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Macron fordert nichts weniger als die «Wiedergeburt Europas»



Der französische Präsident Emanuel Macron hat in einer engagierten Rede vor dem EU-Parlament eine «Wiedergeburt Europas» und ein Schliessen der Kluft zwischen Nord- und Südeuropa gefordert. Er bezeichnete die europäische Demokratie als «unsere Trumpfkarte». Der grösste Fehler wäre es, dieses Modell preiszugeben.

«Wenn wir uns nicht klar zu Demokratie mit allen Facetten in Europa bekennen, sind wir auf dem Holzweg.»

Denn «nicht nur Geld oder ein Vertrag» verbinde Europa, sondern «ein Zusammengehörigkeitsgefühl, eine Kultur», betonte Macron am Dienstag in Strassburg.

epa06674176 French President Emmanuel Macron moments before delivering a speech at the European Parliament in Strasbourg, France, 17 April 2018. Macron is in Strasbourg to debate the future of the European Union with the Members of Parliament.  EPA/PATRICK SEEGER

Der französische Präsident Emanuel Macron bei seiner engagierten Rede vor dem EU-Parlament am Dienstag in Strassburg. Bild: EPA/EPA

Entschieden wandte sich Macron gegen ein Europa, in dem nationale Egoismen zurückkommen. «Die illiberale Faszination wird von Tag zu Tag grösser». Aber «wenn wir uns nicht klar zu Demokratie mit allen Facetten in Europa bekennen, sind wir auf dem Holzweg», sagte er.

«Gegenüber einer autoritären Grundeinstellung überall ist die Antwort nicht die autoritäre Demokratie, sondern die Autorität durch Demokratie»

Es müsse eine «neue europäische Souveränität aufgebaut werden, die den Bürgern klare, entschlossene Antworten bietet. Damit klar wird, dass wir sie schützen können gegenüber der Unordnung der Welt». Es «sollte nicht die todbringende Illusion hier greifen, die unseren Kontinent in den Abgrund stürzt», sagte Macron weiter.

Gegenüber einer «autoritären Grundeinstellung überall» sei die Antwort «nicht die autoritäre Demokratie, sondern die Autorität durch Demokratie».

Gerade im Vorfeld der anstehenden EU-Wahlen nächstes Jahr sei es wichtig, die Werte hochzuhalten. Er wolle nicht, dass die Illusion der Gewalt mit einem Verzicht auf Freiheit verbunden sich breit mache, denn das wäre ein «Europa, in dem die Demokratie zur Ohnmacht verurteilt» werde. Notwendig sei natürlich aber auch eine kritische Debatte über Europa. (whr/sda/apa)

Mehr Europa und weniger Beamte – das hat Macron mit Frankreich vor

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 17.04.2018 19:15
    Highlight Highlight Macron fordert nichts weniger als die «Wiedergeburt Europas»

    Ist Macron Hindu?
  • fischbrot 17.04.2018 13:23
    Highlight Highlight "...fordert nicht* weniger..."
  • Dong 17.04.2018 13:11
    Highlight Highlight Wenn denen die Demokratie am Herzen läge, könnten sie bei sich zuhause ja bspw. Volksabstimmungen einführen.
    Tun sie aber nicht, etwas mehr Bescheidenheit wäre also angemessen.
    • TheRealSnakePlissken 17.04.2018 15:51
      Highlight Highlight Fetisch "Volksabstimmung" - als ob es keine gut funktionierenden rein repräsentativen Demokratien gäbe. In GB hat man es ja versucht mit der Brexit-Abstimmung und das Land tief gespalten.
    • Dong 18.04.2018 09:26
      Highlight Highlight So hab ich das auch nicht gemeint. DE funktioniert - wenigstens wirtschaftlich - extrem gut, die GroKo hingegen macht (by Design) den Bundestag zur Alibiübung, entschieden wird da letztlich in den Parteizentralen.
      Abgesehen davon hast du natürlich recht, das Volk kann auch irren, wem sagst du das. Trotzdem halte ich Abstimmungen für ein gutes Mittel, Politiker und Volk zu synchronisieren.
      Wo ich halt kratzbürstig werde, ist, wenn Leute, wenngleich gewählt, die Bodenhaftung verlieren: "Autorität durch Demokratie", das könnte auch von Erdi stammen.
    • TheRealSnakePlissken 18.04.2018 13:41
      Highlight Highlight Sicher, die Position des französischen Präsidenten ist sehr stark per definitionem. Frankreich war mal das bevölkerungsreichste Land Europas mit entsprechendem Machtanspruch und Weltsendungsbewusstein. Passt auch , dass F zentralistisch organisiert ist mit allen Vor- und Nachteilen. Innenpolitisch m.E. eher nachteilig (schwache Stellung der Regionen, KMU sind benachteiligt gegenüber Konzernen, totale Paris-Dominanz im medialen Bereich) aber aussenpolitisch kann rasch gehandelt werden und F spricht mit einer Stimme und nicht wie in D: kaum schaut Mutti Merkel nicht zum Rechten, tönt jeder rum
  • TheRealSnakePlissken 17.04.2018 13:00
    Highlight Highlight Und die Schweiz glänzt bei all dem durch Abwesenheit. Dabei wäre jetzt angesagt, den Karren Europa GEMEINSAM aus dem Dreck zu ziehen, statt sich vor Trump, Putin und Co. wegzuducken.
    • Ökonometriker 17.04.2018 14:44
      Highlight Highlight Die Schweiz wäre bei Europa wohl schon dabei - wenn die mal eine echte Demokratie, mit Initiative und Referendum, einführen würden.
    • Saraina 17.04.2018 21:51
      Highlight Highlight Damit Europa lahmgelegt wird, mit unsinnigen "denen da oben zeigen wir's jetzt mal" Initiativen? Bürger, die über Referenden abstimmen obwohl sie null Ahnung von der Materie, aber eine simple Meinung haben? Lieber nicht.
    • Ökonometriker 18.04.2018 07:34
      Highlight Highlight @Saraina: im Parlament sitzen sehr wenige Ökonomen - Juristen und Bauern entscheiden über die Wirtschaft unserer Nation. Die machen es nicht besser als der Durchschnittsbürger. Nur haben
      Parlamentarier als Teil der Elite auch die Interessen der Elite und werden von zudem von Lobbies beeinflusst.
  • aglio e olio 17.04.2018 12:52
    Highlight Highlight "Entschieden wandte sich Macron gegen ein Europa, in dem nationale Egoismen zurückkommen. «Die illiberale Faszination wird von Tag zu Tag grösser». Aber «wenn wir uns nicht klar zu Demokratie mit allen Facetten in Europa bekennen, sind wir auf dem Holzweg», sagte er."

    Aha, aber wiederholte völkerrechtswidrige Angriffe (fehlendes UN Mandat),aktuell quasi im Alleingang mit GB und USA, sind keine nationalen Egoismen? Ich finde es widersprüchlich.
    • TheRealSnakePlissken 17.04.2018 15:46
      Highlight Highlight Wenn das mit den Putin-Trollen hier nicht bald aufhört, muss ich mich leider von Watson verabschieden.
    • aglio e olio 17.04.2018 16:53
      Highlight Highlight TheReal..., Pro Völkerrecht=Putin Troll? 😐
      Sorry, ich glaube dir fehlt die Grauzone.

«Wollte ihm in den Arsch treten» – Churchills Enkel rechnet mit Boris Johnson und Co. ab

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