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Du willst dein Handy lange nutzen? Dann solltest du diese Grafik kennen

Google Pixel 8 Pro und Fairphone 5: Das Pixel 8 Pro mit Android 14 erhält 7 Jahre, das Fairphone 5 gar 8 Jahre Software-Updates.
Google und Fairphone liefern besonders lange Updates, andere Hersteller fallen deutlich ab.Bild: watson

Du willst dein Smartphone möglichst lange nutzen? Dann solltest du diese Grafik kennen

Die grossen Smartphone-Hersteller liefern sich ein Wettrennen um die längste Update-Dauer. Diese Grafik zeigt auf einen Blick, wer die Nase vorn hat.
01.11.2023, 11:24
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Fünf Jahre bei Samsung. Sieben Jahre bei Google. Gar acht bis zehn Jahre bei Fairphone. Die Smartphone-Hersteller überbieten sich mit immer längeren Software-Updates.

Lange hatte in diesem Wettbewerb Apple mit fünf bis sechs Jahren iOS-Updates die Nase vorn. Nun aber macht Android-Entwickler Google Ernst und verspricht für seine neuste Pixel-Generation je sieben Jahre Android- und Sicherheits-Updates – eine längere Update-Garantie gibt kein anderer grosser Hersteller. Damit die Smartphones tatsächlich sieben Jahre oder länger genutzt werden können, verspricht Google neu, auch sieben Jahre lang Ersatzteile wie Akkus und Displays bereitzustellen.

Auch Samsung hat seinen Software-Support in den letzten Jahren bei vielen Modellen auf vier bis fünf Jahre ausgeweitet. Dies setzt andere Android-Hersteller unter Zugzwang, ihre teils lausige Update-Garantie ebenfalls zu verlängern. Davon profitieren Konsumenten, die ihre Geräte länger nutzen können, und die Umwelt, sofern dadurch der Elektroschrott reduziert wird.

Die folgende Grafik zeigt die Update-Dauer der beliebtesten Smartphone-Marken in der Schweiz. Bei den meisten Herstellern erhalten nur teurere Modelle die maximale Update-Dauer.

Maximale Update-Dauer der wichtigsten Smartphone-Hersteller

So lange erhalten die Smartphones von Apple, Samsung, Google, Fairphone, Xiaomi, Oppo und Co. Updates.
Bild: watson

Die Grafik zeigt es: Mehrere führende Hersteller haben ihren Software-Support zuletzt verbessert. Noch viel zu oft kommen aber nur teure Modelle in den Genuss ausgedehnter Updates.

Wer ein günstiges und technisch völlig ausreichendes Android-Smartphone kauft, muss meist auf eine mehrjährige Update-Garantie verzichten. Dass die Situation trotzdem längst nicht mehr so düster wie noch vor einigen Jahren aussieht, liegt nicht zuletzt dran, dass Google eingesprungen ist und immer mehr wichtige System-Updates unabhängig von den Geräte-Herstellern selbst ausliefert (siehe Infobox am Ende des Artikels).

Wichtig ist auch, wie schnell und zuverlässig die Updates kommen. Apple und Google haben als Betriebssystem-Hersteller einen natürlichen Vorteil. Unter den Android-Herstellern ist Samsung für zuverlässige Updates bekannt. Kleine Hersteller wie Fairphone hinken oft hinterher. Fairphone-5-Nutzer erhalten zwar voraussichtlich am längsten Updates (von 2023 bis 2033), neue Android-Versionen liessen aber in der Vergangenheit teils lange auf sich warten.

Warum die Hersteller länger Updates liefern

Die Hersteller wissen, dass vor allem Budget-Modelle oft nur ein, zwei Jahre genutzt werden. Entsprechend hatten sie bislang wenig Anreize, auch günstige Handys lange mit Software-Updates aktuell zu halten.

Letztlich ist es aber auch im Interesse der Hersteller, ihre Geräte möglichst lang mit Updates zu versorgen. Da inzwischen selbst Budget-Handys genug schnell sind und eine ausreichend gute Kamera haben, ist eine langfristige Update-Garantie eine der letzten Möglichkeiten, sich von den Rivalen abzuheben.

