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Grönland: USA und Dänemark sprechen am Mittwoch

Grönland-Streit: USA und Dänemark sprechen am Mittwoch

13.01.2026, 13:0313.01.2026, 13:03

Im Streit um US-Ansprüche auf Grönland trifft sich der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen an diesem Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Aussenminister Marco Rubio.

epa12336946 Danish Foreign Minister Lars Lokke Rasmussen holds a press conference after an informal EU foreign ministers' meeting in Copenhagen, Denmark, 30 August 2025. The meeting is organized  ...
Der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen.Bild: keystone

An dem Treffen soll auch die für Aussenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf Rasmussen meldete.

Vance werde auf eigenen Wunsch an dem Treffen im Weissen Haus teilnehmen, so der dänische Aussenminister nach einer Sitzung des auswärtigen Ausschusses in Kopenhagen. Man wolle die Situation in einem Rahmen erörtern, wo man sich in die Augen schauen könne. Weitere Kommentare wolle er derzeit nicht abgeben.

Zuvor hatte es einen tagelangen verbalen Schlagabtausch zwischen unter anderem US-Präsident Donald Trump und dänischen Politikern wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in der Angelegenheit gegeben. Trump will Grönland den USA einverleiben.

Dänemark und Grönland hatte daraufhin um das Gespräch gebeten. Grönland mit seinen rund 57'000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.

epa12639388 US President Donald Trump looks on during a meeting with oil and gas executives in the East Room of the White House in Washington, DC, USA, 09 January 2026. The meeting included executives ...
Der US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm um langfristigen Besitz von Grönland geht. «Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht», sagte er.

Immer wieder rechtfertigt Trump den Gebietsanspruch damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden. Zudem verwies er auf die strategische Bedeutung der Insel und auf die Bodenschätze Grönlands.

US-Ansprüche auf Grönland im Prinzip nicht neu

Trump erhebt seit längerem Besitzansprüche auf Grönland. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte er für Irritationen gesorgt, als er Interesse am Kauf von Grönland anmeldete. Mit der angedrohten Annexion geht er noch weiter. Das Weisse Haus schloss zuletzt sogar einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus.

Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen mit Unterstützung zahlreicher europäischer Partner vehement zurück. Wenn ein Nato-Land ein anderes angreife, dann höre alles auf, hatte Dänemarks Regierungschefin Frederiksen gesagt. Grönland gehört als Teil des Königreichs Dänemark zur Nato. Die Arktisinsel war bis 1953 dänische Kolonie und ist inzwischen weitgehend autonom. Für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist aber weiter Dänemark zuständig.

Bodenschätze Rohstoffvorkommen Grönland Greenland Seltene Erden

Merz will USA einbinden

Mehrere Nato-Staaten wie Grossbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen «Arctic Sentry» (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den US-Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. Unterstützt werden die Pläne für eine stärkere Bündnispräsenz in der Arktis unter anderem von Deutschland und Grossbritannien.

German Chancellor Friedrich Merz listens after the signing of the declaration on deploying post-ceasefire force in Ukraine during the 'Coalition of the Willing' summit on security guarantees ...
Der deutsche Bundeskanzler Freidrich Merz.Bild: keystone

«Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss», sagte der deutsche Kanzler Friedrich Merz bei einem Indien-Besuch. «Wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen.» In welchem Umfang – «das werden die Gespräche der nächsten Tage und Wochen zeigen», sagte Merz. Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul hat gerade erst eine Bereitschaft für einen grösseren Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in der Arktis erklärt. (sda/dpa)

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Helvetiavia Philipp
13.01.2026 13:33registriert Februar 2018
"Immer wieder rechtfertigt Trump den Gebietsanspruch damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden."

Gleichzeitig unternimmt Trump alles um China und Russland zu stärken. Mit seinem Rückzug aus Aufrika, dem Stopp von USAID ebnete er das Feld für die Expansion Chinas. Russland stärkt er in der Ukraine. Es geht ihm auf keinen Fall um die Sorge, China oder Russland könnten erstarken. Er will die Weltkarte unter den drei Ländern aufteilen.

Darum ist es auch falsch, wenn Dänemark nun das Gespräch sucht - es schwächt seine Verhandlungsposition unnötig.
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Gurgelhals
13.01.2026 14:12registriert Mai 2015
„Grönland Streit“? Echt jetzt? Streit?

Würde man es auch als Streit bezeichnen, wenn ein Gangster auf offener Strasse einem mit einer Pistole vor dem Gesicht rumfuchteln und verlangen würde, dass man ihm sofort alle Wertsachen aushändigt? Wäre dafür „Streit“ neuerdings auch der passende Begriff?

Diese verharmlosende und die Sachlage überhaupt nicht treffend beschreibende Sprache in den Nachrichten zum mafiösen Treiben der Trömp-„Regierung“ geht mir schon länger auf den Keks.
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Pontifax
13.01.2026 13:56registriert Mai 2021
Erstens haben die USA keinen Anspruch auf Grönland und zweitens gibt es deswegen nichts zu besprechen. Eigentlich hätte man einem Gespräch nicht zustimmen dürfen. Diese Bereitschaft zeigt Schwäche und ermutigt den kriminellen Irren in Washington nur noch.
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