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Vice President Mike Pence turns to President Donald Trump as he speaks in the briefing room of the White House in Washington, Monday, March, 9, 2020, about the coronavirus outbreak as Health and Human Services Secretary Alex Azar, Dr. Robert Redfield, and director of the Centers for Disease Control and Prevention, listen. (AP Photo/Carolyn Kaster)
Donald Trump,Mike Pence

Bild: AP

Für Donald Trump steigt in der Coronavirus-Krise die Ansteckungsgefahr

Die Coronavirus-Krise spitzt sich auch in den USA zu. Die politischen Risiken und Nebenwirkungen für Donald Trump steigen – und jetzt häufen sich in seinem engsten Zirkel die Verdachtsfälle.

Fabian Reinbold, Washington / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Die Angst vor dem Coronavirus rückt immer näher an Donald Trump heran. Die Verdachtsfälle im politischen Washington häufen sich – insbesondere im engen Zirkel um den US-Präsidenten.

Am Montag gaben sich fünf seiner Verbündeten aus dem Kongress in eine zweiwöchige Selbstquarantäne. Sie alle hatten auf der Konservativen-Konferenz CPAC, auf der auch Trump Ende Februar selbst gesprochen hatte, Kontakt mit einem Infizierten.

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Trumps neuer Stabschef Mark Meadows wolle sich bis Mittwoch aus der Öffentlichkeit fernhalten – er hatte bei CPAC ebenfalls Kontakt mit dem Infizierten. Mindestens zwei ebenfalls betroffene Abgeordnete hatten in den vergangenen Tagen noch engen Kontakt mit dem Präsidenten.

Wie problematisch das sein könnte, zeigt der Fall des Abgeordneten aus Florida, Matt Gaetz, der ein leidenschaftlicher Trump-Verteidiger ist.

Party und Flug mit Trump – dann Quarantäne

Am vergangenen Mittwoch hatte Gaetz sich im Kongress eine Gasmaske übergeschnallt, als über Massnahmen gegen die Coronavirus-Krise beraten wurde. Er wollte sich offenbar lustig machen über das, was man in Trumps Lager, als Panikmache über das Virus sah. Am Wochenende war Gaetz auf einer Party in Mar-a-Lago mit Trump, am Montag fuhr sogar er mit Trump in dessen gepanzertem Fahrzeug und flog mit ihm in der Präsidentenmaschine Air Force One – doch noch auf dem Flug erfuhr Gaetz, dass auch er Kontakt mit der Person bei CPAC gehabt hatte. 

Daraufhin begab sich Gaetz in der Präsidentenmaschine in eine abgelegene Ecke und dann in eine selbstverordnete zweiwöchige Quarantäne.

Schwärzester Tag seit 2008

Für Trump, der lange die Auswirkungen des Coronavirus kleingeredet hatte und die politischen Gegner und die Medien der Panikmache bezichtigt hatte, rückt die Krise nun gefährlich nah an ihn heran: Da sind nicht nur die Verdachtsfälle aus seinem Umfeld, da sind die steigenden Fallzahlen in der 320-Millionen-Einwohner-Nation - und da sind die wirtschaftlichen Folgen, die sich kaum noch verdrängen lassen. Am Montag schossen die Börsen erneut steil hinab: Es war der schwärzeste Tag an der Wall Street seit der Finanzkrise im Jahr 2008.

Das Risiko ist für Trump persönlich und politisch. Persönlich, weil Trump gehört mit seinen 73 Jahren zu der Hochrisiko-Gruppe derer gehört, bei denen die Krankheit Covid-19 einen schweren Verlauf nehmen kann.

Politisch, weil die Krise eine Rezession auslösen könnte und damit Trumps Wahlkampfsstrategie in Mitleidenschaft ziehen würde. Und weil der Präsident mit seinen Äusserungen und Auftritten zum Coronavirus Zweifel nährt, ob er über eine Strategie für die vielleicht grösste Krise seiner Amtszeit verfügt.

Trump steuert um

Trump trat am Montagabend unangekündigt vor die Presse im Weissen Haus. Dort wollte er die Sorgen an den Märkten lindern. Er sprach von «weitreichenden wirtschaftlichen Massnahmen», die er im Laufe des Dienstags mit der republikanischen Führung im Kongress erörtern und dann der Öffentlichkeit vorstellen wolle. Diskutiert werden Lohnsteuererleichterungen, sowie Hilfen für Arbeitnehmer, die nach Stundenlohn bezahlt werden – für die also bei Arbeitsausfall Einbussen entstehen. In den USA gibt es keine flächendeckende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Trump steuert also um, nachdem er viele Wochen lang die Krise und ihre möglichen Folgen verharmlost hat. Unter anderem hatte er mehrfach behauptet, die USA hätten die Lage unter Kontrolle. Er hatte früh Einreisen aus China untersagt, aber die Zeit nicht genutzt, um das Gesundheitssystem des Landes vorzubereiten: Bis vor wenigen Tagen waren so gut wie keine funktionierenden Coronavirus-Tests verfügbar. Immer noch sind zu wenige vorhanden.

