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Nach der Hinrichtung von Australiern in Indonesien: Australische Polizei weist Kritik als «geschmacklos» zurück



Die australische Polizei hat sich nach den weltweit umstrittenen Hinrichtungen zweier Australier in Indonesien der Kritik an ihrer Arbeit gestellt. Sie verteidigte am Montag einen Tipp an die indonesischen Kollegen, der 2005 zur Festnahme von neun Australiern führte.

Zwei von ihnen, Andrew Chan and Myuran Sukumaran, waren vergangene Woche hingerichtet worden. Ein um seinen Sohn besorgter Australier hatte die Beamten vorher auf den geplanten Drogenschmuggel hingewiesen. Er hoffte, sie würden seinen Sohn an der Ausreise nach Indonesien hindern.

epa04727838 Indonesian officers load the bodies of Australian death-row prisoners Andrew Chan and Myuran Sukumaran on the Ambulance as they send them to Australia in front of a funeral house in Jakarta, Indonesia, 01 May 2015, after Indonesian authorities executed eight out of nine drug convicts by firing squad. Australia will withdraw its ambassador to Indonesia to protest the 'cruel and unnecessary' execution of two Australian citizens, Australian Prime Minister Tony Abbott said on 29 April, at a press conference in Canberra. It is unprecedented for Australia to take such a diplomatic measure, but Abbott said relations with Indonesia had suffered as a result of the treatment of Andrew Chan and Myuran Sukumaran and their families. Indonesia executed eight people convicted on drug charges defying international appeals for mercy. A ninth convict, a Philippine mother of two, received a temporary reprieve because of new questions about whether she was a victim of human trafficking, not a drug smuggler. Philippine convict Mary Jane Veloso, 30, received a brief reprieve after a woman who claimed to be involved in trafficking Veloso turned herself in, Indonesian Attorney General Muhammad Prasetyo told reporters. Indonesian Attorney General Muhammad Prasetyo told reporters.  EPA/BAGUS INDAHONO

Hier werden die Särge der Hingerichteten in einen Minivan verladen. Bild: BAGUS INDAHONO/EPA/KEYSTONE

Stattdessen informierte die australische Polizei die Indonesier. Die nahm auf Bali neun Australier mit mehr als acht Kilogramm Rauschgift fest, darunter Chan und Sukumaran. Der damals 20 Jahre alte Sohn des Mannes wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und ist auf Bali im Gefängnis.

epa04732170 Australian Federal Police (AFP) Commissioner Andrew Colvin speaks to the media during a press conference in Canberra, Australia, 04 May 2015.  Colvin commented on the AFP's work during the Bali Nine Investigation which ultimatley led to the executions of two Australian heroin smugglers in Indonesia.  EPA/LUKAS COCH AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Polizeichef Andrew Colvin. Bild: EPA/AAP

Es habe keine Anhaltspunkte gegeben, um die Australier damals vor der Abreise festzunehmen, sagte Polizeichef Andrew Colvin. Der Polizei vorzuwerfen, sie habe «Blut an den Händen», sei geschmacklos. Er schloss eine Entschuldigung aus. «Wir können uns nicht für unsere Rolle entschuldigen, Drogen zu stoppen», meinte er. Zwischen 2007 und 2011 seien in Australien 4100 Menschen durch Drogenkonsum gestorben. (feb/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Adonis 04.05.2015 10:05
    Highlight Highlight Ich frage mich folgendes: 1. Wieso handelt, oder konsumiert man mit Drogen im einem Land, wo man genau weiss, was einem droht? 2. Wenn jemand Drogen verkauft, nimmt er in kauf, dass er jemanden damit u.U. umbringt. Fazit: Die Todesstrafe ist richtig. Punkt.
  • blueberry muffin 04.05.2015 09:28
    Highlight Highlight Und genau dabei haben sie hoffnungslos Versagt.
    Bezweifle das sie weiterhin Hinweise besorgter Eltern erhalten, nach diesem "Missgeschick".

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