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Brexit supporters celebrate at George Square in Glasgow, England, as Britain left the European Union on Friday, Jan. 31, 2020. Britain officially leaves the European Union on Friday after a debilitating political period that has bitterly divided the nation since the 2016 Brexit referendum. (Andrew Milligan/PA via AP)

Der Brexit wird gefeiert. Bild: AP

Wird der Brexit für die EU zum heilsamen Schock?

Brüssel hat nach dem Austritt Grossbritanniens ein klares Ziel: Attraktiver werden für die Bürgerinnen und Bürger. Konkrete Ideen gibt's bereits.

remo hess / ch media



Und weg sind sie: Nachdem die Brexiteers begleitet von Dudelsackklängen aus dem EU-Parlament ausgezogen und die Union-Jack-Fahnen eingeholt waren, stellte sich gestern in Brüssel das Gefühl ein, verlassen worden zu sein. Ein «Tag der Verwunderung» sei das, sagte der EU-Parlamentspräsident David Sassoli. In einem für Politikerverhältnisse raren Moment der Selbstreflexion fügte er an: «Warum eigentlich versuchen alle, uns auseinander zu bringen?»

Gute Frage, auf die aber auch der Italiener keine wirklich befriedigende Antwort hatte. Fest steht: Sowohl für die Briten wie auch für die Europäer beginnt nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs heute der erste Tag vom Rest ihres Lebens. Ein Neuanfang soll es sein, für beide. Dies, auch wenn der Brexit natürlich noch lange nicht abgehakt ist und der erbitterteste Teil der Verhandlungen vielleicht erst noch bevorsteht.

Was bringt diese EU eigentlich dem einzelnen Bürger?

Eine Brexit-Lektion, die in Brüssel immer wieder genannt wird, ist die: Wir müssen uns besser verkaufen, näher an die Menschen ran. Schuld am Brexit sei schliesslich auch das eigene kommunikative Versagen. Man habe es nicht geschafft, ein positives Narrativ zu schaffen, den Mehrwert herauszustreichen, den die Europäische Union schafft. Was bringt diese EU eigentlich dem einzelnen Bürger und vor allem: Was wollen die eigentlich?

Eine «Konferenz über die Zukunft Europas» soll das nun herausfinden. Zwei Jahre lang soll sie dauern und die Meinungen und Ansichten der Menschen sammeln und einbeziehen. Ein «Abenteuer», nennt das Parlamentspräsident Sassoli. Für die stets von oben nach unten regierte EU wohl war. Aber auch die EU-Beamten in Brüssel sind in ihrer täglichen Arbeit nun vermehrt angehalten, sich zu fragen: Was können wir tun, um die EU den Bürgerinnen und Bürgern näherzubringen? Jede neue Regel, jedes neue Gesetz soll diesen Test bestehen. «Eine Wirtschaft im Dienst der Menschen», heisst das dann im EU-Jargon.

epa07972267 President of the European Parliament David Sassoli arrives at the press conference in Macedonian Government in Skopje, Republic of North Macedonia on 04 November 2019. President of the European Parliament arrive in two days official visit to North Macedonia.  EPA/GEORGI LICOVSKI

David Sassoli. Bild: EPA

Einige konkrete Ideen schwirren herum. Da wäre etwa die Geschichte mit dem Kabelsalat. Die EU-Kommission beabsichtigt, einen einheitlichen Ladestecker für Elektrogeräte einzuführen. Dem Horten aller möglichen USB-Varianten und Sorten von Ladekabeln würde damit ein Ende bereitet. Ein weiterer Vorstoss ist die Abschaffung des Klimpergeldes. Wer braucht schon 1-Cent-Münzen, die das Portemonnaie verstopfen und deren Produktion mehr kostet, als sie wert sind?

Bereits in der jüngeren Vergangenheit haben EU-Beamte bewiesen, dass sie durchaus ein Gespür für die Temperatur der Volksseele haben. Die Abschaffung der Roamingkosten war PR-technisch wahrscheinlich der grössere Erfolg als die Einführung des Euros.