Zahl der Fälle dürfte rapide steigen

Mindestens 26 Amerikaner sind bereits nachweislich an Covid-19 gestorben, die Zahl der bekannten Fälle liegt nun laut CNN bei mehr als 700 – und dürfte weiter rapide ansteigen, weil nun flächendeckender auf das Virus getestet wird. 

In der Nähe von San Francisco wurden am Montag Passagiere des Kreuzfahrtschiffes «Grand Princess» von Bord gebracht, 20 von ihnen waren positiv getestet worden. Ein Teil von ihnen soll auf Militärbasen in Quarantäne gebracht werden.

Trump müsste die Nation also eigentlich auf weitere schlechte Nachrichten gefasst machen. Doch der Präsident selbst wollte am Montagabend keine Fragen zur Verbreitung des Coronavirus beantworten und überliess nach der Ankündigung von wirtschaftlichen Massnahmen das Podium den Experten. Auf die Frage, ob er sich denn auf das Virus habe testen lassen, gab Trump beim Verlassen des Podiums keinerlei Antwort. 

Trump: «kerngesund»

Sein Vizepräsident Mike Pence, der die Leitung der Corona-Taskforce übernommen hatte, sagte, er kenne die Antwort nicht. Er selbst habe sich nicht testen lassen, sagte Pence, der ebenfalls bei CPAC aufgetreten war.

Am späten Abend meldete sich die Pressesprecherin des Weissen Hauses zu Wort. Trump sei bislang nicht auf Covid-19 getestet worden, weil er keinen andauernden Kontakt zu Infizierten gehabt habe. Ausserdem, betonte sie, sei der Präsident «kerngesund». 

In den kommenden Tagen verzichtet Trump, anders als in den Vorwochen, auf Wahlkampfveranstaltungen. Anders sieht es bei den Demokraten aus: Am Dienstag halten sechs Bundesstaaten ihre Vorwahlen ab. Ihre eifrig wahlkämpfenden Präsidentschaftskandidaten, Bernie Sanders (78) und Joe Biden (77), fallen wie Trump in die Risikogruppe.

Was passiert bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

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40Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • René Obi (1) 10.03.2020 13:33
    Highlight Highlight Wie es aussieht hat Trump mit zwei der Männer, die mit dem Infizierten Kontakt hatten selber Kontakt gehabt.
    Play Icon

  • Lolita 10.03.2020 12:15
    Highlight Highlight Wäre doch schön, wenn das Virus die Drecksarbeit erledigen würde.
  • Scrat 10.03.2020 11:47
    Highlight Highlight Ein ganz kleines bisschen hoffe ich, dass das Virus schafft, was die Demokraten nicht geschafft haben...
  • p4trick 10.03.2020 11:44
    Highlight Highlight Wegen Corona wird weniger geflogen, zu Hause gearbeitet also weniger gependelt und jetzt löst Corona auch noch das Trump Problem?
    Scheint mir Corona ist die neue Greta nur effektiver ;-)
  • Raber 10.03.2020 11:38
    Highlight Highlight Ja da ist er in einem Dilemma. Sehr wahrscheinlich wird er Obama die Schuld geben und Fox wird dies sicher bestätigen. Die USA wird es sicher heftig treffen durch die neoliberalen Deregulierungen. Zum Glück ist seine Wählerschaft gut im beten...
  • G. Samsa 10.03.2020 11:18
    Highlight Highlight Vielleicht schafft Corona das was das Empeachment nicht geschafft hat...
    #survivalofthefittest
  • Der Buchstabe I 10.03.2020 10:51
    Highlight Highlight Insgeheim hoffe ich, dass es zu einer Coronakrise in den USA kommt. Nicht aus bösem Willen, sondern weil das vielleicht auch dem dümmsten Ami begreiflich machen würde, wie marode und "drittweltländisch" ihr Gesundheitssystem ist. 3000 Dollar für einen Test, den man aus eigener Tasche bezahlen muss? Danach unter Umständen teure Spitalaufenthalte.

