International
Frankreich

Frankreich: Brigitte Macron nennt Feministinnen «dreckige Schlampen»

Brigitte Macron nennt Feministinnen «dreckige Schlampen»

Brigitte Macron sorgt in Frankreich für Wirbel. Sie bezeichnete eine Gruppe Feministinnen im Gespräch mit Schauspieler und Komiker Ary Abittan als «dreckige Schlampen». Diese hatten zuvor die Show von Abittan gestört.
10.12.2025, 04:2610.12.2025, 06:33

Videos der Gesprächsszene wurden in den sozialen Medien massenhaft angeklickt, und für ihre Wortwahl musste die Première Dame viel Kritik einstecken.

epa12523028 French President's wife Brigitte Macron arrives outside La Belle Equipe, one of the sites targeted in the November 2015 Paris attacks, for a ceremony in tribute to the victims, in Par ...
Brigitte Macron sorgt in Frankreich für Aufregung.Bild: keystone

Dabei hiess es aus ihrem Umfeld inzwischen, die Präsidentengattin habe lediglich eine Aktion der feministischen Gruppe #Nous Toutes (wir alle) während eines Bühnenauftritts von Abittan (51) kritisieren wollen. Maskierte Aktivistinnen hatten eine Schau des Komikers am Samstag unterbrochen und ihn als Vergewaltiger bezeichnet.

Abittan, bekannt durch seine Rolle im Erfolgsfilm «Monsieur Claude und seine Töchter», war 2021 von einer damals 23 Jahre alten Frau, mit der er einige Wochen zusammen war, der Vergewaltigung beschuldigt worden. Im April 2024 wurden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt, eine Entscheidung, die ein Berufungsgericht im Januar 2025 bestätigte. Erst nach einer längeren Beeinträchtigung seiner Karriere kehrte Abittan mit einer Show auf die Bühne zurück, bei der es zuvor bereits Aktionen von Aktivistinnen gab.

The Voice Is Back - Franck Sinatra - Paris Ary Abittan perform at The Voice Is Back - Franck Sinatra 110th Anniversary at Salle Pleyel on November 22, 2025 in Paris, France. Photo by Nasser Berzane/AB ...
Ary Abittan steht trotz Freispruch weiter im Visier von Aktivistinnen.Bild: www.imago-images.de

«Dreckige Schlampen rauswerfen»

Während des kurzen Gesprächs, das nun im Zentrum der Kritik steht, fragte Brigitte Macron den Komiker am Rande seines Auftritts am Sonntag, wie es ihm geht und spielte dabei auf die Proteste an. Abittan erklärte in Bezug auf die Störaktionen, dass er Angst habe. Macron reagierte salopp und sagte wörtlich:

«Wenn diese dreckigen Schlampen hier sind, dann werfen wir sie raus.»
Die Szene im Video.Video: watson/X

Von etlichen Politikern und auch im Netz wurde die Präsidentengattin für ihre Worte scharf kritisiert. «Wirklich. Mir fehlen die Worte. Allein die Vorstellung, dass diese Person ganze Säle füllt, macht mich krank, aber dass die First Lady Frankreichs ihn unterstützt und sich so äussert ... Ich könnte wirklich weinen», hiess es etwa unter dem trendenden Hashtag #salesconnes. (sda/dpa/con)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
58 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Milhouse
10.12.2025 06:02registriert Oktober 2017
Spontane Worte zum Problem, dass ein Freispruch in den Köpfen der Empörten nichts ändert, sorgen für Empörung. Ein ganz normaler Tag.
15127
Melden
Zum Kommentar
avatar
Baba ♀️
10.12.2025 06:29registriert Januar 2014
Wieder mal eine bemühte Empörung um der Empörung willen.
12128
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kilian Fischer (1)
10.12.2025 07:40registriert Juni 2024
Anschuldigungen ohne Beweislage von einer enttäuschten Einzelperson. Wenn selbst ein Berufungsgericht nicht mal mehr für weitere Ermittlungen ist, war die Beweislage nicht zu dünn, sondern nicht vorhanden.
8310
Melden
Zum Kommentar
58
Sammelklage mit Schweizer Beteiligung gegen Booking.com eingereicht
Tausende Betriebe aus ganz Europa fordern Entschädigungen für Kosten und Nachteile, die Booking.com durch rechtswidrige Paritätsklauseln erzwungen haben soll.
Eine seit Monaten vorbereitete europaweite Sammelklage gegen die Online-Buchungsplattform Booking.com ist offiziell eingereicht worden. Auch zahlreiche Schweizer Hotels haben sich der Klage angeschlossen. Wie Hotelleriesuisse am Freitag mitteilte, wurde damit das gerichtliche Verfahren formell eröffnet.
Zur Story