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Feuerhölle von London: Mutter filmte live aus brennendem Tower ++ Dutzende Tote befürchtet

Über 24 Stunden nach Ausbruch des Feuers brennt der Grenfell Tower noch immer. Eine der vermissten Personen hat live auf Facebook übertragen, wie sie in der Wohnung feststeckt. Experten kritisieren derweil den laschen Brandschutz immer heftiger. 



Was wir wissen und was nicht:

Die Flammen lodern auch über 24 Stunden nach Ausbruch des Feuers im 27-stöckigen Grenfell Tower. Die schlimmste Brandkatastrophe in England seit Jahrzehnten hat bislang offiziell 12 Todesopfer gefordert, 78 Personen befinden sich im Spital. Doch die Zahl könnte noch dramatisch ansteigen. Laut Daily Mail werden bis zu 100 Tote befürchtet. Der Londoner Polizeichef Stuart Cundy sagte, dass die Einsatzkräfte derzeit das ganze Gebäude nach Opfern durchkämmten. Es gebe keine Hoffnung mehr auf Überlebende. «Aus den oberen Stockwerken ist niemand lebend herausgekommen», sagte ein erschütterter Bewohner. 

Mutter streamte live auf Facebook aus dem Tower

Eine der vermissten Personen ist Rania Ibrham. Die 30-jährige hat während des Infernos live auf Facebook übertragen, wie sie mit ihren zwei kleinen Kindern im 24. Stock feststeckt. «Hello, hello!»: Auf dem Video ist zu sehen, wie sie nach Hilfe ruft.

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«Oh mein Gott»: Das Video des Facebook-Streams.  Video: YouTube/PoliticsRevampedTV

«Oh mein Gott, wie kommen wir hier nur raus». Dann macht sie die Wohnungstüre auf und blickt in den völlig verrauchten Gang. Dort rennen Nachbarn um ihr Leben. Danach geht sie wieder in die Wohnung und schaut zum Fenster raus. Dort sieht sie, wie erste Feuerwehrautos mit Blaulicht anrücken. 

«Oh mein Gott, wie kommen wir hier nur raus?»

Dann bricht die Übertragung ab. Ein Bekannter sagte zur Daily Mail, dass Ranja noch zu Nachbarn im 23. Stock flüchten konnte. «Seither haben wir nichts mehr von  gehört.» Einen anderen Freund habe sie um 2.45 Uhr in der Nacht eine Snapchat-Nachricht geschickt. «Bitte vergebt mir alle, goodbye», lautete ihre letzte Botschaft. 

Weitere Augenzeugen berichteten von Bewohnern des Hochhauses, die in die Tiefe gesprungen oder gefallen seien.Andere erzählten, dass Eltern – von Flammen umzingelt – ihre Kinder in die Tiefe geworfen hätten. Ein Baby soll auf diese Weise gerettet worden sein.

Lob für helfende Muslime

Weil sie wegen des Ramadan in der Nacht noch wach waren, haben viele muslimisch gläubige Bewohner den Brand vor ihren schlafenden Nachbarn bemerkt. Sie machten sie auf das Feuer aufmerksam und retteten ihnen damit vermutlich das Leben. Das berichtet die britische Zeitung "Independent".

Brandschutz wie in der «dritten Welt»

Parts of the building still burn hours after a deadly blaze at a high rise apartment block in London, Wednesday, June 14, 2017. Fire swept through a high-rise apartment building in west London early Wednesday, killing an unknown number of people with around 50 people being taken to hospital. (AP Photo/Alastair Grant)

War die Aussenhülle der Auslöser der Brandbeschleuniger des Infernos?.  Bild: AP/KEYSTONE

Die Ursache des Brandes im Londoner Hochhaus Grenfell Tower ist zwar noch unbekannt. Aber die Kritik an den vorhandenen Brandschutzmassnahmen wird lauter. Bewohner des Hauses berichteten in britischen Medien, es habe in dem Haus keinen Feueralarm gegeben. Die britische Feuerschutzvereinigung (FPA) schrieb in einer Stellungnahme, dass einige Dämmmaterialien in Gebäuden grundsätzlich zu leicht entflammbar seien.

Dadurch könne ein Brand vom Erdgeschoss eines Hochhauses schnell bis zum Dach übergreifen. Einen scharfen Ton schlägt der britische Brandschutz-Experte Jon Hall an. Er nannte den Brand im Grenfell Tower einen Unfall, wie er normalerweise nur in der Dritten Welt vorkomme. «Alle Bestandteile der Feuersicherheit und des Gebäudemanagements» haben offenbar versagt, vermutete er auf Twitter. (amü/sda)

Die Frontseiten der englischen Zeitungen

Die englischen Blätter sind für ihre markanten Titelseiten bekannt. Hier ein Blick auf die Donnerstagsausgabe der wichtigsten Zeitungen: 

The Sun: «Sie sagten, es sei sicher»

Guardian: «Die Warnungen wurden ignoriert»

Daily Mail: «Wie zur Hölle konnte das passieren?»

Times: «Katastrophe in 15 Minuten»

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