Apple hat schon vor Jahren realisiert, dass es seine User mit einem guten Software-Support für viele Jahre an sich binden kann. Umgekehrt riskieren Hersteller, die ihre Geräte nur kurzfristig mit Updates versorgen, die Kunden nach ein, zwei Jahren bereits wieder an eine andere Marke zu verlieren. Dies dürfte auch einer der Gründe sein, warum Google seine Android-Update-Garantie von drei auf sieben Jahre ausgedehnt hat. Das erhöht die Chance, zufriedene Nutzerinnen und Nutzer für viele Jahre an die Marke Google und somit Android zu binden.

Dazu kommt: Die Taktik, Konsumenten mit schlechtem Software-Support möglichst rasch zum Kauf neuer Geräte zu animieren, hat je länger je mehr ausgedient. Die EU will die Hersteller künftig verpflichten, Smartphones fünf Jahre mit Updates zu versorgen und ebenso lang Ersatzteile für die Reparatur bereitzustellen. Wenn die Hersteller sich also laufend mit neuen Update-Garantien überbieten, passen sie sich schlicht der kommenden Realität an.

Gut zu wissen
Der Software-Support ist teils besser, als es die Grafik in diesem Artikel zeigt. Der Grund: Google und Apple versorgen ihre Betriebssysteme Android und iOS auch nach dem letzten Betriebssystem-Update für mehrere Jahre weiter mit einem reduzierten Software-Support.

Google liefert zudem immer mehr sicherheitsrelevante System-Updates an den Smartphone-Herstellern vorbei direkt über den Google Play Store aus. Wichtige System-Komponenten wie der Browser werden so über das Support-Ende des Geräte-Herstellers hinaus mit neuen Funktionen versorgt und sicher gehalten. Dies ist zentral, da viele Angriffe gegen Smartphones über Browser-Lücken erfolgen. Ferner werden via Play Store sämtliche Apps noch Jahre nach dem offiziellen Support-Ende des Geräte-Herstellers mit neuen Funktionen versorgt.

Das heisst: Ein Android-Gerät, das offiziell vom Hersteller nur drei Jahre Updates erhält, wird dank Google auch nach über fünf Jahren noch gewisse – nicht alle – Funktions- und Sicherheits-Updates erhalten. Viele dieser Updates sind für die User unsichtbar, erhöhen aber im Hintergrund die Systemsicherheit. Ähnlich geht Apple vor, das bei veralteten iOS-Versionen ebenfalls die wichtigsten, aber nicht alle, Sicherheitslücken schliesst.

Dieser reduzierte Software-Support für veraltete Betriebssystem-Versionen von Google und Apple löst also nicht alle Probleme. Die Erfahrung zeigt aber, dass zumindest grosse Hersteller wie Apple und Samsung bei extrem gravierenden Sicherheitslücken auch Notfall-Updates für Modelle bereitstellen, die eigentlich seit vielen Jahren keine Updates mehr erhalten.

(oli)
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Beispielfotos mit dem Pixel 8 Pro: Das kann die Handy-Kamera
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quelle: watson
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78 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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cheeky Badger
01.11.2023 12:05registriert Juli 2015
Ich kaufe mir jeweils ein iphone. Das reicht mir dann für ca 3 bis 4 jahre. Dann verkaufe den Knochen auf Ricardo, dafür gibts immer eine gewisse Nachfrage. Dadurch wird es noch weiter benutzt und landet nicht in einer Schublade.
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dieBied
01.11.2023 12:44registriert Mai 2017
Da müsste man doch aber auch die Reparierbarkeit noch miteinbeziehen, nicht? Und da wäre Apple dann eher weiter unten angesiedelt...
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Geri Gagarin
01.11.2023 12:24registriert Februar 2023
Benutze noch ein iPhone SE von 2016 funktioniert noch einwandfrei
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