Plastikröhrli, Sommerzeit und Glühbirnenverbote

Und auch das noch frische Verbot von Plastikröhrli und Plastikeinwegtaschen stösst in Zeiten der Klimakrise auf breites Wohlwollen bei den EU-Bürgerinnen und -Bürgern. Dagegen hat sich die Abschaffung der Sommerzeit als Desaster herausgestellt, über welche die EU-Mitgliedstaaten seit anderthalb Jahren erbittert streiten.

Bei allen kurzfristigen Lorbeeren, die die EU mit bürgernahen, aus dem Leben gegriffenen Vorstössen und Initiativen vielleicht noch einheimsen kann: Es sind am Schluss doch bloss Scheingefechte. Die grossen Fragen des Klimawandels, der Umwälzung durch digitale Technologien und ein stärker werdendes China harren unvermindert einer Antwort. Sie sind für die Bürger schliesslich ebenso nah wie das Glühbirnenverbot.

Grossbritannien, das oft als unbequem empfunden wurde, wäre für die EU bei diesen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ein wichtiger Verbündeter, wie der britische Historiker Timothy Garton Ash im Gespräch mit der «NZZ» treffend festhält. Ob diese Erkenntnis in Brüssel als Grundlage für die Verhandlungen der künftigen Partnerschaft dienen wird, muss sich aber noch zeigen.

England feiert den Brexit

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lokutus 02.02.2020 16:44
    Highlight Highlight Es geht doch darum, wie stark die einzelnen Teilnehmer am Markt sind d.h. mit welchem Bruttoinlandsprodukt die einzelnen Protagonisten antreten. EU: 16000 Mrd. gegen Großbritannien 3000 Mrd. und die EU hat ausgezeichnete Verhandler gegenüber GB. USA 21000 Mrd. die könnens Verhandeln auch ganz gut und haben aufrichtige Freude am Brexit, aber mit Dankbarkeit würde ich in diesem Fall auch nicht rechnen. Bliebe noch Indien als Handelspartner. Naja, auch nicht so dolle eingedenk GB’s Rolle als Kolonialmacht.
    Vorsichtig ausgedrückt: GB’s Lage hat sich etwas zum Nachteil verschoben.
  • Kong 02.02.2020 11:54
    Highlight Highlight Der Logik nach sehe ich die Chance und Notwendigkeit die gemeinsamen grossen Herausforderungen in einer möglichst grossen Union zu lösen.

    Aber emotional fühle ich eher eine Bedrohung durch kleinkrämerische Überreglementierung und starke deutsche Präsenz, die mir als CH nicht so passt.

    evtl. wäre mehr Transparenz oder Aufklärung der erste Schritt, wenn man ernsthaft vorwärts will. Im Moment sehe ich als normaler Wähler wenig, dass mich für EU positiv animiert. Normale Headlines sind ja auch nur gegenseitige Frontverhärtungen. Und um sich greifender Nationalismus kann auch nicht Lösung sein.
  • JoeMuc 02.02.2020 11:54
    Highlight Highlight Hat Remo Hess überhaupt schon mal positiv zur EU berichtet?
    Ich kann immer nur ein SVP´ler aus seinen Berichten lesen...
  • Peter Mü 02.02.2020 11:48
    Highlight Highlight Ha Ha. "grössere Erfolg als die Einführung des Euros"
    Das gemeine Volk war damals gegen die Einführung des Euros. Proteste nützten da auch nichts, der Euro wurde gegen deren Willen eingführt wie in einer Diktatur. Jahrelang wurde noch in FFR, DEM, Lire, usw umgerechnet. Das zeigt das Gespür von Brüssel für das "Volk".
    • dmark 02.02.2020 14:27
      Highlight Highlight Selbst heute noch rechnen Leute in der "alten Währung". Ich erlebe das immer wieder.

      Der Euro kam eigentlich auf Grund der Wiedervereinigung Deutschlands hervor und war als Bedingung seitens Frankreich daran verknüpft, weil man Angst vor einer zu starken D-Mark (die Franzosen nannte sie "die dt. Atombombe"...) hatte.
      Der ehemalige französische Präsident Francois Mitterand wollte die Wiedervereinigung Deutschlands deshalb sogar zunächst verhindern und Kohl tat alles, um sein Ziel durch zu bekommen.
  • Skeptischer Optimist 02.02.2020 11:32
    Highlight Highlight Das Glühbirnenverbot ist ein grosser Erfolg.
  • ChiliForever 02.02.2020 11:24
    Highlight Highlight "Was bringt diese EU eigentlich dem einzelnen Bürger?"

