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Aachen: Mann mit elf Identitäten und drei Bankkarten festgenommen

Bundespolizisten fuehren am Dienstag (23.11.10) in einem Regionalzug im Bahnhof in Aachen Personenkontrollen durch. Wegen der Terrorgefahr kontrolliert die Bundespolizei zunehmend die Grenzen von Holl ...
Am Hauptbahnhof Aachen führt die deutsche Polizei regelmässig Personenkontrollen durch.Bild: AP dapd

Aachen: Mann mit elf Identitäten und drei fremden Bankkarten festgenommen

Die Polizei kontrolliert routinemässig einen Mann. Innerhalb kürzester Zeit ist klar: Der Mann wird seit einigen Wochen gesucht.
09.02.2026, 13:5809.02.2026, 13:58
Anouschka Hamp / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die Bundespolizei hat am Samstag gegen 15 Uhr am Aachener Hauptbahnhof einen Mann geschnappt, der elf Identitäten hatte und gegen den ein Haftbefehl vorlag. Daneben hatte er gleich drei Bankkarten bei sich, die nicht auf ihn ausgestellt waren. Das teilte die Bundespolizei mit. Die Kontrolle endete für ihn hinter Gittern.

Die Beamten seien zufällig auf den 46-jährigen Syrer aufmerksam geworden, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage von t-online. «Auf dem Gleis kommen regelmässig Züge aus Belgien an. Deshalb werden die Ankommenden öfter stichprobenartig kontrolliert», so der Sprecher.

Im Rahmen der Kontrolle habe er nur einen belgischen Führerschein vorlegen können. «Dokumente, die sein Aufenthaltsrecht in der EU nachweisen können, hatte er aber nicht bei sich», erklärte der Sprecher weiter. Bei einer anschliessenden fahndungsmässigen Überprüfung habe das System dann gleich mehrere Treffer angezeigt.

Mann konnte sich mehrfach nicht ausweisen

Einerseits sei der 46-Jährige mit insgesamt elf Identitäten im System hinterlegt gewesen. «Das heisst, bei vorherigen Kontrollen hatte er ebenfalls schon kein Ausweisdokument bei sich. Daraufhin hatte er die Möglichkeit, seine Personalien selbst anzugeben», so der Sprecher. Dabei habe er bei manchen Einträgen mal andere Geburtsorte hinterlegt, mal hatte er aber auch einen anderen Namen beziehungsweise eine unterschiedliche Schreibweise derer angegeben.

Gleichzeitig habe gegen den Mann ein Haftbefehl wegen des Verstosses gegen das Aufenthaltsgesetz vorgelegen, erklärte der Sprecher. «Dieser bestand seit Januar.» Ob er davon aber überhaupt gewusst hat, ist unklar. «Der Mann ist nicht in Deutschland gemeldet. Es ist also möglich, dass der Brief mit dem Urteil über die Strafe von 1'200 Euro beziehungsweise die 20-tägige Haftstrafe nie bei ihm eingegangen ist.»

Daneben sei er auch noch in drei Fällen zur Fahndung ausgeschrieben gewesen: Geldwäsche, besonders schwere Brandstiftung und als Zeuge. Ob er in diesem Zusammenhang als Beschuldigter oder als Zeuge gesucht wurde, war dem Sprecher nicht bekannt. «Wir wissen nur, dass ihm Briefe von Behörden bezüglich dieser Fälle nicht zugestellt werden konnten. Welche Rolle er bei den Delikten gespielt hat, wissen wir nicht», führte er aus.

Mehrere Bankkarten, unterschiedliche Besitzer

Als der Mann anschliessend gebeten wurde, die 1'200 Euro zu zahlen, um der Haftstrafe zu entgehen, zückte er drei Bankkarten. «Allerdings lief keine davon auf seinen Namen», so der Sprecher. Der Mann sei deshalb festgenommen worden. «Er muss seine Strafe jetzt absitzen», erklärte er abschliessend.

Die Bankkarten des Mannes wurden sichergestellt. Zusätzlich wurde er wegen Unterschlagung angezeigt.

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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rephaim
09.02.2026 15:33registriert Oktober 2025
Ich bin mir unsicher ob das als "Fahndungserfolg" verkauft werden will? Nichts gegen die polizeiliche Arbeit - ganz im Gegenteil, die ist zu begrüssen. Aber wenn ich lese, dass jemand wegen besonders schwerer Brandstiftung gesucht wird, gleichzeitig aber der "Brief nicht zugestellt werden konnte" und er jetzt wegen Nichtbezahlung einer Busse im Zusammenhang mit einem Aufenthaltsrechtsverstoss ins Gefängnis kommt, 11 Identitäten und 4 Bankkarten auf sich hat, ist das doch eher ein Staatsversagen als ein eigentlicher Fahndungserfolg? Der unmittelbare Vollzug der Ausschaffung wäre der Erfolg...
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Snowy
09.02.2026 16:49registriert April 2016
Minder belichtet (wer zückt schon eine Bankkarte mit falscher Identität für die Bezahlung einer Busse bei der Polizei) aber mit viel krimineller Energie.
Eine Kombo des Grauens.

Gut, wurde er gefasst (und hoffentlich bald ausgeschafft).
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Clandestino
09.02.2026 14:55registriert Mai 2025
Vielleicht hat er jeweils seine verschiedenen Starbucks-Namen genannt? 🤔😉
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