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Nach Mitglieder-Revolte: ADAC-Verkehrschef wirft hin

Der Verkehrspräsident des deutschen Automobilklubs legt nach einer Kündigungswelle sein Amt nieder.
Der Verkehrspräsident des deutschen Automobilklubs legt nach einer Kündigungswelle sein Amt nieder.Bild: Shutterstock

Nach Mitglieder-Revolte: ADAC-Verkehrschef wirft hin

In einem Interview hat sich der Verkehrspräsident des deutschen Automobilklubs ADAC für höhere CO₂-Abgaben ausgesprochen. Es folgten Empörung und eine Kündigungswelle – nun ist Hillebrand zurückgetreten.
04.02.2026, 11:3704.02.2026, 12:49
Markus Abrahamczyk / t-online
Ein Artikel von
t-online

Der deutsche ADAC verliert sein wichtigstes Gesicht für Verkehrsfragen. Gerhard Hillebrand legt sein Amt als Verkehrspräsident nieder. Es ist ein Rückzug nach massivem Druck: Hillebrand stolpert über seine eigenen Worte.

ARCHIV - 11.05.2019, Rheinland-Pfalz, N�rburg: Gerhard Hillebrand wurde bei der ADAC-Hauptversammlung 2019 zum Pr�sidenten f�r Verkehr gew�hlt. (zu dpa: �60.000 K�ndigungen: ADAC-Verkehrspr�sident tri ...
Ehemaliger ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand: Interviewaussage entfacht Shitstorm.Bild: DPA

Plädoyer für Klimaschutz löst Revolte aus

Auslöser war ein Interview mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Darin hatte Hillebrand kurz vor Weihnachten erklärt, die CO₂-Bepreisung sei ein richtiges Instrument, um die Klimaziele zu erreichen: «Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen», antwortet der Verkehrsexperte. Die Autofahrer bräuchten diesen finanziellen «Anreiz», um auf klimaschonende Alternativen umzusteigen. Zudem warnte er davor, das Verbot von Verbrennungsmotoren zu lockern. Den ersten Satz verwendet die Zeitung verkürzt in der Überschrift, die lautete: «ADAC hält teureren Sprit für sinnvoll».

Die Reaktion einiger Mitglieder war verheerend. Für viele war die Forderung nach teurerem Benzin und Diesel ausgerechnet vom eigenen Interessenvertreter ein Vertrauensbruch. Es folgten massive Beschwerden und nachdem die «Bild»-Zeitung das Interview aufgegriffen hatte, eine Kündigungswelle mit angeblich 60'000 Austritten. Hillebrand räumte nun ein, die Mitglieder verunsichert und verärgert zu haben. Sein Rücktritt sei im Interesse des Vereins.

Shitstorm, obwohl Hillebrand nichts Neues sagte
In der Aufregung ging unter, dass Hillebrand keinen Kurswechsel des ADAC verkündet hatte: Der ADAC hatte schon früher gefordert (PDF), dass sich Deutschland «für die gesellschaftliche Akzeptanz und die politische Stabilität des europäischen CO₂-Emissionshandels (ETS II)» einsetzen solle. Der ADAC sprach sich schon zuvor für den internationalen Emissionshandel aus, der Benzin und Diesel schrittweise verteuert. Ab 2027 oder 2028 soll der europäische Emissionshandel auf den Verkehr ausgeweitet werden. Insbesondere Wirtschaftsverbände begrüssen ihn als «effizientere» Alternative zum Klimaschutz mit «Verboten». Hillebrand hatte im Interview aber nicht deutlich gemacht, dass aus Sicht des ADAC die finanzielle CO₂-Belastung für Konsumenten andernorts kompensiert werden müsse. (oli)
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Bild: Shutterstock

Technikchef übernimmt kommissarisch

ADAC-Präsident Christian Reinicke dankte Hillebrand für seine Arbeit, akzeptierte den Rücktritt aber sofort. Er muss den Klub nun wieder als Anwalt der Autofahrer positionieren.

Kommissarisch übernimmt Karsten Schulze das Amt. Der ADAC-Technikpräsident führt das Ressort nun zusätzlich zu seinen weiteren Aufgaben. Für den Autoklub geht es aber um mehr als eine Personalie: Er muss beweisen, dass er die Interessen seiner Mitglieder noch versteht.

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