    Die EU ist ein Friedensprojekt, entstanden nach WWII, sinngemäß nach dem Motto "Denjenigen, den ich morgen beliefern will, dem Hause ich nicht heute auf's Maul.
    Nach Jahrzehnten des Friedens haben das Leute wie Gauland, Hocke, Farage, Wilders und wie sie alle heißen nur vergessen.
    • Gonzolino_2017 02.02.2020 16:53
      Highlight Highlight Öhm, nicht wirklich! Es ist zwar richtig, dass der Frieden hält, aber der Ursprung der EU war der EWR Europäischer Wirtschaftsraum und hatte zum Ziel, dass sich Europa stärker gegen die Weltwirtschaften wie Amerika, China, Indien etc. behaupten kann und den Anschluss nicht verliert. Dass war auch das Ziel der Engländer und nicht die eigene Identität aufzugeben - deshalb auch keine Einführung des Euro und jetzt der Austritt. Das Deutschland sich dermassen zugunsten der EU einsetzt, hat allerdings einen anderen, geschichtlichen Hintergrund - nur so kann D seine Macht ausspielen und profitieren.
    • P. Silie 02.02.2020 17:33
      Highlight Highlight Gut zusammengafasst Gonzolino
    • JoeMuc 02.02.2020 20:23
      Highlight Highlight Mag sein Gonzo, nur was passiert eigentlich wenn Deutschland austreten würde?

      DAS wäre das Ende der EU... und somit ein Schaden für ganz Europa.

      So herum auch schon mal bedacht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • BratmirnenStorch 02.02.2020 11:08
    Highlight Highlight Die EU hat jetzt die einmalige Gelegenheit, sich darauf zu besinnen, dass Europa nicht bloss ein Kontinent ist, sondern auch eine solidarische Einheit. Die Flüchtlingspolitik spielt da eine zentrale Rolle. Dieses Problem ist lösbar. Eine temporäre Bevölkerungszunahme von 0,65% und entsprechende Mittel aus Brüssel sind zu bewältigen. Auf diese Weise könnte auch gleich die Türkei in Schach gehalten und die Aussengrenzen gesichert werden. Es braucht bloss Solidarität unter den Mitgliedsstaaten. Die Alternative - nämlich nichts tun - ist weit problematischer.
  • walsi 02.02.2020 11:02
    Highlight Highlight Der Brexit wird die EU fundamental verändern. GB hat so viel Wirtschaftskraft wie die schwächsten 19 Staaten der EU. Wer also glaubt, so etwas hinterlässt keine Spuren, der täuscht sich.
    • Peter R. 02.02.2020 11:45
      Highlight Highlight Zudem entsteht nach dem Austritt von Grossbritannien ein ungleiches Niveau - weil die zwei wichtigsten Staaten Deutschland und Frankreich, welche das Zepter in der EU haben auseinandertriften. Deutschland wird stärker und Frankreich schwächt sich ab.
    • Juliet Bravo 02.02.2020 12:10
      Highlight Highlight Im Bezug auf die Schweiz fehlt auch ein eher zu uns passender liberalerer Pol.
  • homo sapiens melior 02.02.2020 11:01
    Highlight Highlight Wollt ihr Europa zwischen den USA, China und Russland aufteilen? Dann zwänglet nur weiter gegen die EU. Sägt den Ast eurer Heimat und eures Wohlstands ab!

    Die Antwort auf Sassolis Frage ist so offensichtlich, dass die Leute den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

    Eine geeinte EU wäre eine zu grosse Macht.
    Die aktuellen Globalplayer blockieren und zerfetzen die EU hinterlistig, wo immer sie damit durchkommen. Sie wollen Europa unter sich aufteilen wie einen Kuchen. Sie wollen Europa nicht als ernstzunehmenden Gegner. Wer etwas anderes glaubt, kennt die Menschen nicht oder ist blind.
    • Toni Müller 02.02.2020 12:57
      Highlight Highlight Endlich mal jemand, der es begriffen hat!
    • Dong 02.02.2020 14:02
      Highlight Highlight Ich tippe eher darauf, dass die aktuellen Globalplayer die EU steuern! Freihandel, Freizügigkeit, Ost-Erweiterung, Negativzins... klingelt da nicht was?
    • Who Cares 02.02.2020 14:37
      Highlight Highlight Ich würde da „fast“ zustimmen. Wenn die EU die eigene Wirtschaftskraft als zentrale Aufgabe sehen würde, hätte ich beinahe noch Hoffnung.

