Epstein-Akten: Andrew schmiedete Dinner-Pläne im Palast
Der tief in den Epstein-Skandal verwickelte britische Ex-Prinz Andrew (65) soll den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gemeinsam mit einer Frau aus Rumänien zum Abendessen in den Buckingham Palace eingeladen haben. Neu veröffentlichte Mails in dem Fall legen der Nachrichtenagentur PA zufolge nahe, dass die Einladung im September 2010 ausgesprochen wurde. Die Frau soll Teil einer Gruppe gewesen sein, die Epstein in London begleitet habe.
Epsteins Begleitung sollte «Leben in die Bude» bringen
Vor dem Treffen hatte Epstein Andrew demnach geschrieben, um eine Zeit für das gemeinsame Abendessen zu vereinbaren. Darauf soll Andrew geantwortet haben: «Grossartig! Wo willst du hingehen – in den Buckingham Palace oder in einen privaten Raum oder ein Restaurant?» Später soll Epstein Andrew geschrieben haben: «Ich möchte Zeit mit dir allein verbringen, aber ich bin hier mit (Namen geschwärzt). Soll ich sie alle mitbringen, um etwas Leben in die Bude zu bringen?» Andrew soll das bejaht haben. Ausserdem soll Epstein geschrieben haben: «Bringe noch eine Rumänin (Name geschwärzt) mit, sehr süss.»
Über die weiteren Pläne, anwesenden Personen und den Verlauf des Abends gibt es laut PA keine Angaben. Am nächsten Tag soll Epstein aber an Andrew geschrieben haben: «Hat viel Spass gemacht, später mehr.» Den Angaben zufolge soll der US-Geschäftsmann der Frau zudem gesagt haben, Andrew habe sie «schön» gefunden.
War Andrew Stargast bei einer Promi-Party von Epstein in New York?
Im Dezember darauf soll Andrew der BBC zufolge Stargast einer ausgelassenen Promi-Party in Epsteins Stadthaus in New York gewesen sein – laut dem Sender das letzte bekannte persönliche Treffen der beiden. Doch der Kontakt sei damit entgegen früherer Angaben Andrews nicht beendet gewesen. Noch im selben Monat habe sich Andrew demnach bei Epstein gemeldet, um seiner «US-Familie» Weihnachtsgrüsse zu übermitteln. Er soll geschrieben haben: «Freue mich, euch alle bald wiederzusehen.»
Der jüngere Bruder von König Charles III., der als Bürgerlicher nur noch Andrew Mountbatten-Windsor heisst, pflegte eine enge Freundschaft mit Epstein. Andrew hat die Vorwürfe, in die Machenschaften des Sexualstraftäters verwickelt zu sein und sich selbst des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht zu haben, immer zurückgewiesen. Wegen seiner Verbindung zu Epstein musste er alle Ehren und Titel abgeben und zuletzt auch aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen. (sda/dpa)
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