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Drohnen

Russland droht dem Baltikum wegen Drohnne aus der Ukraine

«Werden eine Antwort bekommen»: Russland droht mehreren Nato-Staaten

Immer mehr gerät auch das Baltikum ins Visier Russlands. Weil man vermutet, dass dort Hilfe für ukrainische Drohnen geleistet wird, kommt es zu Drohungen.
12.04.2026, 18:1712.04.2026, 18:17
Ein Artikel von
t-online

Russland hat seine Drohungen gegen die baltischen Staaten verschärft. Laut dem «Spiegel» verbindet Moskau die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Ölanlagen an der Ostsee mit dem Verdacht, dass Estland, Lettland und Litauen daran beteiligt sein könnten.

A student soldier of the Yatagan School for Unmanned Aerial Systems launches a training target drone during drills in the Kyiv region, Ukraine, Thursday, March 19, 2026. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Russ ...
Ein ukrainischer Soldat startet eine Drohne (Symbolbild): Nun droht Russland den baltischen Staaten.Bild: keystone

Im Fokus stehen wiederholte Angriffe auf die Exporthäfen Ust-Luga und Primorsk. Die Attacken haben nach russischer Darstellung Teile der Infrastruktur beschädigt und die Ölausfuhr beeinträchtigt. In politischen und militärischen Kreisen in Moskau wächst deshalb die Unruhe über die Reichweite und Präzision der ukrainischen Drohnen.

Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums reagierte darauf mit einer klaren Warnung an die baltischen Staaten. Russland habe sie «gewarnt», erklärte sie. Wörtlich sagte sie: «Sollten sie das nicht verstehen, werden sie eine Antwort bekommen.» Russische Medien interpretierten diese Aussage als «stilles Ultimatum».

Auch in kremlnahen Zeitungen und Kommentaren wurden konkrete Vorwürfe und Drohungen formuliert. Der «Moskauer Komsomolze» schrieb, die baltischen Staaten befänden sich bereits seit Jahren «in einem hybriden Krieg mit uns». Sollte Tallinn seinen Luftraum «dem Selenskyj-Regime» für dessen «terroristischen Krieg» zur Verfügung stellen, werde das Land «zum direkten Teilnehmer an den Kampfhandlungen» – «mit all den entsprechenden Konsequenzen».

«Kann die Bastarde nicht mit Höflichkeit besiegen»

Aus dem militärischen Umfeld kommen zusätzliche Drohkulissen. Der russische Militärexperte Wladimir Popow erklärte, aus der Exklave Kaliningrad heraus «können wir das gesamte Gebiet erreichen, wir kennen alle militärischen Standorte und Übungsplätze, wo jetzt auch Nato-Einheiten sind». Mit Blick auf mögliche Waffen sagte er zudem, die Balten fürchteten, dass Russland Oreschnik-Raketen dorthin schicken könne, «und das nicht umsonst».

Weitere Stimmen fordern ein deutlich härteres Vorgehen. Der Chef der Organisation «Offiziere Russlands» kritisierte: «Unsere Reaktionen darauf sind nicht ausreichend.» Er fragte: «Wo sind die Schläge auf die Knotenpunkte des ukrainischen Transports, warum wird die Logistik nicht vernichtet?» Die Fernsehmoderatorin Julia Witjasewa äusserte sich ähnlich und sagte: «Wir haben noch immer die weissen Handschuhe an und lassen uns von beispiellosem Humanismus leiten.» Sie fügte hinzu: «Man kann Bastarde nicht mit Höflichkeit besiegen. Man muss zuschlagen. Mit aller Wucht. Sumy, Charkiw, Kiew und sogar Odessa müssen sich buchstäblich in Asche verwandeln.»

Parallel dazu richtet sich der Blick verstärkt auf die estnische Grenzstadt Narva. In sozialen Netzwerken kursieren Darstellungen einer russischen «Volksrepublik Narva». Die Stadt liegt direkt an der russischen Grenze und hat eine grosse russischsprachige Bevölkerung. Experten sehen darin seit Langem einen möglichen Ansatzpunkt für politische Einflussnahme durch Moskau.

Verwendete Quellen:

(hkl)

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