      In der Realität schaut gerade bei diesem Thema jeder Staat praktisch nur für sich und in Brüssel dominieren sozialistisch geprägte Ideen aus den bösen Nationalstaaten ein vereinigtes Europa zu machen. Wirtschaftswachstum kommt dann halt irgendwie.

      Schade eigentlich, ein grosser Binnenmarkt innerhalb Europa und streitende Grossmächte wie USA und China wäre die Chance.
  • homo sapiens melior 02.02.2020 10:54
    Highlight Highlight Was für ein Armutszeugnis.
    Eine Konferenz und 2 Jahre Untersuchungen, um rauszufinden, was das Volk will! Gäbe es einen besseren Beweis dafür, dass Politik schon längst die Bodenhaftung verloren hat? Dass die nur für das Geld da sind?
  • Töfflifahrer 02.02.2020 10:53
    Highlight Highlight Es wird Arbeitsgruppen geben und Studien und, und, und. Es werden markige Sprüche und Parolen entstehen aber ändern wird sich wohl nichts.
  • Jol Bear 02.02.2020 10:52
    Highlight Highlight David Cameron, Befürworter der EU, forderte in seiner Rede 2013 (die von EU-Zentralisten und „Wirtschaftsvertretern“ zerrissen wurde) u.a. schlankere, weniger bürokratische Strukturen, mehr Kompetenzen für Mitgliedsländer und nationalen Parlamente, mehr dezentrale Macht statt Zentralismus. Wie recht er hatte! Aber es ist ja nicht zu erwarten, dass die EU-Funktionäre über mehr Föderalismus nur schon nachdenken. Über Ladekabel und Plastickröhrli sind sie bereit zu reden (hahaha), leider geht es aber um anderes, z.B. um die Abkehr von der Vision der Überwindung der Nationalstaaten...
    • Shabaqa 02.02.2020 11:12
      Highlight Highlight Die EU-Funktionäre können nicht über mehr Föderalismus entscheiden. Deine Kritik nusst du wenn schon an die Mitgliedstaaten richten. Die entscheiden, wie die EU aussieht. Bestimmen kann die EU über Binnenmarktfragen und das heisst dann eben Ladekabel oder Plastikröhrli.
      Du hast leider nicht im geringsten verstanden, wie die EU funktioniert.
    • Jol Bear 02.02.2020 12:25
      Highlight Highlight @Shabaqa: die EU-Funktionäre sind Vertreter der Mitgliedsländer. Das Problem ist, dass die Regierungen wichtiger Mitgliedsländer dem EU-Zentralismus huldigen, die Folgen und Befindlichkeiten weiter Teile der Bevölkerung zugunsten von Visionen hintenanstellen. Cameron hatte das erkannt, Änderungen vorgeschlagen, um die wieder EU näher zum Bürger zu bringen. Aber eben, mehr Föderalismus und Dezentralismus würden Abgabe von Macht bedeuten, und das ist von jenen, die sie inne haben nicht zu erwarten.
    • Shabaqa 02.02.2020 13:23
      Highlight Highlight @Jol Bear: Ein Staatenbund, bei dem einzelne Mitgliedsländer wichtige Entscheidungen per Veto blockieren können, ist sicher nicht zentralistisch.

      Das Gegenteil ist das Probelm: Die EU ist viel zu föderalistisch, weil die Mitgliedsländer keine Macht abgeben wollen (ob UK oder BRD). Richtig wäre: Die Stimmbevölkerung entscheidet gesamteuropäisch, welche Kompetenzen nach Brüssel abgegeben werden, und das EU-Parlament macht dann die Gesetze in diesen Bereichen und wählt die Kommission. Das wäre Bürgernähe (nicht die kosmetischen Vorschläge von Cameron).
  • Phrosch 02.02.2020 10:29
    Highlight Highlight Der Satz „wir müssen uns besser verkaufen“ zeigt mMn das Grundproblem: eine Politelite hat eine Vorstellung von einem vereinigten Europa, und die Bürger sollen da gefälligst mitmachen und sich Einordnen. Dass in vielen Ländern darüber Unzufriedenheit herrscht, ist nicht neu. Schon lange hätte man die Bürger mehr in die Gestaltung einbeziehen sollen. Europa wäre dann anders, aber mehr von allen mitgetragen, und der Brexit hätte wohl verhindert werden können. Ob sich daran nun etwas ändern wird?
  • P. Silie 02.02.2020 10:17
    Highlight Highlight «Warum eigentlich versuchen alle, uns auseinander zu bringen?»

