DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die frühere Facebook-Produktmanagerin Frances Haugen hatte ihrem Ex-Arbeitgeber vorgeworfen, eigene Gewinne über die Sicherheit von Menschen zu stellen. Nun erhebt ein anderer Ex-Mitarbeiter schwere Vorwürfe.
Die frühere Facebook-Produktmanagerin Frances Haugen hatte ihrem Ex-Arbeitgeber vorgeworfen, eigene Gewinne über die Sicherheit von Menschen zu stellen. Nun erhebt ein anderer Ex-Mitarbeiter schwere Vorwürfe.Bild: keystone

«In der Zwischenzeit drucken wir Geld im Keller»: Weitere schwere Vorwürfe gegen Facebook

Der US-Internetriese Facebook sieht sich nach den Vorwürfen der Whistleblowerin Frances Haugen mit Anschuldigungen eines weiteren Ex-Mitarbeiters konfrontiert.
23.10.2021, 12:4525.10.2021, 08:48

Der namentlich nicht genannte Informant habe Beschwerde bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, schrieb die «Washington Post» am Freitag. Demnach wirft er Facebook vor, mit problematischen Inhalten eigene Geschäftsinteressen in den Vordergrund gestellt zu haben.

In seiner Beschwerde berichtet der Whistleblower über interne Vorgänge im Jahr 2017, als Facebook vor der Frage stand, wie es mit der Kontroverse um die mutmassliche Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl 2016 umgehen sollte.

Kampf gegen Desinformation behindert

«Es wird ein Strohfeuer sein», habe damals einer von Facebooks PR-Managern, Tucker Bounds, gesagt. «Einige Abgeordnete werden sauer werden. Und in ein paar Wochen werden sie sich dann mit etwas anderem beschäftigen. In der Zwischenzeit drucken wir Geld im Keller und es geht uns gut».

Dem Bericht der «Washington Post» zufolge wirft der Whistleblower den Facebook-Managern vor, den Kampf gegen Desinformation und andere problematische Inhalte regelmässig behindert zu haben, weil sie befürchtet hätten, den damaligen US-Präsidenten Donald Trump zu verärgern oder Nutzer abzuschrecken.

Gewinn vor Sicherheit gestellt

Die frühere Facebook-Produktmanagerin Haugen hatte ihrem Ex-Arbeitgeber vorgeworfen, eigene Gewinne über die Sicherheit von Menschen zu stellen. «Ich glaube, dass die Produkte von Facebook Kindern schaden, Spaltung anheizen und unsere Demokratie schwächen», sagte sie Anfang Oktober bei einer Anhörung im US-Kongress.

Facebook hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesenen. Die Enthüllungen haben aber die Rufe nach strengeren Regulierungen von Facebook und Internetkonzernen insgesamt verstärkt.

(viw/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Mit diesen Facebook-Ads wurden die US-Wahlen manipuliert

1 / 7
Mit diesen Facebook-Ads wurden die US-Wahlen manipuliert
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Ehemalige Facebook-Mitarbeiterin enthüllt Geheimnisse

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kriegsähnliche Zustände in Teilen Guatemalas – schuld soll eine Schweizer Firma sein
Eine Schweizer Nickelmine in Guatemala soll den grössten See des Landes verschmutzen. Proteste der indigenen Bevölkerung haben zu einer militärischen Belagerung der Stadt geführt. Die Minenbetreiberin weist jegliche Schuld von sich.

Eintausend Soldaten und Polizisten patrouillieren derzeit in den Strassen von El Estor. Seit Wochen wird die Stadt offiziell belagert. Bauernhöfe und Häuser von 96 indigenen Familien der ethnischen Gruppe der Q'eqchi' wurden geräumt oder niedergebrannt. Auslöser des kriegsähnlichen Zustandes ist eine Nickelmine am Rande der Stadt. Diese soll den grössten See des Landes gleich vor der Stadt – den Izabal-See – verschmutzen.

Zur Story