DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Malaysia hat einen neuen König gefunden - vorübergehend

24.01.2019, 10:11
Tengku Abdullah
Tengku Abdullah

Mit seinem Rücktritt sorgte Malaysias bisheriger König in der Welt der Monarchie für die erste grosse Überraschung des Jahres. Jetzt ist ein Nachfolger gefunden - wenn auch nur bis 2024.

Malaysia hat einen neuen König - wenn auch nur für fünf Jahre. Zum Herrscher bis ins Jahr 2024 wurde am Donnerstag der Sultan des Bundesstaats Pahang, Tengku Abdullah, gewählt.

er 59-Jährige übernimmt das Amt vom bisherigen König Muhammad V. (49), der Anfang Januar überraschend zurückgetreten war, wie die königliche Verwaltung mitteilte. Grund dafür war wohl die Hochzeit mit einer ehemaligen «Miss Moskau». Offiziell bestätigt wurde die Vermählung jedoch nie.

Blitzkarriere

Sultan Abdullah wurde in geheimer Sitzung von den neun «königlichen Familien» des 32-Millionen-Einwohner-Lands in Südostasien zum König gewählt. Er ist nun der 16. Yang di-Pertuan Agong («Der, der zum Herrscher gemacht wurde»). Die Besonderheit: Abdullah ist König mit von vornherein begrenzter Amtszeit. 2024 ist ein anderer Sultan an der Reihe. So ist das in Malaysia - einem Land mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung - alle fünf Jahre üblich.

Für den Vater von neun Kindern bedeutet dies eine Blitzkarriere, wie sie in der Welt der Königshäuser sehr unüblich ist. Als sein Vorgänger am 6. Januar abdankte - was in Malaysias Geschichte noch nie vorgekommen war -, war Abdullah noch nicht einmal Sultan. Dann trat jedoch sein 88 Jahre alter Vater Ahmad als Sultan von Pahang ab und machte für seinen Sohn somit auch den Weg frei, Herrscher von ganz Malaysia zu werden.

Als Sultan ist Abdullah nun erst seit Mitte Januar im Amt. Der 1959 geborene Muslim ist das vierte von acht Kindern - und der erste Sohn. Wie in Malaysias Elite nicht unüblich schickten ihn die Eltern zur Ausbildung nach Grossbritannien, an die Militärakademie Sandhurst sowie an die Universität Oxford. Bis zur Unabhängigkeit 1957 war Malaysia eine britische Kolonie - und Queen Elizabeth II. auch dort Staatsoberhaupt.

Vertreter des Landes bei Fifa

Vom Vorgänger unterscheidet Abdullah, dass er mit (zweiter) Ehefrau ins Amt kommt und auch Kinder hat. Seit vielen Jahren vertritt der frühere Hockey- und Fussballspieler sein Land im Weltfussballverband FIFA.

Sein Vorgänger lebt nun wieder zu Hause, als Sultan seines Heimatstaats Kelantan an der Grenze zu Thailand, zusammen mit seiner mutmasslichen Ehefrau Oksana Woewodina. Öffentlich geäussert hat er sich zum Amtsverzicht bislang nicht.

Die Amtseinführung des neuen Monarchen in der Hauptstadt Kuala Lumpur ist für kommende Woche geplant. Malaysias Könige haben vor allem repräsentative Funktion. Die eigentliche Macht liegt beim Regierungschef.

Nach seiner Rückkehr in die Politik ist dies seit vergangenem Jahr wieder Mahathir Mohamed, der sich in der Vergangenheit schon mehrfach mit den Sultanen angelegt hatte. Mit 93 Jahren ist Mahathir der älteste Regierungschef der Welt. (sda/dpa)

Ein halbes Jahr im Flughafen

Video: watson/nfr
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Indien exportiert doch keinen Weizen im grossen Stil – aus Angst vor Unterversorgung
Erst kündigte Indien – der zweitgrösste Weizenproduzent der Welt – an, andere Länder mit Getreide zu versorgen. Doch nun folgt die Kehrtwende. Die Gründe für den plötzlichen Kurswechsel.

Eigentlich wollte Indien in die Bresche springen. Im April kündigte Präsident Ram Nath Kovind an, sein Land werde rund zehn Millionen Tonnen Weizen auf dem Weltmarkt anbieten und so die Versorgungslücke teilweise decken, die mit dem Angriff auf die Ukraine – und damit auch auf die Kornkammer Europas – entstanden ist. «Wir haben viel Weizen, er wächst überall», sagte ein indischer Weizenproduzent gegenüber «Euronews».

Zur Story