250'000 Menschen demonstrieren in München für Freiheit im Iran
Laut offizieller Angaben haben am Samstagnachmittag in München rund 250'000 Menschen ihre Solidarität mit den Iranerinnen und Iranern gezeigt. Das waren doppelt so viele Demonstrierende, wie der Veranstalter, der Verein The Munich Circle, erwartet hatte.
Über drei Stunden dauerte die Kundgebung. Während die Demonstrierenden auf Reza Pahlavi warteten, sprachen zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten, Politikerinnen und Politiker und Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne – viele davon auch auf Persisch. Alle forderten ein Ende des Mullah-Regimes in Teheran.
Dann trat Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 vertriebenen Schahs von Persien. Der 65-Jährige ist die bekannteste Stimme der Revolutionsbewegung im Iran. «Wir kämpfen für Freiheit, für Gerechtigkeit und für Gleichheit», sagte er auf der Theresienwiese. «Iran wird frei sein. Wir holen uns das Land zurück», sagte Pahlavi am Samstag unter dem Jubel von einer Viertelmillion Menschen.
Pahlavi weilte wegen der Münchner Sicherheitskonferenz in der bayerischen Landeshauptstadt. Dort sagte er vor Journalisten: «Heute stehen Tausende Menschen von München über Toronto bis Los Angeles im Rahmen meines Aufrufs zu einem globalen Aktionstag in Solidarität mit dem iranischen Volk. Sie senden eine klare Botschaft an die Führer der westlichen Demokratien, sich mit dem iranischen Volk zu solidarisieren.»
«Entscheidender Test für die globale Sicherheit»
Er sprach von einer «Stunde tiefer Gefahr». Die Welt müsse sich entscheiden, ob sie sich mit dem iranischen Volk solidarisieren oder erneut von einer iranischen Führung beschwichtigen lasse, die über 40'000 ihrer eigenen Bürger massakriert habe. Wie viele Menschen bei der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste im Iran ums Leben kamen, ist offiziell nicht bekannt. Aktivisten sprechen von mindestens 7000 Opfern.
Pahlavi sagte, das Schicksal des Iran sei nicht nur eine iranische Angelegenheit. Es sei ein entscheidender Test für die globale Sicherheit in unserer Zeit. «Seit fast einem halben Jahrhundert agiert die Islamische Republik als revolutionäres Unternehmen, exportiert Instabilität durch Stellvertreter, untergräbt die Souveränität ihrer Nachbarn, schürt Konflikte in verschiedenen Regionen und treibt ihre nuklearen Ambitionen voran. Doch etwas Unumkehrbares hat sich verändert. Der Kampf in meinem Land ist heute kein Kampf zwischen Reform und Revolution.» Es sei ein Kampf zwischen Besatzung und Befreiung.
Nicht nur in München, auch in Los Angeles und Toronto kam es heute zu Demonstrationen gegen das Mullah-Regime. Es gibt den Aufruf, weltweit gegen die iranische Führung zu demonstrieren. Im Iran hatte es um den Jahreswechsel wochenlange Massenproteste gegeben, die gewaltsam niedergeschlagen wurden.
(cmu, t-online)
