DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Nürnberg: Spontane Sitzblockade aus Protest gegen die Abschiebung eines Afghanen. screenhsot: youtube/bayrischer rundfunk

Schüler protestieren gegen die Abschiebung eines Afghanen – plötzlich eskaliert es



Wüste Szenen in Nürnberg: Beim Versuch, einen 20-jährigen Afghanen abzuschieben, ist es zu schweren Tumulten gekommen.

Die Polizei holte den jungen Mann aus dem Klassenraum, dieser zeigte sich kooperativ und liess sich ruhig zum Polizeiauto geleiten. Doch seine Mitschüler wollten das nicht einfach so hinnehmen.

Denn der Afghane war offenbar sehr gut integriert und lebte bereits seit vier Jahren in Deutschland. Gemäss Bayrischen Flüchtlingsrates hatte der junge Mann bereits einen Ausbildungsplatz in Aussicht.

Spontane Sitzblockade wird immer grösser

Aus Protest gegen die Abschiebung setzten sich rund 20 Mitschüler spontan auf den Boden, um den Streifenwagen an der Abfahrt zu hindern. Die Situation spitzte sich nun weiter zu. Immer mehr Leute solidarisierten sich mit dem Afghanen und nahmen ebenfalls an der Sitzblockade teil. Rund 300 Personen sollen es am Ende gewesen sein, berichten diverse deutsche Medien. 

abspielen

Wüste Szenen vor einer Berufsschule in Nürnberg. Video: YouTube/Bayerischer Rundfunk

Die Nürnberger Polizei reagierte vehement. Mit einem Grossaufgebot wurde die Sitzblockade gewaltsam aufgelöst. Die Beamten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Die Auseinandersetzung dauerte mehrere Stunden. Der Afghane konnte letzten Endes weggefahren werden.

Ursprünglich hätte der junge Mann gestern Mittwoch von Frankfurt nach Afghanistan geflogen werden sollen, doch wegen des gestrigen Bombenanschlages in Kabul wurde die Sammelabschiebung gestoppt, der Flug wurde nicht durchgeführt. 

Die Nürnberger SPD kritisierte das Vorgehen der Polizei scharf. Man könne Schüler nicht aus Klassenzimmer holen, diese müssten sich dort sicher fühlen. «Andernfalls werden sie aus Angst erst gar nicht in den Unterricht gehen. Das wäre fatal für unsere Integrationsbemühungen», sagte der Chef der Nürnberger SPD. Auch auf Twitter äusserten sich die User kritisch zum Einsatz der Polizei. (cma)

Flüchtlinge willkommen!

Warum zwei Appenzeller Piloten im Mittelmeer Flüchtlinge retten müssen – eine Reportage

Link zum Artikel

Diese 6 Dinge kannst du als Normalsterblicher tun, um Flüchtlingen in der Schweiz zu helfen

Link zum Artikel

Bist du eher Front-Kämpfer oder Cüpli-Helfer? 11 Retter-Typen und was sie für Flüchtlinge tun

Link zum Artikel

«Es gibt mehr als genug Arbeit für Flüchtlinge» – davon ist Integrationsexperte Thomas Kessler überzeugt

Link zum Artikel

Diese 6 Dinge machen die watson-User für die Flüchtlinge 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Jetzt impfen sogar die Deutschen und Franzosen schneller als wir

In der EU nehmen die Impfungen gegen das Coronavirus Fahrt auf. Und bald kommt ein weiterer Impfstoff hinzu. In der Schweiz aber scheint man es weiterhin nicht eilig zu haben.

Für ihre Impfstrategie wurde die Europäische Union heftig geprügelt. Manches war überzogen. So mussten die Produktionsanlagen für die Corona-Vakzine erst aufgebaut werden. Dennoch sah die EU im Vergleich etwa mit Ex-Mitglied Grossbritannien schlecht aus. Nun aber vermelden die «Kernländer» Deutschland und Frankreich gute Nachrichten.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

So wurden in Deutschland allein am Mittwoch rund 656’000 Impfdosen verabreicht. Das waren 290’000 mehr als am …

Artikel lesen
Link zum Artikel