International
Dänemark

Kommando-Chef: Militärübung auf Grönland für Monate geplant

Kommando-Chef: Militärübung auf Grönland für Monate geplant

17.01.2026, 16:5817.01.2026, 16:58
Major General Søren Andersen, Danish commander of the Joint Arctic Command speaks during an interview onboard a military vessel HDMS Knud Rasmussen of the Royal Danish Navy docked in Nuuk, Greenland,  ...
Søren Andersen ist Kommandant des Arktischen Kommandos.Bild: keystone

Die militärische Übung europäischer Nato-Staaten auf Grönland wird noch mehrere Monate andauern. «Das, was wir gerade machen, ist, eine länger andauernde Übung zu planen, kontinuierlich das ganze Jahr 2026 hindurch und vielleicht auch ins Jahr 2027 hinein», sagte der Chef des Arktischen Kommandos, Søren Andersen, der Deutschen Presse-Agentur in Nuuk.

Unter dem Eindruck der von US-Präsident Donald Trump wiederholt geäusserten Annexionspläne waren am Freitag unter anderem Angehörige der Bundeswehr auf Grönland angekommen. Deutschland und weiteren Nationen geht es zunächst um eine Erkundungsmission vor der eigentlichen Militärübung. «Die Deutschen und unter anderem auch Schweden und Norweger sind hier oben, um zu eruieren, welche Möglichkeiten für ein gemeinsames Training es hier gibt», sagte Andersen.

Trump hatte seine Pläne, Grönland den Vereinigten Staaten einzuverleiben, immer wieder mit Sicherheitsbedenken wegen einer Bedrohung durch China und Russland in der Region begründet. Die Nato-Verbündeten sind überzeugt, dass Grönland nicht von den USA übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen.

Baldige Entscheidung über US-Teilnahme

Andersen sagte der dpa, die USA seien wie alle Nato-Nationen eingeladen worden, «hier oben zu trainieren». Das Arktische Kommando, das Teil der dänischen Streitkräfte ist, arbeite täglich mit dem amerikanischen Militär zusammen. «Einer der Offiziere in meinem Stab ist Teil des Stabs, der auf der Pituffik Space Base ist, der amerikanischen Basis in Nordgrönland», sagte Andersen. «Wir arbeiten mit den USA täglich zusammen, daran hat sich nichts geändert.»

Für die eigentliche Übung seien bislang nur französische Soldaten vor Ort. «Die anderen Länder sind hier, um sich die Möglichkeiten anzusehen. Ob die USA sich die Möglichkeiten ansehen, auch mit anderen Nato-Ländern zu trainieren, darüber werden wir, glaube ich, innerhalb des nächsten Monats eine Entscheidung haben», sagte Andersen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
24 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Haarspalter
17.01.2026 18:41registriert Oktober 2020
„Für die eigentliche Übung seien bislang nur französische Soldaten vor Ort.“

Die Franzosen haben die grössten Eier - das muss man ihnen lassen.

Nicht nur Worte, sondern Taten.

Grossbritannien hat ebenfalls meinen Respekt.

Aber auch die anderen Europäischen Staaten werden zunehmend selbstbewusster.

Ich spüre da einen echten Wandel in der Mentalität - welcher ja dringend nötig ist.
714
Melden
Zum Kommentar
avatar
juergen
17.01.2026 18:33registriert Juli 2025
Hört auf so zu tun als ob die Trump Administration zu unseren Freunden zählen würde! Tut mir leid, aber kurzer Realitätscheck für diejenigen, welche immer noch dem Glauben anhängen, dass es doch noch irgendwie ohne Konfrontation ausgehen könnte: Spätestens seit der Entmachtung Maduros (und nochmals, ich mag den Typen auch nicht!) ist klar das sich die aktuelle US Regierung einen feuchten ... um die Souveränität anderer Staaten schert. Für die sind wir (Europär) nur im Weg um die Bodenschätze auf Grönland ausbeuten zu können...
554
Melden
Zum Kommentar
avatar
Pummelfee
17.01.2026 19:23registriert Mai 2020
Clever! Trump ausgebootet! Freude herrscht! Und wenn er jetzt Zölle verteilt, könnten die Europäer doch Steuern von Tech-Giganten einfordern. Da wäre das Geld aus den Zöllen dann wieder zurück. Ach ja, und die Aussetzung der Mindeststeuern für amerikanische Firmen aussetzen!
444
Melden
Zum Kommentar
24
Spanien: Bruch einer Schiene könnte Zugunglück verursacht haben
Nach dem verheerenden Zugunglück im Süden Spaniens hat eine offizielle Untersuchungskommission in einer ersten vorläufigen Einschätzung den Bruch einer Schiene als mögliche Ursache genannt.
Zur Story