Deshalb verursacht die Corona-Impfung von Astrazeneca Thrombosen
Der Impfstoff gegen Covid von Astrazeneca war 2021 nicht lange im Einsatz: Mitte März hatten mehrere EU-Staaten die Impfung gestoppt. Dies, nach dem aber schon fünf Millionen Personen geimpft worden waren. Bei 30 Personen all dieser Geimpften war ein Blutgerinnsel in der Vene aufgetreten, die ins Gehirn führt – der Sinusvene. In Deutschland beispielsweise wurden sechs Fälle bekannt – drei Frauen verstarben. In der Schweiz war der Stoff nie zugelassen.
«Diese Thrombosefälle müssen geklärt werden», sagte damals Wolfgang Korte, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung und Chef des Zentrums für Labormedizin in St.Gallen gegenüber dieser Zeitung.
Ein internationales Forschungsteam aus Deutschland, Australien, den Niederlanden und Kanada hat das Rätsel nun gelüftet, die Studie ist im New England Journal of Medicine erschienen: Das Risiko, eine solche Hirnthrombose zu erleiden, hatten demnach nur Personen, welche eine seltene Variante eines Gens hatten. Diese Mutation kann das Immunsystem in die Irre leiten, so dass die Personen nach der Impfung Antikörper bilden und schliesslich Thrombozyten aktivieren. Thrombozyten sind Blutzellen, welche normalerweise nur verklumpen, wenn es zu Gefässverletzungen kommt.
Eine solche Verklumpung, also ein Blutgerinnsel, kann tödlich sein, wenn es die Blutzufuhr ins Gehirn verhindert.
Die Vektorimpfstoff-Technik war das Problem
Geschehen sind solche Hirnthrombosen noch seltener auch nach der Covid-Impfung von Johnson&Johnson, welche in der Schweiz zwischenzeitlich zugelassen war. Dass auch diese Impfung betroffen war, ist kein Zufall: Beides sind Vektorimpfstoffe. Diese benutzen abgeschwächte Adenoviren, damit die Impfung bis in die Zellen gelangt.
Die seltene Reaktion trat also nicht wegen des eigentlichen Impfstoffes auf, sondern wegen eines Proteins des Adenovirus. Ein Abschnitt davon ähnelt einem Faktor, der für die Bildung von Blutgerinnseln eine Rolle spielt.
Und das ist der eigentliche Erfolg dieser nachträglichen Forschung über die nicht mehr verwendeten Impfstoffe: Zwar kommt eine solche Mutation in Menschen sehr selten vor, doch nun können auch andere Vektorimpfungen sicherer gemacht werden, welche auf dem Adenovirus basieren. Vektorimpfstoffe sind eine eher neue Technik. Doch es sind beispielsweise bereits solche Impfstoffe gegen Ebola in Europa zugelassen, und Vektorimpfstoffe gegen das Dengue-Fieber sind in der klinischen Phase-III. Weiter werden solche für die Krebstherapie entwickelt. (aargauerzeitung.ch)
