DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Polizisten und Sanitäter nach der Geiselnahme in Toulouse.
Polizisten und Sanitäter nach der Geiselnahme in Toulouse.Bild: EPA/EPA

Geiselnahme in Toulouse: Täter nach mehreren Stunden verhaftet

08.05.2019, 03:4308.05.2019, 03:44

Ein Jugendlicher hat vier Frauen in der Nähe der französischen Stadt Toulouse stundenlang als Geiseln gehalten. Er wurde am späten Dienstagabend von Einsatzkräften der Eliteeinheit RAID überwältigt.

Alle Geiseln waren einige Stunden zuvor unverletzt freigekommen. Der Bewaffnete verschanzte sich anschliessend weiter in einem Zigaretten- und Lottoladen in Blagnac und wurde schliesslich festgenommen, wie Innenminister Christophe Castaner in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Unklar war das Motiv der Tat. Die Ermittler gingen aber zunächst nicht von einem terroristischen Motiv aus.

Misslungener Raubüberfall?

Der «fast 18-jährige» Täter sei polizeibekannt - etwa für Gewalt gegen die Polizei und Diebstahl, sagte Staatsanwalt Dominique Alzeari. Er sei im Dezember bei einer Demonstration der «Gelbwesten»-Bewegung festgenommen worden. Der Staatsanwalt erwähnte ausserdem ein Schreiben, in dem sich der Geiselnehmer auf die Bewegung bezieht und sich ausserdem mit seinem psychischen Gesundheitszustand beschäftigt. Medien berichteten zuvor, dass der Geiselnahme ein misslungener Raubüberfall vorausgegangen sei.

Die entscheidende Frage der Untersuchung sei nun das Motiv des jungen Mannes, teilte der Staatsanwalt weiter mit. Die Geiseln würden weiterhin verhört und betreut.

Nach seiner Festnahme sei der junge Mann bei «guter Gesundheit» gewesen, sagte der Chef der Eliteeinheit RAID, Jean-Baptiste Dunion. «Ich glaube nicht, dass er etwas nicht Wiedergutzumachendes tun wollte», sagte der Bürgermeister von Blagnac, Joseph Carles.

Täter rief Polizei selbst

Die Geiselnahme hatte gegen 16.30 Uhr begonnen. Die Gegend um den Zigarettenladen wurde weiträumig abgesperrt, Spezialkräfte waren im Einsatz. Die Polizei forderte Bürger auf, den Bereich in Blagnac zu meiden. «Man hat uns aufgefordert, die Fensterläden zu schliessen und bei uns eingeschlossen zu bleiben», zitierte die Regionalzeitung «La Depêche du Midi» Nachbarn.

Der französische Nachrichtensender BFMTV berichtete, der Mann habe zu Beginn der Geiselnahme die Polizei selbst angerufen und verlangt, mit einem Vermittler der Eliteeinheit RAID zu sprechen. Gegen 20 Uhr wurde die erste Geisel aus der Gewalt des jungen Mannes befreit, kurze später kamen auch die drei anderen Frauen frei.

Bei den Geiseln handelte es sich «Dépêche du Midi» um die Chefin des Zigarettenladens, ihre Tochter und zwei Angestellte. Der Geiselnehmer habe gegen 19 Uhr allen Geiseln erlaubt, einen Verwandten anzurufen. Es habe anschliessend intensive Verhandlungen mit RAID gegeben. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Heute gibt es keine Einigung» im Autonummernstreit zwischen Serbien und Kosovo

Der Norden Kosovos ist in erhöhter Alarmbereitschaft. Der Grund: Der Streit über serbische und kosovarische Nummernschilder droht erneut zu eskalieren. Nun treffen sich der kosovarische Ministerpräsident, Albin Kurti, und der Präsident Serbiens, Aleksandar Vučić, in Brüssel.

Zur Story