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100 Tage Proteste in Belarus – Menschen trotzen massiver Gewalt



Trotz des besonders brutalen Vorgehens der Sicherheitskräfte am Wochenende haben sich in Belarus (Weissrussland) auch am Montag wieder zahlreiche Menschen auf die Strassen getraut.

100 Tage, nachdem die Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko begannen, zeigte das unabhängige Nachrichtenportal tut.by unter anderem Aufnahmen von Rentnern bei ihren traditionellen Montagsprotesten in der Hauptstadt Minsk.

A woman wearing a face mask to protect against coronavirus gestures as she attends a pensioners' opposition rally to protest the official presidential election results in Minsk, Belarus, Monday, Nov. 16, 2020. Crowds of retirees marched down the streets of the Belarusian capital on Monday, demanding the resignation of the country's authoritarian president and to end the government crackdown on peaceful protesters. (AP Photo)

Rentner und Rentnerinnen versammeln sich auf der Strasse und fordern den Rücktritt Lukaschenkos. Bild: keystone

Bei den grossen Protesten am Sonntag waren Uniformierte teilweise mit massiver Gewalt gegen friedliche Demonstranten vorgegangen. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Wesna wurden mehr als 1200 Demonstranten festgenommen. Das belarussische Innenministerium sprach dagegen von mehr als 700 Festnahmen.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte, dass unter den Festgenommenen auch mehrere Journalisten waren.

«Schon wieder ein trauriger Rekord: Gestern wurden bei Demonstrationen in Belarus so viele Journalistinnen und Journalisten festgenommen wie an kaum einem anderen Wochenende zuvor.»

Christian Mihr, Geschäftsführer Reporter ohne Grenzen

Die Demonstranten hatten bei ihrem Marsch am Sonntag auch an den Tod eines 31-Jährigen vor wenigen Tagen in Minsk erinnert. Der Mann, den die Demokratiebewegung als Helden verehrt, soll überfallen worden sein. Einen Tag später starb er an seinen Verletzungen.

In ungewöhnlich scharfen Worten kritisierten hochrangige Kirchenvertreter die Zerstörung eines Denkmals für den 31-Jährigen durch Sicherheitskräfte. «Warum diese satanische Missachtung von Altarlämpchen und Ikonen?», fragte der Sprecher der belarussischen orthodoxen Kirche, Sergej Lepin, auf Facebook. Der katholische Bischof Juri Kasabuzki prangerte «Gewalt, Folter, die Demütigung der Menschenwürde und Aggression» von staatlicher Seite gegen friedliche Demonstranten an.

Seit der Präsidentenwahl am 9. August steckt Belarus in einer schweren innenpolitischen Krise, täglich gibt es Proteste. Der 66-jährige Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Die EU erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an.

epa08764255 (FILE) - Belarusian opposition leader Svetlana Tikhanovskaya attends a protest against the political situation in Belarus in front of the Brandenburg Gate in Berlin, Germany, 05 October 2020 (reissued 22 October 2020). The Belarus opposition, represented by Svetlana Tikhanovskaya, will receive the 2020 Sakharov Prize for Freedom of Thought, the European Parliament announced on 22 October 2020.  EPA/CLEMENS BILAN *** Local Caption *** 56397562

Sie gilt bei der Opposition als wahre Gewinnerin: Swetlana Tichanowskaja. Bild: keystone

Die Opposition sieht die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als wahre Gewinnerin. Die 38-Jährige floh aus Angst um ihre Sicherheit ins EU-Land Litauen. (saw/sda/dpa)

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