sprechen von einem Schauprozess gegen sie und vermuten, dass die Junta die Politikerin auf diese Weise langfristig zum Schweigen bringen will. Das Verfahren hatte Mitte Juni in der Hauptstadt Naypyidaw begonnen.

Seit dem Umsturz versinkt Myanmar in Chaos und Gewalt. Das Militär unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Härte. (yam/sda/dpa)

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