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Fico droht mit Anschluss an Orbáns Blockade von EU-Hilfen für Ukraine

Hungary's Prime Minister Viktor Orban, right, speaks with Slovakia's Prime Minister Robert Fico during a round table meeting for the EU summit at Alden Biesen Castle in Bilzen-Hoeselt, Belgi ...
Der slowakische Premier Robert Fico (l.) spricht am Rande eines EU-Treffens in Alden Biesen mit Viktor Orbán: Ungarns Ministerpräsident blockiert EU-Hilfen für die Ukraine bereits. (Archivbild)Bild: keystone

Ukraine: Slowakei droht mit Anschluss an Orbáns Blockade von EU-Hilfen

Der ungarische Premier Orbán blockiert Ukraine-Hilfen der EU. Sein slowakischer Amtskollege Fico glaubt: Orbán hat recht. Die Slowakei könnte sich der Blockade anschliessen.
22.03.2026, 14:3122.03.2026, 14:31
Simon Cleven / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die Slowakei hat mit einer Blockade weiterer EU-Hilfen für die Ukraine gedroht. Ministerpräsident Robert Fico stellte in Aussicht, dass sich Bratislava der ungarischen Blockade künftig anschliessen könnte. Das berichtet das slowakische Portal «Aktuality».

Hintergrund ist ein von Ungarns Regierungschef Viktor Orbán blockierter EU-Kredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro. Fico verteidigte Orbáns Kurs demnach ausdrücklich und erklärte, dieser liege politisch richtig. Zugleich warf er dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor, die Europäische Union nicht bestimmen zu können.

Fico lehnt Treffen mit Selenskyj ab

Fico nannte allerdings keine konkreten Bedingungen dafür, wann die Slowakei eine Blockade der Ukraine-Hilfen tatsächlich mittragen würde. Er wiederholte vielmehr seine Kritik an der Unterbrechung russischer Öllieferungen über die Druschba-Pipeline. Diese sei politisch motiviert und Ausdruck von Feindseligkeit gegenüber Russland, sagte er. Auch eine Reise in die Ukraine lehnte Fico erneut ab. Ein Treffen mit Selenskyj in Kiew komme für ihn nicht infrage, weil er sich nach eigenen Worten nicht in Gefahr bringen wolle.

Slovakian Prime Minister Robert Fico speaks during a media conference, regarding Ukraine's decision to halt Russian gas supplies to Europe, at the Slovakian Representation in Brussels, Thursday,  ...
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico spricht während einer Medienkonferenz in der slowakischen Vertretung in Brüssel. (Archivbild)Bild: keystone

Merz: «Das wird tiefe Spuren hinterlassen»

Der ungarische Ministerpräsident hatte eine baldige Auszahlung von Milliardensummen an die Ukraine durch seinen Widerstand auf dem EU-Gipfel in Brüssel verhindert. Trotz des Drucks der EU-Kollegen hielt der Rechtsnationalist an seinem Nein zu dem schon längst beschlossenen Ukraine-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro fest.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nannte Orbáns Haltung in der Nacht zu Freitag einen «groben Verstoss gegen die Loyalität der Mitgliedstaaten» und erwartete Konsequenzen. Der jüngste Streit mit Orbán habe viele EU-Gipfelteilnehmer «zutiefst verärgert», sagte Merz. Dessen Haltung schade der Handlungsfähigkeit und dem Ansehen der EU. «Das wird nach meiner festen Überzeugung tiefe Spuren hinterlassen», fügte er hinzu. Orbáns Verhalten werde «Konsequenzen haben, die weit über dieses einzelne Ereignis hinausreichen», mahnte Merz.

Orbán habe vermutlich «innenpolitische Gründe», die Auszahlung zu blockieren, sagte Merz mit Blick auf die am 12. April anstehende Wahl in Ungarn. Falls der Langzeit-Regierungschef Orbán die Wahl verliert, könnte dies sein letzter EU-Gipfel in Brüssel gewesen sein.

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Die beliebtesten Kommentare
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sinkflug
22.03.2026 14:43registriert Juli 2020
Stehen Fico und Orbán eigentlich auf Putins Lohnliste?
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Eckhardt
22.03.2026 15:33registriert Juni 2024
Dann sind es eben zwei, die sanktioniert werden müssen.
Die beiden Regierungschefs glauben tatsächlich, dass sie von der EU unterstützt werden sollen (Slowakei erhält insgesamt rund 24 Mia Gelder von 21-27), und gleichzeitig der EU drohen können.
Dass die EU Russland und Putins Krieg gegen die Ukraine auf diese Weise mitfinanzieren sollen..
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Lou Disastro
22.03.2026 15:33registriert August 2020
Okay neuer Deal: Krim und Donbass wieder an die Ukraine, welche EU-Mitglied wird, Russen raus. Im Tausch dazu: Slowakei und Ungarn an Russland. Dann Frieden. Klingt das gut?
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