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epa07322893 French riot police take away a burning scooter as clashes erupted with 'Gilets Jaunes' (Yellow Vests) protesters who wanted to stay all night on the square during the 'Act XI' demonstration (the 11th consecutive national protest on a Saturday) in Paris, France, 26 January 2019. The so-called 'gilets jaunes' (yellow vests) is a grassroots protest movement with supporters from a wide span of the political spectrum, that originally started with protest across the nation in late 2018 against high fuel prices. The movement in the meantime also protests the French government's tax reforms, the increasing costs of living and some even call for the resignation of French President Emmanuel Macron.  EPA/ETIENNE LAURENT

Bei Ausschreitungen wurden in Paris dutzende Demonstranten verhaftet.  Bild: EPA/EPA

«Verliere mein Auge»: Anführer der «Gilets Jaunes» bei Krawallen schwer verletzt

Die Proteste gegen Macron gehen weiter. Am Samstag erneut zehntausende «Gelbwesten» gegen die Regierung demonstriert. Ein Wortführer der Gelbwesten kam zwischen die Fronten. 



In Paris kam es an der Place de la Bastille zu Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten.  Dabei wurde Jérôme Rodrigues, ein Sprachrohr der «Gelbwesten», schwer am Auge verletzt. Er wurde von einem ein Gummischrot-Geschoss offenbar mitten im Gesicht getroffen. «Ich werde mein Augenlicht auf einem Auge verlieren», schrieb er auf Facebook.

Die Bewegung der «Gelbwesten» hatte den elften Samstag in Folge zu Demonstrationen gegen den Reformkurs Macrons aufgerufen. Im Vergleich zum vorherigen Samstag gingen die Teilnehmerzahlen leicht zurück. Am vergangenen Wochenende hatten sich landesweit 84'000 Menschen beteiligt, in Paris waren es 7000 gewesen.

Bei den Auseinandersetzungen am Pariser Bastille-Platz setzte die Polizei Tränengas und einen Wasserwerfer ein, um Demonstranten zurückzudrängen, die Wurfgeschosse auf Polizisten warfen. 

Zusammenstösse gab es auch in den «Gelbwesten»-Hochburgen Toulouse und Bordeaux im Südwesten Frankreichs sowie im Süden in Montpellier und Avignon, ausserdem in mehreren westfranzösischen Städten. Innenminister Christophe Castaner verurteilte die Gewalt durch «mit 'Gelbwesten' verkleidete Randalierer».

Aufruf zu «gelber Nacht»

Erstmals hatten Aktivisten am Bastille-Platz in Paris zudem zu einer «gelben Nacht» aufgerufen. Vorbild war die Sozialbewegung «Nuit debout», die 2016 gegen die Arbeitsrechtsreform der sozialistischen Vorgängerregierung protestierte. Die Versammlung wurde nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP jedoch schnell beendet.

Am Sonntag will erstmals eine Gegenbewegung zu den «Gelbwesten» auf die Strasse gehen: Eine Gruppe namens «Rote Schals» («foulards rouges») rief für den frühen Nachmittag zu einem Marsch zur Place de la Bastille auf. Unter dem Motto «Stop - jetzt reicht's» will sie gegen die Gewalt bei den seit mehr als zwei Monaten andauernden «Gelbwesten»-Protesten demonstrieren.

Der Initiator der «Roten Schals», Laurent Soulié, steht der Partei Die Republik in Bewegung (La République en Marche) von Präsident Emmanuel Macron nahe. Der 51-Jährige und seine Mitstreiter werben für ein «friedliches und respektvolles Frankreich» ohne Hass.

Zur Entschärfung des Konfliktes hatte Macron im Dezember mit milliardenschweren Sozialmassnahmen reagiert. Ausserdem rief er eine «Bürgerdebatte» ins Leben, bei der Bürger bis Mitte März in ihren Gemeinden Vorschläge machen können. Macron nahm in der zurückliegenden Woche selbst an einem solchen Gespräch in Süden des Landes teil.

 (amü/sda/afp/dpa)

Video: srf/SDA SRF

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