Der russische Marschflugkörper, der ein Kiewer Kinderkrankenhaus getroffen hat, basiert offenbar auf zahlreichen westlichen Komponenten. Demnach stammen laut Experten und ukrainischen Beamten mehrere Teile des Marschflugkörpers Kh-101 aus den USA, berichtet die «Financial Times».
So haben ukrainische Spezialisten einen im Januar abgefeuerte Marschflugkörper Kh-101 untersucht. Dieser Typ traf nach ersten Analysen auch das Spital.
Dabei seien 16 Teile aus westlicher Produktion entdeckt worden. Zwei davon kommen demnach vom schweizerischen Unternehmen STMicroelectronics, die übrigen stammen von US-Chipherstellern wie Texas Instruments, Analog Devices und Intel. Die verwendeten Teile seien aber hauptsächlich für den zivilen Gebrauch bestimmt, teilweise waren sie schon recht alt.
Laut russischen Unterlagen, die der «Financial Times» vorliegen, hat Russland die Teile 2023 auf dem freien Markt gekauft und über China importiert. So umging das Land die aktuellen Sanktionen.
In den Dokumenten ist demnach aufgeführt, dass diese von westlichen Unternehmen hergestellt wurden – in den offiziellen Einfuhrlisten werden hingegen China, Malaysia, die Philippinen, Taiwan oder Thailand als Herkunftsländer angegeben.
Da nur ein Teil der Rakete untersucht werden konnte, dürfte die Zahl der westlichen Komponenten noch höher liegen. Einer Analyse des Büros des ukrainischen Präsidenten zufolge, die der «Financial Times» ebenfalls vorliegt, kann eine komplette Kh-101 aus mehr als 50 verschiedenen im Ausland produzierten Teilen bestehen.
Bei dem Angriff auf die Infrastruktur der Ukraine wurden am Montag mindestens 41 Menschen getötet. Russland bestreitet allerdings, dabei auch das Kinderkrankenhaus angegriffen zu haben. Moskau behauptet, die Ukraine habe es mit einer Rakete eines westlichen Flugabwehrsystems vom Typ Nasams getroffen.
Mehrere Experten haben das Geschoss derweil eindeutig als russische Kh-101-Rakete identifiziert.
Here’s a quick analysis of the AIM-120 warhead, as many have been asking about it.
— Fabian Hoffmann (@FRHoffmann1) July 10, 2024
The AIM-120 features a WDU-33/B or WDU-41/B blast-fragmentation warhead, designed to destroy soft-skinned airborne targets such as aircraft, cruise missiles, and long-range drones.
The weight of… pic.twitter.com/68xpJEwDc4
(t-online/dsc)
Aber dass alte Bauteile, die für irgendwas irgendwohin verkauft und von irgendwo legal oder illegal importiert worden sein können, kann man der Firma und der Schweiz echt nicht vorwerfen.