International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kind in Deutschland vergewaltigt: 9 Jahre Haft für Schweizer



epa06799928 Defendants Christian L. (C) and Berrin T. (R) wait with ther lawyers Martina Naegele and Matthias Wagner for the beginning of their trial on charges related to sexual abuse of a minor at the regional court in Freiburg, Germany, 11 June 2018. Christian L. and Berrin T. are accused of having offered Berrin's nine-year-old son in Staufen to paedophiles across Europe for sex in an abuse case that has shocked Germany. The couple ran their operation through the Darknet over a course of two years until police arrested them last September following information from the FBI.  EPA/Thomas Lohnes / POOL ATTENTION EDITORS: Pixelation done by source in accordance with court orders

Bild: EPA/Getty Images Europe POOL

Im so genannten Missbrauchsfall Staufen bei Freiburg im Breisgau fällt ein weiteres Urteil: Ein 37-jähriger Schweizer muss neun Jahre ins Gefängnis, anschliessend soll er in Sicherungsverwahrung. Doch dagegen will er sich wehren.

Neben der Haftstrafe und der Sicherungsverwahrung ordnete das Landgericht Freiburg am Montag die Zahlung von 14'000 Euro Schmerzensgeld an. Dieses Geld gehe an das Opfer der Taten.

Der gelernte Maurer aus dem Kanton St. Gallen hatte zugegeben, den heute neun Jahre alten Jungen dreimal vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben. Verurteilt wurde der Mann unter anderem wegen mehrfacher schwerer Vergewaltigung und Zwangsprostitution.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Pflichtverteidiger Robert Phleps kündigte noch im Gerichtssaal an, Revision einzulegen. Sicherungsverwahrung komme für seinen Mandaten nicht in Frage.

Der in Staufen lebende Junge war mehr als zwei Jahre lang im Darknet angeboten und Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Seine 48-jährige Mutter und ihr neun Jahre jüngerer Lebensgefährte haben dies eingeräumt, beide stehen seit Mitte Juni in Freiburg vor Gericht.

Es gibt in dem Fall insgesamt acht Tatverdächtige. Der nun verurteilte Schweizer ist einer von ihnen. Er nahm das Urteil ohne äusserliche Regung entgegen.

Hohes Rückfallrisiko

«Das Kind war dem Angeklagten hilflos ausgeliefert», sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin in der Urteilsbegründung. Es handle sich um «gewaltsame und menschenverachtende Verbrechen».

Der Junge sei an einen Stuhl gefesselt, beleidigt, gedemütigt und erniedrigt worden. Zudem habe er eine Strumpfmaske tragen müssen, die lediglich kleine Seh- und Atemschlitze hatte. Eine Chance, sich zu wehren, habe das Kind nicht gehabt.

Der arbeitslose Mann war laut Gericht jeweils mehr als 200 Kilometer aus der Schweiz nach Staufen bei Freiburg gereist, um sich an dem Jungen zu vergehen. Er gab sich als Polizist aus und drohte dem Jungen, er komme in ein Heim und seine Mutter werde verhaftet, sollte er sich widersetzen. Dies diente der Einschüchterung, so der Richter.

Da von dem Schweizer eine hohe Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe, habe sich das Gericht für Sicherungsverwahrung entschieden, sagte Bürgelin. Es bestehe ein hohes Rückfallrisiko, sollte der Mann wieder in Freiheit kommen. Auf seinem Rechner und dem Handy seien tausende kinderpornografische Filme und Fotos gefunden worden.

Der Schweizer war den Ermittlern im österreichischen Feldkirch ins Netz gegangen, als er von der Schweiz nach Österreich einreiste. Mit einem europäischen Haftbefehl war er international zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Urteil gegen Mutter noch im Juli

Mit dem Strafmass bewegt sich das Gericht im oberen Mittelfeld. Rechtlich möglich in solchen Fällen sind bis zu 15 Jahre Haft. Staatsanwältin Nikola Novak hatte 13 Jahre mit anschliessender Sicherungsverwahrung gefordert, die Vertreterin der Nebenklage 12 Jahre und Sicherungsverwahrung. Verteidiger Phleps hatte sich für 8 Jahre Gefängnis ohne Sicherungsverwahrung ausgesprochen.

In dem Fall, der Mitte Januar bekannt wurde, gibt es bereits Verurteilungen gegen andere Angeklagte. Sie sind jedoch noch nicht rechtskräftig, weil von Prozessbeteiligten Revision angestrebt werden oder noch möglich sind.

Im Prozess gegen die Mutter des Kindes und ihren wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraften Lebensgefährten wird es ein Urteil laut Gericht frühestens Mitte Juli geben. (aeg/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Mehr Schnee als erwartet: Höchste Lawinengefahr

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wenn Mamas keine Männer brauchen – nur noch ihr Sperma

Single Mother by Choice: Das sind Frauen, die sich entscheiden, alleine ein Kind zu haben. Eine davon ist Sarah Esselen aus Frankfurt. Sie liess sich künstlich befruchten und erzählt hier, warum.

Sie hat keinen Partner, keine Partnerin, aber seit Ende Dezember 2020 einen Sohn. Sarah Esselen ist «Single Mother by Choice». Den Wunsch nach einem Kind trug sie lange in sich. «Es war immer klar, dass ich Familie und Kinder haben möchte. Womit ich nicht gerechnet habe, ist, dass das mit dem Mann nicht so einfach klappt.»

Esselen hatte die Wahl: Warten, bis «der Richtige» kommt, oder die Sache selber in die Hand nehmen. Sie entschied sich für die zweite Option. «Der Gedanke daran, dass es …

Artikel lesen
Link zum Artikel