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Die Lunge der Welt brennt – 5 Bilder zeigen, wie verheerend die Brände im Amazonas sind
Eine Karte der Brände:

Eine Karte der Brände im Amazonas. Bild: comments://642635075/2070143

Flammenhölle Amazonas: Brände zerstören Brasiliens grüne Lunge



In Brasilien steht der Wald in Flammen. Seit Wochen wüten Tausende Feuer im Amazonasgebiet und den angrenzenden Steppengebieten. Die Flammen fressen sich durch das Unterholz, verzehren Bäume und Sträucher und hinterlassen nichts als verbrannte Erde.

«Noch nie hat es soviel gebrannt. Noch nie ist es uns so schwer gefallen zu atmen», sagte die Bürgermeisterin der Ortschaft Brasiléia im Bundesstaat Acre, Fernanda Hassem, der Zeitschrift «Valor». «Das macht uns Angst.»

Selbst im fast 2000 Kilometer von den Brandherden entfernten São Paulo sind die Auswirkungen zu spüren: Mitten am Tag verdunkelte sich der Himmel über der Millionenmetropole und es fiel schwarzer Regen. Untersuchungen von zwei Universitäten bestätigten, dass das Regenwasser Brandrückstände enthält, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

epa07786478 A handout photo made available by the National Emergency Secretary (SEN) of Paraguay, shows the fire in the Pantanal zone in Bahia Negra, Alto Paraguay department, Paraguay, 20 August 2019, issued 22 August 2019. Paraguay's Senate decreed that the environmental emergency at the Pantanal zone, after a fire affect 37.000 hectares in the natural habitat shared with Bolivia and Brazil has not been extinguished yet.  EPA/Carlos Villar Ortiga / SEN/  HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Abgebrannter Wald an der brasilianischen Grenze zu Paraguay. Bild: EPA

Laut einem Bericht der Zeitung «Folha de S. Paulo» haben die Brände, Feuer und Brandrodungen in Brasilien seit Januar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zugenommen. Insgesamt seien 72'843 Brände registriert worden. Meist seien Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brenne es immer wieder.

Von Menschen verursacht

«Alle Brände im Amazonasgebiet werden auf die eine oder andere Weise von Menschen verursacht», sagt der Leiter des Amazonasprogramms der Umweltorganisation WWF, Ricardo Mello. Häufig würden Farmer zunächst die Bäume abholzen und dann Feuer legen, um neue Weideflächen für ihr Vieh zu schaffen.

«Noch nie hat es soviel gebrannt. Noch nie ist es uns so schwer gefallen zu atmen.»

Fernanda Hassem, Bürgermeisterin von Brasiléia

Wegen der derzeitigen Dürre in der Region breiten sich die Brände immer weiter aus. «Das Feuer greift von den offenen Flächen auf noch intakte Waldgebiete über», sagt Mello. «Das bedeutet, die Brände haben einen doppelten negativen Effekt.»

Die meisten Brände wurden zuletzt im Bundesstaat Mato Grosso gemeldet. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig, da es in der Region nur wenige Strassen gibt und sich die Einsatzkräfte deshalb mit Booten auf Flüssen bewegen müssen.

In this Aug. 20, 2019 drone photo released by the Corpo de Bombeiros de Mato Grosso, brush fires burn in Guaranta do Norte municipality, Mato Grosso state, Brazil. Brazil's National Institute for Space Research, a federal agency monitoring deforestation and wildfires, said the country has seen a record number of wildfires this year. (Corpo de Bombeiros de Mato Grosso via AP)

Ein Löschfahrzeug in Guarantã do Norte, Brasilien. Bild: AP

Zudem gibt es unterirdische Feuer, die lange unentdeckt bleiben. «Wir geben unser Bestes», sagte Umweltminister Ricardo Salles. «Es kommt im Moment häufiger zu Bränden, weil es zuletzt sehr trocken war.»

Bolsonaro beschuldigt NGO

Tatsächlich hat die Trockenzeit in der Region gerade erst begonnen. Im August und September werden im Amazonasgebiet unterdurchschnittliche Niederschläge erwartet. «Das sind nicht gerade beruhigende Aussichten», sagte der Koordinator der Brandbeobachtung der Nationalen Weltraumagentur INPE, Alberto Setzer, dem Portal Infoamazonia.

Die Brandbekämpfung im brasilianischen Regenwald wird teilweise vom Amazonas-Fonds finanziert, um den ein heftiger Streit entbrannt ist. Weil unter dem rechtsgerichteten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro die Abholzung des Regenwaldes zuletzt kräftig zugelegt hatte, fror Hauptgeldgeber Norwegen seine Mittel ein.

«Diese Behauptung des Präsidenten ist unverantwortlich. Der Schutz der Umwelt hat für die Nichtregierungsorganisationen oberste Priorität.»

Carlos Bocuhy, Präsident des Instituts für Umweltschutz

Der Staatschef hat für die verheerenden Waldbrände indes eine ganz eigene Begründung. Nichtregierungsorganisationen könnten für die Feuer verantwortlich sein, um sich für die Kürzung von Zuschüssen zu rächen und seine Regierung zu diskreditieren, sagte Bolsonaro am Mittwoch (Ortszeit). Belege für seine Vorwürfe legte er zunächst nicht vor.

«Diese Behauptung des Präsidenten ist unverantwortlich. Der Schutz der Umwelt hat für die Nichtregierungsorganisationen oberste Priorität. Es hat keinen Sinn, zu behaupten, wir hätten das Feuer gelegt. Das ist absurd», sagte der Präsident des Instituts für Umweltschutz (Proam), Carlos Bocuhy, dem Nachrichtenportal G1.

Regierung ermutigt Abholzer

Bolsonaro betrachtet den Regenwald als wirtschaftlich ungenutztes Potenzial. Er will keine neuen Schutzgebiete im Amazonasgebiet ausweisen und weitere Rodungen zulassen. Umweltverbände kritisieren die Pläne, weil der Regenwald als CO2-Speicher für den internationalen Klimaschutz von grosser Bedeutung ist.

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Bild: forms://13/197385

Zuletzt hatten Grossgrundbesitzer und Farmer im Südwesten des Bundesstaates Pará einen «Tag des Feuers» ausgerufen und in einer koordinierten Aktion grosse Flächen entlang der Landstrasse BR-163 in Brand gesteckt. «Wir wollen dem Präsidenten zeigen, dass wir arbeiten wollen», zitiert die Lokalzeitung «Folha do Progresso» einen der Organisatoren. «Um unsere Weiden anzulegen und zu säubern, legen wir Feuer.»

Für die Umweltorganisationen ist Bolsonaro damit der eigentliche Brandstifter. «Diejenigen, die den Amazonas abholzen und zerstören, werden durch die Reden und die Aktionen der Regierung von Bolsonaro ermutigt, die seit ihrem Amtsantritt die Umweltpolitik des Landes wirklich demontiert hat», sagt Danicley Aguiar vom Amazonas-Programm von Greenpeace. (sda/dpa)

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12 Zitate, die eigentlich alles über Brasiliens neuen Präsidenten Bolsonaro sagen

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