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Am Abend nach dem Sturm. Die Blockupisten treffen sich um sich auszutauschen.  Bild: watson/rar

Besuch im Hauptquartier der «Blockupy»-Demonstranten: «Für seine Art zu protestieren, muss jeder selber die Verantwortung übernehmen»

Erst versetzen die Aktivisten der «Blockupy»-Bewegung Frankfurt in den Ausnahmezustand. Dann stossen sie im Studentenheim auf den Tag an – sie haben ihr Ziel erreicht. 

rafaela roth, frankfurt am main



Die Stimmung ist müde, aber zufrieden, es gibt Gemüsesuppe zum Solidaritätspreis, leise rumst Ska aus den Boxen, ein Faden Cannabis hängt in der Luft, die Nacht ist warm: Am Abend nach der Demo treffen sich die Blockupy-Aktivisten im Studierendenhaus KOZ auf dem ehemaligen Campus Bockenheim. Man hört Spanisch, Französisch, Italienisch, Englisch und Deutsch – und Bierflaschen, die aneinander klimpern. 

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Die Blockupy-Organisatoren organisierten Unterkünfte für Aktivisten aus ganz Europa.  Bild: watson/rar

Die Aktivisten sind glücklich über den Tag und erzählen sich aufgeregt ihre neusten Anekdoten über ihre Zusammentreffen mit der Polizei, den «Robo-Cops mit Knüppeln». Sie sind aus ganz Europa angereist – 6000 waren es schon am Vormittag. Sie haben die letzte oder mehrere Nächte hier auf dem Boden des KOZ geschlafen, um sich am Mittwoch, dem 18. März, dem Eröffnungstag des neuen Headquarters der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Parolen von der Seele zu schreien: «Hoch die internationale Solidarität!», «Siamo tutti antifascisti!», «Solidarität heisst Widerstand! – Kampf der Troika in jedem Land!».

«In meinem Land verlieren Hunderttausende ihre Wohnungen, Krankenhäuser werden geschlossen, es gibt keine Jobs.»

Spanischer Aktivist

Die «Troika» wird hier fast noch mehr kritisiert als «das System». Die Sparprogramme, die die Europäische Zentralbank, der Internationale Währungsfonds und die Europäische Kommission den «schwarzen Schafen» der EU damit aufdrücken, treibt diese Jugendlichen zur Verzweiflung. «Die EU ist am Arsch», sagt ein 24-jähriger Aktivist aus Spanien: «In meinem Land verlieren Hunderttausende ihre Wohnungen, weil sie nicht mehr bezahlen können, Krankenhäuser werden geschlossen, es gibt keine Jobs», sagt er. 

Ähnlich tönt es bei einer deutschen Demonstrantin: «Das System EU macht unsere Gesellschaft kaputt. Die Sparprogramme treffen die kleinen Leute, die Suizidraten in den Ländern steigen, von einer ‹Europäischen Einheit› ist nicht zu sprechen», sagt sie. Diese jungen Menschen wünschen sich ein solidarisches System, «eine Neuordnung von unten». Und das aktuelle System wollen sie stören, sie wollen es «blockieren», «Blockupy» eben. 

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Gemüsesuppe und Troika-Kritik. Bild: watson/rar

Das ist an diesem Mittwoch zumindest teilweise gelungen. «Einen normalen Arbeitstag haben wir den Bankern der EZB verunmöglicht», sagt eine Mitorganisatorin von Blockupy und Mitglied der Interventionistischen Linken. Deswegen zieht die 30-Jährige trotz fast 100 verletzten Polizisten, brennenden Autos und Sachschäden in Millionenhöhe eine positive Bilanz: «Wir haben eine Vielheit der Vielen erreicht, eine gemeinsame Demonstration von linksradikalen Gruppierungen, Gewerkschaften, Jugendorganisationen und Parteien», sagt sie. «20'000 Menschen kamen mitten unter der Woche nach Frankfurt. Diese Vielheit macht Hoffnung.»

«Für seine Art zu protestieren, muss jeder selber die Verantwortung übernehmen.»

Blockupy-Aktivistin

Dass Randalierer unter den Demonstranten waren, stört die Aktivisten nicht: «Für seine Art zu protestieren, muss jeder selber die Verantwortung übernehmen», sagt sie. Es sei klar, dass auch Menschen auf die Strasse gingen, die nicht nur Blockupy seien. Man könne aber niemandem vorschreiben, wie er seinen Protest artikuliert.

Für sie ist klar: «Die EU war von Anfang an eine reine Wirtschaftsunion, ein leistungsorientiertes, militarisiertes Wirtschaftsunternehmen, das auf Ungleichgewichten basiert.» 

Die Blockupy-Aktivisten wollen ein gerechteres Europa. Nun reisen sie nach Hause mit dem Gefühl, dazu ein Stück beigetragen zu haben.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nyi Phy 19.03.2015 14:31
    Highlight Highlight Zu demonstrieren gehört zu einer gesunden Demokratie. Etwas aufrütteln auch. Aber Strassenschlachten mit der Polizei und Sachbeschädigung gehören nicht dazu. In einer Demo drückt man sich gemeinsam aus. Man ist somit mitverantwortlich und muss sich darum kümmern, dass die Demo insgesamt friedlich abläuft. "Jeder muss selber wissen wie er seinen Protest ausdrückt" widerspricht erstens ihrer Überzeugung und ist zweitens eine faule Ausrede.

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