Austragungsdatum des AfD-Parteitags wird kritisiert – das ist der Grund
Am 3. und 4. Juli 2026 soll in Erfurt, im deutschen Bundesland Thüringen, der Bundesparteitag der AfD stattfinden. Die Wahl des Datums und des Orts für diesen Parteitag wird von deutschen Politikern kritisiert.
Grund für die Kritik ist, dass vor genau 100 Jahren, am 3. und 4. Juli 1926, in der damaligen thüringischen Landeshauptstadt Weimar ein Reichsparteitag der damaligen politischen Partei NSDAP stattfand. Dies berichtet «die Zeit».
Die NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) war eine Partei, die in der Weimarer Republik gegründet wurde. Zu deren Ideologie gehörten Antisemitismus und Nationalismus sowie die Ablehnung von Demokratie und Marxismus. Der Parteivorsitzende der NSDAP war ab 1921 der spätere deutsche Reichskanzler Adolf Hitler.
Kritik aus der deutschen Politik
Die deutsche Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Serap Güler, sagt gegenüber dem «Kölner Stadtanzeiger», dass die Parallelen der beiden Parteitage bewusst von der AfD gewählt worden seien. Weiter sagt die CDU-Politikerin, dass es sie anwidere, wie wenig Respekt, die AfD vor der Geschichte Deutschlands habe.
Auch der frühere SPD-Fraktionschef, Rolf Mützenich, äussert sich zu dem gewählten Datum. Er sagt, wie die «Zeit» schreibt, dass sich diese Wahl in die Behauptung, der Nationalsozialismus sei «ein Vogelschiss in der deutschen Geschichte gewesen» einreihe. Damit bezieht er sich auf eine Aussage des AfD-Parteigründers Alexander Gauland. Dieser sagte im Jahr 2018, dass der Nationalsozialismus «nur ein Vogelschiss» in der Geschichte Deutschlands gewesen sei.
Mützenich findet, dass die AfD mit der Datumswahl Provokation erzielen wolle, um Aufmerksamkeit zu erregen. Weiter sagt er, dass dies kein historischer Zufall sei, den man einfach so hinnehmen dürfe.
Der NSDAP-Parteitag galt 1926 als relevantes Aufstiegsdatum der Partei und zugleich von Adolf Hitler. Unter anderem wurde am damaligen Parteitag die Hitlerjugend gegründet.
Stefan Möller, Sprecher der AfD Thüringen, sagt, dass alle, die auf die Parallelen zum NSDAP-Parteitag in Weimar vor 100 Jahren aufmerksam machen, nur an einer zwanghaften Instrumentalisierung der Geschichte interessiert seien. (nib)
