International
EU

Reparieren statt Wegwerfen: EU beschliesst «Recht auf Reparatur»

iPhone 14, geöffnet bei Teardown durch iFixit.
Konsumenten in der EU sollen Produkte künftig leichter reparieren lassen können.Bild: iFixit

Reparieren statt Wegwerfen: EU beschliesst «Recht auf Reparatur»

21.11.2023, 15:0621.11.2023, 15:06

Konsumentinnen und Konsumenten in der EU sollen nach dem Willen des Europaparlaments Produkte künftig leichter reparieren lassen können. Damit soll der Konsum der Europäerinnen und Europäer nachhaltiger werden, teilte das Parlament am Dienstag mit.

Die Abgeordneten stimmten in Strassburg für eine gemeinsame Position zum «Recht auf Reparatur». Demnach könnten Hersteller verpflichtet werden, bestimmte Produkte wie Waschmaschinen, Staubsauger, Smartphones oder Fahrräder unter Umständen auch dann zu reparieren, wenn sie nicht mehr unter die gesetzliche Garantie fallen.

Auch während der Garantiezeit kämen Verkäufer nur dann um eine Reparatur herum, wenn sie teurer als ein Neukauf, nicht möglich oder für die Verbraucher ungünstig wäre. Ausserdem soll die gesetzliche Garantie dem Vorschlag zufolge um ein Jahr verlängert werden, falls ein Produkt repariert wurde. «Die Leute wollen die Lebensdauer ihrer Geräte verlängern, aber das ist oft zu kostspielig oder schwierig», sagte der verbraucherschutzpolitische Sprecher der Europa-SPD, René Repasi. Ein besonderer Schwerpunkt liege dabei auf der Unterstützung unabhängiger Werkstätten und auf finanziellen Anreizen.

Grundlage für die neuen Regeln ist ein Vorschlag der Europäischen Kommission vom März. Nach Angaben der Brüsseler Behörde verlieren Verbraucher nicht nur viel Geld, wenn sie sich für einen Austausch statt für eine Reparatur entscheiden. Darüber hinaus verursache die vorzeitige Entsorgung noch gebrauchsfähiger Produkte hohe Treibhausgasemissionen und jährlich mehr als 30 Millionen Tonnen Müll. Nun müssen Parlament und die ebenfalls an der Gesetzgebung beteiligten EU-Staaten gemeinsam endgültige Vorgaben verhandeln. (sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Nach Vergewaltigungsvorwürfen: Cornell-Präsident bricht sein Schweigen
Schwere Vergewaltigungsvorwürfe gegen mehrere Studenten bringen die renommierte Cornell University zunehmend unter Druck. Nun hat sich Universitätspräsident Michael Kotlikoff erstmals persönlich zum Fall geäussert und eine unabhängige Untersuchung angekündigt.
Im Zentrum steht eine Studentin, die angibt, im Oktober 2024 in einem Verbindungshaus von mehreren Männern vergewaltigt worden zu sein. Der Fall wird derzeit neu aufgerollt. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James hat die strafrechtlichen Ermittlungen übernommen.
Zur Story