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Bestechung: Kanadischer Milliardär muss in China 13 Jahre ins Gefängnis

19.08.2022, 11:11

Der kanadische Milliardär Xiao Jianhua ist von einem Gericht in Shanghai wegen Bestechung, Veruntreuung und anderer Finanzverbrechen zu 13 Jahren Haft verurteilt worden.

Xiao Jianhua auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2013.
Xiao Jianhua auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2013.Bild: keystone

Die Investmentgruppe Tomorrow Holding des chinesischstämmigen Finanziers, der umfangreiche Beziehungen in die Elite der Kommunistischen Partei unterhalten hatte, muss ferner 55 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 7,75 Milliarden Franken, an Strafe bezahlen, wie das Erste Volksgericht am Freitag in der ostchinesischen Hafenstadt verfügte.

Der heute 50-Jährige war vor fünf Jahren im Four-Seasons-Hotel in Hongkong aufgegriffen und nach China gebracht worden – offenkundig eine Aktion chinesischer Sicherheitsleute. Seither war Xiao Jianhua, der einen kanadischen Pass hat, nicht mehr gesehen worden. Das Gericht verhängte eine persönliche Geldstrafe von 6,5 Millionen Yuan gegen ihn. Er habe sich schuldig bekannt und sei kooperativ gewesen. Deswegen sei das Urteil gnädig ausgefallen.

Von 2001 bis 2021 hätten die Tomorrow Holding und Xiao Jianhua eine Reihe von Staatsbediensteten mit Anteilen, Wohnungen, Bargeld und anderem Eigentum im Wert von insgesamt 680 Millionen Yuan bestochen. Zweck sei es gewesen, sich der Finanzaufsicht zu entziehen und andere «unangemessene Vorteile» zu erhalten, teilte das Gericht mit. Die bestochenen Staatsdiener hätten sich in anderen Verfahren verantworten müssen.

Die Investmentgruppe und ihr Chef hätten mit ihren Machenschaften «gegen Finanzwirtschaftsrecht und Aufsichtsvorschriften verstossen», befand das Gericht. Auch hätten sie «ernsthaft die Finanzordnung untergraben und die finanzielle Sicherheit des Landes gefährdet». Teile der Tomorrow Holding waren bereits in staatliche Hand übergegangen.

Bei einer Anhörung des Gerichts im Juli hatte die kanadische Botschaft vergeblich Zugang erbeten. Aussenamtssprecher Wang Wenbin sprach vor der Presse in Peking bei Xiao Jianhua von einer doppelten Staatsangehörigkeit, die China nicht anerkenne. (sda/dpa)

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