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FILE - In this Nov. 2, 2018 file photo, a video image of Hatice Cengiz, fiancee of slain Saudi journalist Jamal Khashoggi, is played during an event to remember Khashoggi,  in Washington. Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman’s first trip abroad since the killing of Khashoggi will offer an early indication of whether he will face any repercussions. The prince is visiting close allies in the Middle East before attending the Group of 20 Summit in Argentina, where he will come face to face with Trump, who appears keen to preserve their friendship, as well as European leaders and Turkey’s president, who has stepped up pressure on the kingdom. (AP Photo/J. Scott Applewhite, File)

Unter immensem internationalen Druck auf Saudi-Arabien gab die autokratische Regierung erst viel später den Tod des «Washington Post»-Kolumnisten zu. Bild: AP/AP

CIA-Infos stützen mögliche Schuld bin Salmans im Fall Kashoggi



Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat einem US-Medienbericht zufolge mehrere Nachrichten an einen engen Vertrauten geschickt, der das Killerkommando für den Journalisten Jamal Khashoggi gesteuert hat. Das berichtete das «Wall Street Journal» am Samstag unter Berufung auf CIA-Dokumente.

Konkret gehe es um mindestens elf Nachrichten, die der Kronprinz in den Stunden vor und nach dem Mord an Khashoggi im Oktober an seinen persönlichen Berater Saud al-Kahtani geschickt habe. Ihr Inhalt sei der CIA nicht bekannt. In welcher Form sie gesendet wurden, gehe aus den Dokumenten nicht hervor.

Der US-Auslandsgeheimdienst sei in den bislang nicht veröffentlichten Dokumenten mit «mittlerer bis hoher» Sicherheit zu der Einschätzung gelangt, dass der saudische Kronprinz Khashoggis Tod «wahrscheinlich angeordnet» habe. «Um es klar zu sagen, uns fehlen direkte Belege, dass der Kronprinz einen Tötungsbefehl erteilt hat», zitierte die Zeitung weiter.

In den Dokumenten heisse es zu Khashoggi ausserdem: «Wir könnten ihn möglicherweise auch ausserhalb Saudi-Arabiens locken (...)». Ob diese Äusserungen vom August 2017 direkt vom saudischen Thronfolger stammen oder von einem Dritten zitiert worden waren, sei aber nach den Auszügen, die dem «Wall Street Journal» vorliegen, unklar.

Im Konsulat umgebracht

Der im Exil lebende saudische Regimekritiker Khashoggi wurde Anfang Oktober im Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul umgebracht, in dem er Dokumente für seine Hochzeit abholen wollte. Unter immensem internationalen Druck auf Saudi-Arabien gab die autokratische Regierung erst viel später den Tod des «Washington Post»-Kolumnisten zu.

Riad beschuldigte aber hochrangige Regierungsmitarbeiter der Tat und versicherte, diese hätten nicht auf Befehl des Kronprinzen oder des Königs gehandelt. Diese Version wurde international als wenig glaubwürdig angezweifelt.

Das nach Istanbul geschickte Killerkommando bestand aus Personen, die dem engsten Sicherheitszirkel um den Prinzen zugeordnet werden. «Wir bewerten es als sehr unwahrscheinlich, dass dieses Team (...) die Operation ohne die Autorisierung von Mohammed bin Salman durchgeführt hat», zitiert das «Wall Street Journal» aus den CIA-Dokumenten.

Al-Kahtani war in der Nacht gefeuert worden, in der Riad den Tod des Journalisten eingeräumt hatte. Er gehört zu den 17 ehemaligen saudischen Regierungsmitarbeitern, gegen die Washington Sanktionen erhoben hat. Unter ihnen sind auch jene, die schon von der Regierung in Riad als Schuldige dargestellt oder mit der Tat in Verbindung gebracht wurden. (viw/sda/dpa)

Fall Khashoggi: ein Mord mit politischen Konsequenzen

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • Linus Luchs 01.12.2018 18:41
    Highlight Highlight Die US-Regierung hat gerade vor wenigen Tagen einem Waffengeschäft mit Saudi-Arabien über 13 Milliarden Euro zugestimmt.* Mord an Kashoggi? Verhungernde Kinder im Jemen? CIA-Bericht? Von solchen Nebensächlichkeiten lassen sich Trump und die Rüstungsindustrie nicht irritieren.

    * http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-billigen-raketenverkauf-an-saudi-arabien-in-milliardenhoehe-a-1241035.html
  • My Senf 01.12.2018 15:10
    Highlight Highlight Und in Buenos Aires werden schön Pfötchen (blutige) geschüttelt
  • N. Y. P. 01.12.2018 14:31
    Highlight Highlight Die Indizienkette ist erdrückend.

    Der Prinz hat nicht nur den Mordauftrag erteilt, er war auch in ständigem Kontakt mit seinen Agenten.

    @Donald, was meinst Du ?

    Vielleicht hat er es gewusst, vielleicht auch nicht. Am besten bleibst Du bei Deiner Version.

    Und noch was, Donald. Die CIA hat Dir gerade ordentlich in die Suppe gespuckt.
    • swisskiss 01.12.2018 15:09
      Highlight Highlight N. Y. P.: Das wirklich Skandalöse ist der Fakt, dass die CIA schon vor dem Tod Kashoggis Hinweise hatte, dass die Saudis eine etwas vorbereiten.

      Kein sauberes Spiel der US Geheimdienste.
      Es könnte fast der Verdacht aufkommen, dass man MBS mit Absicht in eine Falle laufen liess.

      Da wäre die Rolle der Türkei auch noch näher zu beleuchten.
    • N. Y. P. 01.12.2018 15:25
      Highlight Highlight @swisskiss
      Als ich das erste Mal las, dass die CIA davon wusste, aber alles laufen liess, war ich doch auch sehr erstaunt.
      Mich nimmt auch wunder, was die wahren Gründe sind, wieso der Ziegenerdi so gegen den Prinzen schiesst.
      Ja, ich bin jetzt auf Donald gespannt, was er zu diesem Fakt meint..
    • Hades69 01.12.2018 19:20
      Highlight Highlight Die Geschichte gibt euch die Antwort. Und das Geheimdienste keine sauberes Spiel spielen ist ja wohl schon längst bekannt.

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