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Donald Trump

Wegen getragener Waffe: Trump gibt ICE-Opfer Alex Pretti Mitschuld

Wegen getragener Waffe: Trump gibt ICE-Opfer Alex Pretti Mitschuld

Der in Minneapolis von Bundesbeamten erschossene US-Bürger Alex Pretti hätte aus Sicht von Donald Trump keine Waffe tragen sollen.
28.01.2026, 04:0128.01.2026, 04:01

Der Republikaner sagte auf einer Reise im US-Bundesstaat Iowa auch:

«Er hatte eine Waffe. Das gefällt mir nicht.»

Zudem habe er zwei voll geladene Magazine bei sich gehabt. Zugleich sprach Trump von einem «bedauerlichen Vorfall». Nach Polizeiangaben war Pretti zum Tragen einer Schusswaffe berechtigt.

epa12686251 US President Donald J. Trump delivers remarks on the economy at the Horizon Events Center in Clive, Iowa, USA, 27 January 2026. Ahead of the midterm elections, the White House chief of sta ...
Donald Trump bei der Veranstaltung in Iowa.Bild: keystone

Derzeit gibt es eine Debatte darüber, ob Pretti bei einem Protest eine Waffe hätte tragen dürfen oder nicht. Gouverneur Tim Walz betonte immer wieder die Vereinbarkeit von Waffenrecht und Versammlungsrecht. Gerade die Republikaner sprechen sich sonst oft gegen eine Verschärfung des Waffenrechts aus.

Am Samstagmorgen war Pretti bei einem Einsatz von Bundesbeamten auf der Strasse erschossen worden. Die US-Regierung stellte das als Notwehr dar, Videomaterial erweckt einen anderen Eindruck. Trump hatte nach den Schüssen auf der Plattform Truth Social eine Waffe gepostet, die Pretti bei sich getragen haben soll. Die Aufklärung, die Bundesbehörden an sich gezogen haben, ist noch nicht abgeschlossen. Behörden des Bundesstaates Minnesota kritisierten, dass sie von den Ermittlungen ferngehalten würden.

Pretti soll sich nach Darstellung des Heimatschutzministeriums mit einer Halbautomatikpistole den Beamten genähert haben. Dass der Krankenpfleger diese in der Hand gehabt hatte, ist mit den vorliegenden Aufnahmen allerdings nicht zu belegen. In Iowa sagte Trump zu dem Einsatz der Bundesbeamten, keiner wisse, wann sie die Waffe gesehen hätten.

Bereits Anfang Januar war bei einem Einsatz von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis eine US-Bürgerin in ihrem Auto erschossen worden. Auch damals sprach die US-Regierung von Selbstverteidigung. Auch hier erweckt Videomaterial einen anderen Eindruck: Die kurz danach erschossene Renee Good lenkte ihren Wagen nicht wie von der Trump-Regierung behauptet auf die ICE-Beamten zu, sondern weg von ihnen. Trotzdem drückte einer von ihnen, Jonathan Ross, ab und schoss Good in den Kopf.

Die Einsätze der Bundesbeamten sind Teil der rigorosen Abschiebe-Politik der Trump-Regierung. Sie fahnden nach Ausländern, die sich ohne gültige Aufenthaltspapiere in den USA befinden sollen. Die US-Regierung spricht oft pauschal von Kriminellen.

In den USA ist es üblich, dass die Bürger Waffen tragen. Der 2. Zusatzartikel der US-Verfassung erlaubt den Besitz und das Tragen von Waffen. Im Bundesstaat Minnesota ist der Zugang zu Waffen strenger reguliert. (sda/dpa/con)

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12 Kommentare
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Thanos_was_right
28.01.2026 04:14registriert August 2023
Könnte mal jemand Trump ein paar Bilder vom 06.01.2021 zeigen, als protestierende das Capitol gestürmt haben, Waffen schwenkten und Polizisten massakriert haben! Gab es dafür nicht reichlich Applaus von ihm? Was ist mit den Begnadigung von ihm? Und dem zweiten Verfassungszusatz?/
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Squawk 7700
28.01.2026 04:16registriert Mai 2025
Ich dachte, Trump will dass die Bürger Waffen Tragen um sich vor Schiesswütigen Leuten zu schützen und jetzt soll man selber schuld sein, wenn man deswegen erschossen wird?

Trump kann keinen Meter denken.
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Barth Simpson
28.01.2026 04:27registriert August 2020
Sagt ausgerechnet der, der mit einem extrem liberalen Waffengesetz Wahlkampf betrieben hat. Das Opfer hatte offensichtlich eine Bewilligung für das Tragen dieser Waffe. Was ich bei vielen Waffennarren der USA, welche Trump verherrlichen, allerdings schwer bezweifeln möchte.
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