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epa07984650 Supporters of Brazilian former bresident Luiz Inacio Lula da Silva (C) carry him on their shoulders in Sao Bernardo do Campo, Brazil, 09 November 2019. Lula, who was convicted and sentenced to 12 years on charges of corruption and money laundering  was released 09 November on a ruling by the Supreme Court of 07 November.  EPA/SEBASTIAO MOREIRA

Geniesst das Bad in der Menge: Luiz Inácio Lula da Silva. Bild: EPA

Anhänger feiern aus Haft freigelassenen Lula bei São Paulo



Einen Tag nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis ist Brasiliens früherer Präsident Luiz Inácio Lula da Silva von seinen Anhängern als Held gefeiert worden. In einer Rede griff Lula den rechtsradikalen Staatschef Jair Bolsonaro scharf an.

Vor dem Sitz der Metallarbeitergewerkschaft nahe São Paulo wurde der linksgerichtete Ex-Präsident am Samstag von Vertrauten, Unterstützern und sogar Journalisten warmherzig empfangen. Bolsonaro sei gewählt worden, «um für das brasilianische Volk zu regieren und nicht für die Milizen in Rio de Janeiro», sagte Lula. «Ich bin zurück», sagte er und bezeichnete den damaligen Richter in seinem Prozess und heutigen Justizminister Sergio Moro als Schurken.

Über alle Etagen des Gebäudes hing ein riesiges Transparent mit Lulas Konterfei, zudem wurde eine mehrere Meter hohe Lula-Pappfigur aufgestellt. Auf Schildern war «Lula frei» zu lesen.

epa07984003 Sympathizers await for former President Luiz Inacio Lula da Silva in Sao Bernardo do Campo, Brazil, 09 November 2019. The Supreme Court ruled on 0seven November that a defendant could only be jailed after all of their appeals were exhausted, after Lula served a sentence for corruption for one year and seven months, in the city of Curitiba. EFE/ Fernando Bizerra Jr. Sympathizers wait for former President Luiz Inacio Lula da Silva in Sao Bernardo do Campo, Brazil, 09 November 2019. The Supreme Court ruled on 0seven November that a defendant could only be jailed after all of their appeals were exhausted, after Lula served a sentence for corruption for one year and seven months, in the city of Curitiba.  EPA/Fernando Bizerra Jr. Sebastiao Moreira

«Lula frei»: Anhänger feiern die Freilassung von Luiz Inácio Lula da Silva. Bild: EPA

Urteil des Gerichts

«Ich bin gekommen, weil ich an seine Unschuld glaube», sagte die 38-jährige Tamara Blanco der Nachrichtenagentur AFP. Lula sei «der beste Präsident, den Brasilien je hatte» gewesen und werde «es immer bleiben».

Lula hatte das Gefängnis am Freitag nach mehr als eineinhalb Jahren Haft unter dem Jubel seiner Anhänger verlassen. Möglich geworden war die Freilassung nach einem Urteil des Obersten Gerichts.

Dieses hatte am Donnerstag eine Regelung aufgehoben, wonach ein Verurteilter schon vor Ausschöpfung aller Rechtsmittel inhaftiert werden kann, wenn seine Verurteilung bei der ersten Berufung bestätigt wurde. Lulas Anwälte hatten nach dem Urteil umgehend seine Freilassung beantragt.

Millionen Menschen aus Armut geholt

Als Staatspräsident hatte Lula mit Sozialprogrammen Millionen Menschen aus der bittersten Armut geholt. Auch wirtschaftlich boomte Brasilien während seiner Amtszeit (2003-2010). Allerdings blühte unter seiner Präsidentschaft auch die Korruption in der grössten Volkswirtschaft der Region.

«Ich will zeigen, dass dieses Land viel besser sein könnte, wenn es einen Präsidenten hätte, der nicht so viel auf Twitter lügt wie Bolsonaro.»

Lula kündigte nach seiner Freilassung an, er werde Brasilien bereisen. Dabei wolle er «zeigen, dass dieses Land viel besser sein könnte, wenn es einen Präsidenten hätte, der nicht so viel auf Twitter lügt wie Bolsonaro», sagte er mit Blick auf den amtierenden rechtsradikalen Staatschef Jair Bolsonaro. Er werde weiter kämpfen, «um das Leben des brasilianischen Volkes zu verbessern».

Bolsonaro schrieb am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, Lula sei zwar «momentan frei, aber schuldig». Im vergangenen Jahr hatte Bolsonaro während seines Wahlkampfes verkündet, er wolle, dass Lula «im Gefängnis verrottet».

Herabsetzung der Strafe

Lula, der von 2003 bis 2010 Präsident Brasiliens war, war 2017 nach einem Aufsehen erregenden Verfahren wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Seit April 2018 sass er seine Haftstrafe ab, die zwischenzeitlich auf acht Jahre und zehn Monate herabgesetzt wurde.

Lula wird vorgeworfen, eine Luxuswohnung als Gegenleistung für lukrative Aufträge des Staatskonzerns Petrobras an das Bauunternehmen OAS erhalten zu haben. Er weist alle Vorwürfe zurück und sieht diese als politisch motiviert an, um ihn an einer Rückkehr ins Präsidentenamt zu hindern. (sda/afp/dpa)

Erst Präsident, dann im Knast

Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva soll ins Gefängnis

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Avalon 10.11.2019 07:36
    Highlight Highlight Hoffnung für Brasilien👏👏👏
    • DerHans 10.11.2019 09:36
      Highlight Highlight Weil? Links gut und rechts böse? Schon interessant als bei den Waldbränden Statistiken auftauchten, dass unter Lula und PT mehr Flächen brannten, wollte man nicht mehr so stark darüber berichten. Hingegen liesst man über die erlangte Rentenreform unter Bolsonaro nichts. Lula ist genau so wenig ein Kind von Traurigkeit wie Bolsonaro, sein Vorteil, er gehört einfach zu den „guten“ Linken.
    • Max Dick 10.11.2019 09:39
      Highlight Highlight Hoffnung für wen in Brasilien? Für diejenigen, die an der Korruption unter Lula und seiner Nachfolgerin gross abverdienten?
    • Neruda 10.11.2019 11:52
      Highlight Highlight Dass die korrupten Politiker jetzt wieder die Prozesse Jahre lang hinauszögern können, bis diese verjähren gibt wohl eher weniger Hoffnung.
      Und ob Lula sauber war? Wohl eger nicht. Wieder zurück zum alten Muster.

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