Jetzt ist klar, was zum Unfall bei der Wassershow im Europa-Park führte
Zum Auftakt des Prozesses um einen Wassershow-Unfall im Europa-Park im südwestdeutschen Rust hat der Angeklagte Versäumnisse bei der Montage eingeräumt.
So seien unter anderem weniger Schrauben beim Aufbau zum Einsatz gekommen als in der Anleitung vorgegeben, liess der Mann durch seinen Anwalt vor dem Amtsgericht Ettenheim in einer Erklärung verlesen.
Angeklagt ist der Geschäftsführer der externen Firma, die damals im Jahr 2023 vom Park, der nahe der französischen Grenze liegt, für den Aufbau sowie die Durchführung der Show beauftragt gewesen war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann fahrlässige Körperverletzung in acht Fällen vor.
Der Vorfall im Video:
Richter betont Verantwortung des Angeklagten
Die Montage des Wasserbeckens sei schon immer so gehandhabt worden, hiess es vom Angeklagten. Von der Vorgängerfirma sei ihm das so weitergegeben worden. Er habe gegenüber dem Europa-Park nicht hinterfragt, dass dieser Aufbau nicht der Anleitung entsprach. Richter Wolfram Wegmann reichte das nicht als Argument. Er betonte, dass es die Verantwortung der Montagefirma sei, sicherzustellen, dass den Vorgaben entsprechend gearbeitet werde.
Der Prozess zu dem Fall war bereits vergangenes Jahr im November ein erstes Mal gestartet. Wegen einer längeren Erkrankung des Verteidigers muss der Fall jedoch neu aufgerollt werden. Wann es zu einem Urteil kommt, war zunächst unklar.
Im Sommer 2023 war das Wasserbecken vor den Augen der Zuschauer während der Show «Retorno dos Piratas» plötzlich verrutscht und gerissen, Sprungtürme stürzten ein. Sechs Artisten und zwei Besucher, ein Ehepaar, wurden verletzt. (sda/dpa)
