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Wegen dieses Plakats wollen AfD-Politiker jetzt Coca-Cola boykottieren

Felix Huesmann / watson.de



Was würde der Weihnachtsmann eigentlich von der Politik der AfD halten? Wenn man einem vermeintlichen Coca-Cola-Plakat, das am Montag in Berlin aufgetaucht ist, Glauben schenkt, nicht allzu viel. 

Auf dem Plakat steht:

«Für eine besinnliche Zeit: Sag' Nein zur AfD!»

Coca cola afd twitter

Ganz zufällig ist das Plakat wohl nicht platziert worden, steht es doch nur einige Meter von der AfD-Zentrale am Berliner Lützowplatz entfernt. Aber würde der Coca-Cola-Konzern wirklich politische Werbung für die AfD machen?

Einige AfD-Politiker stellten sich die Frage am Montag sehr ernsthaft. Der «AfD Gebietsverband Sonneberg» etwa postete auf Facebook:

«Fake oder now Fake 🤔🤔Politik ist jetzt Sache der Multis... 🤔🤔Wer möchte nun noch dieses Zuckergetränk...#AufwachenDeutschlandjetzt 🇩🇪💙»

Fehler und Emojis im Original facebook

Die Facebook-Fans der AfD in der thüringischen Kleinstadt reagieren entsprechend empört. «Dreckspack! Nie wieder kommt eine Flasche von dem Dreckszeug über meine Schwelle!», schreibt einer. Ein anderer reagiert mit einem Kotzsmiley. Ein dritter denkt über noch drastischere Massnahmen nach: «Wenn das so weitergeht, muss man überlegen, wohin man auswandern kann. Hier regiert der Wahnsinn.» (Das vermutlich einzige Land, in dem dieser auswanderungswillige AfD-Fan noch vor Coca-Cola sicher ist, ist übrigens Nordkorea. Ob sich das lohnt?) 

Ist das denn nun wirklich ein echtes Coca-Cola-Plakat?

Wir könnten nun lang und breit aufschreiben, was alles dagegen spricht. Stattdessen lassen wir einfach eine Coca-Cola-Sprecherin zu Wort kommen. Die schreibt auf watson-Anfrage:

«Das Plakat stammt nicht von uns. Auf der Grundlage eines mehrere Jahre alten Weihnachtsplakats hat jemand diese Botschaft selbst gebastelt.»

Und wer steckt nun dahinter?

Die Taz hat herausgefunden, dass das Projekt «#AfDentskalender» hinter dem Plakat steckt. Auf der Website des ungewöhnlichen Adventskalenders stehen hinter jedem Türchen mögliche Aktionen gegen die Politik der AfD. «Kontaktiere deine Lokalpolitiker [...] und fordere sie auf, sich (stärker) gegen die AFD zu engagieren/positionieren», zum Beispiel. Oder eben auch Adbusting: das Verändern von Werbung, für eine politische Aussage.

Hat sich die AfD jetzt wieder mit Coca-Cola versöhnt?

Nope, so gar nicht! Offiziell verkündete der Konzern zwar nur, dass er nicht für das Plakat verantwortlich ist. Nicht ganz so offiziell liess die deutsche Kommunikationsabteilung des Konzerns jedoch durchblicken, dass sie das gefälschte Plakat nicht ganz verkehrt findet.

Der Kommunikationschef von Coca-Cola Deutschland, Patrick Kammerer, twitterte nämlich ein Foto des Plakats mit dem Zusatz:

«Nicht jedes Fake muss falsch sein.»

Und das scheint nicht nur seine Privatmeinung zu sein. Der offizielle deutsche Account des Konzerns retweetete die Aussage nämlich auch noch.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Frank Pasemann beschwerte sich daraufhin über «politische Hetze» des internationalen Konzerns.

Der Autor Dushan Wegner sieht hier sogar Gleichschaltung am Werk. (Hier nochmal kurz zum Nachlesen, was Gleichschaltung eigentlich bedeutet.) 

Und der Heidelberger AfD-Sprecher Malte Kaufmann will künftig auf Coca-Cola verzichten.

Nun ja, Wasser ist eh gesünder.

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Video: srf/SDA SRF

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