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Der bekannteste Flüchtling Europas – vorgestern wusste noch kaum jemand, wer er ist

Tavus Qurban droht die Abschiebung nach Afghanistan. Doch jetzt wehren sich seine Kollegen auf dem Bau. Ein Facebook-Post wird innert zwei Tagen zehntausende Male geteilt.



Heute Morgen zwischen 10 und 12 Uhr soll es so weit sein: Dann werden die Mitarbeiter der deutschen Baufirma Strasser für zwei Stunden ihre Arbeit niederlegen. Sie tun dies für ihren Kollegen Tavus Qurban.

Tavus Qurban ist 25 Jahre alt und flüchtete 2010 aus Afghanistan nach Deutschland. Seit 2012 arbeitet er für das Bauunternehmen Strasser. Doch jetzt soll damit Schluss sein, denn Qurbans Arbeitserlaubnis endet Ende Woche. Es droht ihm die Abschiebung nach Afghanistan. Doch dagegen wollen sich seine Kollegen auf dem Bau nun wehren. 

Vorbildlich integriert

Der Afghane habe sich ausgezeichnet integriert, schreibt das Bauunternehmen Strasser auf Facebook. «Tavus bestreitet seinen Lebensunterhalt alleine, verdient sein eigenes Geld, bezahlt Steuern und Krankenversicherung, wie jeder andere berufstätige Mitbürger auch.»

Für die Mitarbeiter sei es nicht nachvollziehbar, weshalb vollintegrierte Flüchtlinge, die niemandem mehr auf der Tasche liegen, abgeschoben würden. Das Unternehmen schreibt: «Wir haben unseren Beitrag als mittelständisches Unternehmen zum Thema Integration geleistet – nun erwarten wir dasselbe von den Behörden und fordern daher: endlich einen Pass und eine uneingeschränkte Arbeitserlaubnis für Tavus!»

Zehntausende Shares

Das Unternehmen scheint mit dem Facebook-Post einen Nerv getroffen zu haben. Und wie! Noch nicht einmal 48 Stunden ist der Beitrag online und bereits wurde er über 80'000 Mal geteilt.

Viele User stellen sich hinter das Bauunternehmen und Qurban. Der Tenor: «Sozialschmarotzer werden durchgefüttert, hart arbeitende Menschen werden abgeschoben, das kann doch nicht sein!»

Ob die Mitarbeiter der Firma Strasser mit ihrem Protest Erfolg haben werden, bleibt abzuwarten. Die Geschäftsleitung hat sich bereits an die Politik gewendet, eine Antwort steht jedoch noch aus. Ausgelöst haben sie jedoch sicherlich eine wertvolle Diskussion über die Beschäftigungs-Möglichkeiten von Flüchtlingen. Auch hier in der Schweiz, wo der Facebook-Post auf vielen Timelines aufgetaucht ist. (cma)

Ein Tag im Asylzentrum

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