    Sassoli hätte auch fragen können: "Was machen wir 'falsch', dass wir Kräfte entfachen die sich von uns abspalten wollen"
  • insert_brain_here 02.02.2020 10:03
    Highlight Highlight Hab ich das gerade richtig verstanden: EU-Politiker haben die revolutionäre Idee herauszufinden was die Menschen wollen und basierend auf diesen Erkenntnissen deren Leben zu verbessern. Da könnte man sich doch fragen was bisher der Plan war...
  • RalpH_himself 02.02.2020 09:43
    Highlight Highlight Was bringt diese EU eigentlich dem einzelnen Bürger?
    Die längste Friedensphase in Westeuropa seit sehr, sehr langer Zeit. Dafür wurde die EU gegründet, und es funktioniert besser als alles andere je hätte funktionieren können. Nur leider wissen heute zu viele Leute nicht mehr, wie katastrophal ein Krieg ist.
    Grüsse aus einem Bürgerkriegsland. Hier sterben den Chirurg_innen der int. Hilfsorganisationen in 8 Wochen so viele Patient_innen wie in Europa in deren gesamter Karriere.
    (An die Blitzer: Ja, Krieg != Bürgerkrieg, aber die Folgen für die Bevölkerung sind dieselben.)
    • R. Peter 02.02.2020 09:58
      Highlight Highlight Der Blitz ist für die tumbe Vorstellung die EU in ihrer heutigen Aufstellung würde etwas zum Frieden beitragen. Die EG tat das, Handel unter den Staaten tut das, Dialog tut das. PFZ, Euro, und andere politische Vereinheitlichungen tun das nicht. Die Sorge, dass kleine Staaten in eher Krieg führen ist unbegründet.
    • Dong 02.02.2020 10:03
      Highlight Highlight Wobei der Frieden allerdings vor der EU da war, ich seh da keine Kausalität.
  • rodolofo 02.02.2020 09:23
    Highlight Highlight Landesgrenzen sind -wie Kantonsgrenzen- einfach organisatorische Einheiten.
    WO diese Grenzen genau verlaufen, ist also weniger wichtig, als WAS innerhalb begrenzter Gebiete passiert!
    Alle Regierungen haben gerne finanzkräftige SteuerzahlerInnen, dürfen diese aber nicht zu arg schröpfen und müssen für die eingezogenen Steuergelder auch so viel Infrastruktur und behördliche Dienstleistungen zustande bringen, dass sie von der Bevölkerung nicht als zusätzliche Gross-Schmarotzer wahrgenommen werden!
    Wie kann nun aber eine "Europäische Union" effektiv sein, wenn sie (demokratisch) blockiert wird...?
  • wasabitom 02.02.2020 09:10
    Highlight Highlight Die EU hat leider gar nichts gelernt. Mit der Drohkulisse die gerade jetzt gegen die Schweiz aufgebaut wird, hat die unsägliche SVP Initiative gute Chancen angenommen zu werden.
    • ChiliForever 02.02.2020 11:18
      Highlight Highlight Da die EU nur für die EU da ist, muß sie das aber nicht kümmern, nucht wahr?!!
    • ChiliForever 02.02.2020 16:24
      Highlight Highlight Es wäre hilfreich, wenn diejenigen außerhalb der EU mal begreifen würden, daß die EU nicht ihr Problemlöser ist. Und wenn die EU das auch mal häufiger sagen würde. Die EU ist halt für die EU-Bürger da. Das zu verstehen und zu akzeptieren würde auch der Schweiz helfen.
    • wasabitom 02.02.2020 21:29
      Highlight Highlight @ChiliForever
      Man muss aber seinen Nachbarn nicht unbedingt erpressen um einen Vertrag nach seinem Gust durchzudrücken.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Florotor 02.02.2020 09:09
    Highlight Highlight Haltet Euch vor Augen: Früher gab es in Europa alle 50 Jahre einen grossen Krieg, dazwischen mehrere kleine, mein Grosi hat zwei gesehen!

