Geheimdienst-Memo aufgetaucht: Tausende russische Drohnen für den Iran
Russland soll dem Iran umfangreiche Militärhilfe für den Krieg gegen die USA und ihre Verbündeten angeboten haben. Einem Bericht des «Economist» zufolge geht es um Tausende moderne Kampfdrohnen sowie um die Ausbildung iranischer Kräfte im Umgang mit den Systemen. Die Informationen sollen aus einem vertraulichen Dokument des russischen Militärgeheimdienstes GRU stammen. Unabhängig bestätigen lässt sich der Bericht nicht.
Wie der «Economist» schreibt, umfasst der Vorschlag die Lieferung von 5000 kurzreichweitigen Glasfaser-Drohnen sowie einer unbekannten Zahl satellitengesteuerter Drohnen mit Starlink-Terminals. Zudem habe Russland angeboten, iranisches Personal für den Einsatz beider Systeme auszubilden.
Russland erprobt angebotene Technik in der Ukraine
Besonders die Glasfaser-Drohnen gelten als schwer störbar. Anders als viele herkömmliche Drohnen kommunizieren sie nicht per Funk, sondern über ein dünnes Kabel aus Glasfaser, das während des Flugs abgewickelt wird. Dadurch sind sie deutlich weniger anfällig für elektronische Störmassnahmen. Russland setzt die Drohnen bereits im Krieg gegen die Ukraine ein.
Der «Economist» schreibt, bei dem Dokument handle es sich um einen zehnseitigen Vorschlag des russischen Militärgeheimdienstes GRU. Das Dokument enthalte mehrere technische Zeichnungen sowie Kartenmaterial mit Inseln vor der iranischen Küste. Nach Einschätzung des Magazins entstand der Plan in den ersten Wochen des Kriegs zwischen den USA und dem Iran. Damals habe in Moskau offenbar die Sorge bestanden, die Vereinigten Staaten könnten Bodentruppen entsenden oder wichtige iranische Energieanlagen angreifen.
Unklar bleibt jedoch, ob der Vorschlag tatsächlich an die iranische Führung übermittelt wurde. Auch gibt es bislang keine Belege dafür, dass Russland bereits entsprechende Drohnen an den Iran geliefert hat. Der Russland-Experte Christo Grozev sagte dem «Economist», das Dokument passe zu anderen Hinweisen auf eine engere militärische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran. Nach seiner Einschätzung sucht Russland zunehmend nach Wegen, den Iran im Konflikt mit den USA und Israel zu unterstützen.
Glasfaser-Drohnen sind schwer zu stören
Auch das Institute for the Study of War (ISW) sieht in dem Bericht Hinweise auf eine mögliche Ausweitung russischer Militärhilfe für den Iran. Die Denkfabrik warnt insbesondere vor einer weiteren Verbreitung sogenannter Glasfaser-Drohnen innerhalb des iranischen Einflussnetzwerks im Nahen Osten.
Nach Einschätzung des ISW haben mit dem Iran verbündete Milizen im Irak sowie die libanesische Hisbollah solche Systeme bereits eingesetzt. Im April 2026 sollen mutmasslich proiranische irakische Gruppen mit Glasfaser-Drohnen Angriffe auf kuwaitische Grenzposten durchgeführt haben. Die Hisbollah wiederum habe seit März mehrfach israelische Stellungen im Norden Israels und im Südlibanon mit entsprechenden Drohnen attackiert.
Die Analysten des ISW gehen davon aus, dass Russland die Technologie ursprünglich an den Iran weitergegeben haben könnte. Von dort sei sie möglicherweise an verbündete Gruppen im sogenannten «Widerstandsnetzwerk» weiterverbreitet worden.
Kooperation zwischen Russland und Iran läuft seit Jahren
Sollte Russland nun tatsächlich grössere Mengen dieser Drohnen liefern, könnte das nach Einschätzung westlicher Beobachter die militärischen Fähigkeiten iranischer Verbündeter deutlich stärken. Besonders für US-Streitkräfte und deren Partner im Nahen Osten würde die Bedrohung durch schwer abfangbare Drohnenangriffe weiter steigen.
Die mutmasslichen Lieferpläne würden zudem die wachsende militärische Kooperation zwischen Russland und dem Iran unterstreichen. Beide Staaten haben ihre Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Teheran liefert seit Jahren sogenannte Kamikaze-Drohnen an Russland, die von Russland basierten «Geran»-Drohnen basieren ausserdem auf dem iranischen Modell «Shahed».