    Das wird auch den repuplikanischsten Redneck aufrütteln.
    • G. Samsa 10.03.2020 11:43
      Highlight Highlight Ach was. Die behaupten einfach dass Obama schuld sei.
  • Yogi Bär 10.03.2020 10:33
    Highlight Highlight Eilmeldung: Trump an der mexikanischen Grenze! Will den Mexikanern das Corona zurückgeben. Darin sieht der grossartige Politiker die Lösung das grosse Amerika vom Corona Virus zu verschonen.
    Benutzer Bild
  • Kaspar Floigen 10.03.2020 09:10
    Highlight Highlight Die doch recht hohe Anzahl Tote im Vergleich zu der Fallzahl zeigt, dass in den USA die Dunkelziffer vermutlich nochmals einiges höher ist, als in anderen Staaten.
    • Scrat 10.03.2020 11:52
      Highlight Highlight Wenn Du praktisch nichts verdienst, keine Krankenversicherung hast und auch keine Lohnfortzahlung bei Krankheit, dann bist Du einfach nicht Krank. Egal, wie mies Du Dich fühlst - Du schleppst Dich zur Arbeit, weil es keine Alternative gibt.
  • Quacksalber - Fehler beim bearbeiten der Anfrage 10.03.2020 09:03
    Highlight Highlight Donald halte durch. Es gäbe Panik in deinem Volk, wenn es sogar den stable genious erwischt. Vielleicht denken auch manche: ist ja wie in War of the Worlds.
  • bokl 10.03.2020 08:20
    Highlight Highlight Was passiert, wenn der offizielle Kandidat nach dem Nominierungs-Parteitag stirbt?
    • Wiedergabe 10.03.2020 11:32
      Highlight Highlight Die andere Partei darf 2 Kandidaten stellen (hoffentlich)...
    • Scrat 10.03.2020 11:54
      Highlight Highlight Nun, wenn der POTUS #45 einen Abgang macht, dann rückt (zumindest bis zu den Wahlen) der Vize Pence nach. Da dürfte es dann unter Umständen sogar naheliegend sein, dass dieser dann auch für die Wahlen nominiert wird. Wobei auch Pence nicht unbedingt eine gute Wahl ist.
  • weissauchnicht 10.03.2020 08:17
    Highlight Highlight Ist ja schon fast zynisch, dass ausgerechnet wenn nur noch Ü70-Kandidaten zur Verfügung stehen, zack ein Virus kommt, der vor allem Ü70-Menschen dahinrafft...

    Ein Generationenwechsel tut Not, aber nicht nur wegen des Virus...
    • Musikuss 10.03.2020 11:46
      Highlight Highlight Die Generationen an sich sind nicht das Problem, sondern der überhand nehmende Egoismus und Geldgier, quer durch alle Generationen hindurch...
  • wasps 10.03.2020 07:33
    Highlight Highlight Das Virus kennt keinen sozialen Status. Immerhin, wenigstens das.
    • Lolita 10.03.2020 12:19
      Highlight Highlight Stimmt leider nicht wirklich, zumindest was das Uberleben betrifft.
  • Alice36 10.03.2020 06:40
    Highlight Highlight Tja "Mini Mike" ist raus aber jetzt macht ihm "MiniMiniMakro Covid-19" das Leben schwer.

    Der alte Mann und das Virus, zum Glück kapiert er alles und hat die Lage komplett im Griff 😂🤣
  • Dan Rifter 10.03.2020 06:23
    Highlight Highlight Trump ist safe - auch Viren haben ihren Stolz.

    Etwas ernster: Spät reagiert / keine Übersicht über die Anzahl Infizierter / mieses Sozial- & Gesundheitssystem .. das könnte in den USA ganz, ganz übel enden.
    • HerrCoolS. 10.03.2020 10:23
      Highlight Highlight Das sind genau die Faktoren, welche zur akutellen Situation in Italien beigetragen haben.

      Man stelle sich mal vor es breitet sich in einer Millionen-Metropole in den USA aus wo sich ein grossteil der Bevölkerung keine Krankenversicherung oder Behandlung leisten kann...
    • Lolita 10.03.2020 12:16
      Highlight Highlight Was heisst könnte. Das einzige was schützt ist die geringe Mobilität und extreme Abgeschiedenheit.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 10.03.2020 13:32
      Highlight Highlight @Lolita
      Klar. In den Städten gibts natürlich keine öffentlichen Verkehrsmittel, die natürlich auch auf gar keinen Fall ziemlich voll sind.
      *Sarkasmus off*
      Echt Lolita, such dir zuerst mal alle Fakten und Faktoren zusammen und schreib erst dann.
  • LalaLama 10.03.2020 06:20
    Highlight Highlight Alte weisse Männer verstehen die Welt nicht mehr. Die Viren sind zu schnell.
    • Lustiger Baum 10.03.2020 07:45
      Highlight Highlight Für alte weisse Männer ist der Virus nicht ohne...
    • just sayin' 10.03.2020 08:11
      Highlight Highlight age-shaming, rassistisch und sexistisch!

      ich gratuliere dir!
    • De-Saint-Ex 10.03.2020 08:37
      Highlight Highlight Nicht nur ALTE weisse Männer, wie man an diesem Gaetz sehen kann... und die WOLLEN es nicht verstehen, weil ihnen dieser Virus nicht GELEGEN kommt... sollte denen dieser Virus den Garaus machen, wäre mir das allerdings recht... wobei sich die Frage stellt, ob sich die Amerikaner daran erinnern werden, dass ihr Präsident noch eben verkündete, dieser Virus sei ein hoax der Demokraten...
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