    Davon wurde niemand verschont. Auch nicht die Schweiz. Tod, Zerstörung, Not und Elend, Armut und Unterdrückung waren Tagesordnung.

    Wir erleben eine historisch fast einmalige Friedenszeit von 75 Jahren und die EU-Bürgerinnen haben ein Mass von politischer Teilhabe, das ungesehen ist.

    Wer in einer Abwägung des Nutzens der EU die Roaming-Gebühren über den Euro stellt, sollte nicht über den Brexit und den strukturellen Reformbedarf in der EU schreiben.
    • ChiliForever 02.02.2020 23:42
      Highlight Highlight Das verstehen wohl die meisten nicht...
  • Critical_thinking 02.02.2020 09:07
    Highlight Highlight Das Wissen, überall in Europa leben und arbeiten zu dürfen, ist Grund genug für mich, der EU dafür zu danken.
    • DerSchöneVomLande 02.02.2020 09:22
      Highlight Highlight Als wäre das sonst unmöglich...
    • Dong 02.02.2020 10:07
      Highlight Highlight Dann bist möglicherweise du noch jung und auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig - geniess es. Mit Familie und ein paar Jährchen mehr auf dem Puckel verschieben sich dann aber die Prioritäten ein wenig.
    • Grümscheli 02.02.2020 10:48
      Highlight Highlight Wird auch rege genutzt...1998 waten es 8.9%, 2018 waren es 10,6% Auslandschweizer. Für die CH war es also nie ein Problem im Ausland zu leben...
  • Bolly 02.02.2020 09:05
    Highlight Highlight Ich freue mich, das sie raus sind. Entweder es folgen noch mehr? Oder es bessert sich da was ein Zeichen haben sie gesetzt, uns klar gemacht hat das sie nicht alles mit sich machen lassen.
    Und ich bin immer noch froh, nicht da drin festzustecken.
    Es reicht schon wenn unsere Marken reihenweise verkauft werden. 😳
    • rodolofo 02.02.2020 09:29
      Highlight Highlight Am raffiniertesten machen es die "Neuen Mitgliedsländer" aus dem Osten:
      Die schimpfen ständig über die EU und kassieren gleichzeitig Milliarden an Unterstützungsgeldern, die sie dann in ihren traditionell korrupten Mafia-Netzwerken versickern lassen.
      Ganz ähnlich die Italiener:
      Nach dem überraschenden Brexit-Votum wurden an der Ligurischen Küste auffällig viele Britische Fahnen zur Soldaritätsbekundung gehisst, und als ich als Tourist ausgeschlafen und gut gelaunt einen dieser typisch italienischen, bis an die Decke vollgestopften "Tante Emma"-Laden betrat und "Buon Giorno!" sagte,
      ...
    • rodolofo 02.02.2020 09:37
      Highlight Highlight ...
      da zischte mich die uralte Laden-Chefin an, wie eine Schlange , die man gerade aufgescheucht hatte, mit einem zugepressten, äussert aggressiven und bedrohlichen "Buon Giorno!!!"
      Es gab noch so ein ähnlich gelagertes Schock-Erlebnis, als wir von einer Frau mit quietschenden Reifen überholt wurden, nachdem wir freundlich einigen Badetouristen die Strasse überqueren liessen. Die Frau fluchte und schimpfte beim Überholen seitlich aus dem geöffneten Fenster.
      "DAS ist nicht mehr das gute, alte Italien des Dolce Vita!" merkte ich allmählich.
      "DAS ist existenzieller Stress, ja Panik!"
    • Klaus07 02.02.2020 09:37
      Highlight Highlight @Bolly
      Was genau hat der Verkauf von traditioneller Schweizer Marken mit der EU zu tun? Geht es bei der Debatte zur EU nur darum, das Sie Angst vor einem Nationalen Identitätsverlust haben?
    Weitere Antworten anzeigen
  • fools garden 02.02.2020 09:02
    Highlight Highlight Die Nettokaufkraft jedes Bürgers wird jedes Jahr weniger.
    Vom Reichtum profitieren nur ganz wenige.
    Ich lebe seit 20 Jahren in Frankreich, (ich weiss das ist mein Fehler), mein Monatslohn heute ist kleiner als Derjehnige von 1977 in der Schweiz.
    Ich war Verkäufer nicht Ingenieur.

    Wenn Ihr das nicht auf die Reihe kriegt, könnten Unruhen wie sie gerade Macron sieht noch länger dauern oder immer wieder aufbrechen.
  • runner 02.02.2020 08:39
    Highlight Highlight EU: immer teurer für Steuern Zahlende, zusätzliche Steuern (z. B. Verpackungsteuer), keine Grenzkontrollen mehr, hohe Kriminalität aus dem Osten, unsinnige Gesetze und immer mehr Kontrolle über den Bürger, immer mehr Bürokratie und jeder einzelne EU Staat versucht, so viel Geld heraus zu holen, wie möglich.
  • WID 02.02.2020 08:38
    Highlight Highlight Die EU muss an der PFZ arbeiten, das passt vielen in der EU nicht, fragt mal die Briten.
  • Der Rückbauer 02.02.2020 08:34
    Highlight Highlight "Tag der Verwunderung für die EU?"
    "Wir müssen uns besser verkaufen"
    «Warum eigentlich versuchen alle, uns auseinander zu bringen?»
    Gegenfrage: Wie wär's mit etwas Förderalismus und ein klitzekleines Bisschen Basisdemokratie?
    Sorry, ich weiss nicht, was in den Köpfen der Verbrüsselten vorgeht. Haben die Beton oder Schlamm im Kopf?
  • N. Y. P. 02.02.2020 08:17
    Highlight Highlight Was bringt diese EU eigentlich dem einzelnen Bürger?

    Wollen ihre Bürger eigentlich die Personenfrezügigkeit ? Oder wollen das nur die Politiker ?

    Auch sind die Sanktionsmöglichkeiten begrenzt, wenn Mitgliedstaaten an den 4 Gewalten herumwerkeln.

    EU, quo vadis ?

  • tschiiiiii 02.02.2020 08:10
    Highlight Highlight Die EU sollte nicht nur versuchen, sich besser zu verkaufen, sondern sich auf die wesentlichen Herausforderungen zu konzentrieren. Es sollte nicht die Aufgabe der EU sein, jedes Detail in den Gesetzen aller Mitgliedsstaaten zu regeln. Mit etwas weniger Regulierung wären vermutlich schon viele Kritiker wesentlich ruhiger.
  • Granini 02.02.2020 08:06
    Highlight Highlight Elementare Fragen zur Existenzberechtigung stellen und sie nicht beantworten können stellt die EU in ein komisches Licht.
    Wäre ich EU Bürger wüsste ich, was ich wollte: Das Reformrecht.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 02.02.2020 07:56
    Highlight Highlight Wer kann in einer globalisierten Wirtschaft seine Interessen besser durchsetzen? Die EU als zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt oder Britanien als.. äh unter ferner liefen.

    Hoffe trotzdem, die EU behandelt Britanien fair und akzeptiert für Britanien vorteilhafte Bilaterale Verträge, damit Britanien nicht noch verarmt.

    Als Info, ohne EU müssten wir auch kleinere Brötchen backen. Jeder dritte Franken wird heute in der EU verdient. Man kann EU gut finden oder nicht, aber ohne wäre es für uns nicht einfacher.

Der Brexit ist Tatsache: Jetzt gehen die Probleme erst richtig los

Am Freitag wird Grossbritannien die Europäische Union verlassen. Für Premierminister Boris Johnson beginnt danach eine Art «goldenes Zeitalter». Er könnte schon bald ins Stolpern geraten.

Nach dreieinhalb Jahren, in denen erbittert gestritten wurde, ist es so weit: Am Freitag um 23 Uhr Ortszeit endet die Mitgliedschaft Grossbritanniens in der Europäischen Union. Die britische Regierung hat den Austrittsvertrag ratifiziert. Am Mittwoch stimmte das EU-Parlament darüber ab, und am Donnerstag werden die EU-Regierungen den Brexit definitiv besiegeln.

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