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Das waren die weltweit schlimmsten antisemitischen Vorfälle 2018



Das Wiesenthal-Zentrum ist mit der Jagd nach Naziverbrechern bekannt geworden. Jedes Jahr brandmarkt die Organisation zudem antisemitische Vorfälle. Auf ihrer Liste für 2018 stehen unter anderen Jeremy Corbyn und die Vermittlungsplattform Airbnb.

Das Wiesenthal-Zentrum hat eine Liste der nach eigenen Angaben zehn weltweit schlimmsten antisemitischen Vorfälle von 2018 veröffentlicht.

Anschlag auf Synagoge in Pittsburgh

In this Oct. 27, 2018 photo, Rabbi Eli Wilansky lights a candle after a mass shooting at Tree of Life  Synagogue in Pittsburgh's Squirrel Hill neighborhood. Robert Bowers, the suspect in Saturday's mass shooting, expressed hatred of Jews during the rampage and told officers afterward that Jews were committing genocide and he wanted them all to die, according to charging documents made public Sunday. (Steph Chambers/Pittsburgh Post-Gazette via AP)

Ein Rabbi zündet eine Kerze für die Opfer an. Bild: AP/Pittsburgh Post-Gazette

Auf Platz eins steht der US-Attentäter Robert Bowers, der im Oktober bei einem Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh elf Menschen getötet hat.

Die Tat dieses bekennenden Neonazis zeige «die Gefahren einer Gesellschaft, in der es nicht mehr tabu ist, auf sozialen Medien und in der realen Welt Hass und Intoleranz zu verbreiten», hiess es in der Mitteilung des Wiesenthal-Zentrums. Es ist mit der weltweiten Suche nach untergetauchten Nazi-Verbrechern bekannt geworden.

Louis Farrakhan

Minister Louis Farrakhan, the leader of the Nation of Islam, arrives to his press conference, in Tehran, Iran, Thursday, Nov. 8, 2018. Farrakhan warned President Donald Trump not to pull

Louis Farrakhan (M.), Führer von Nation of Islam. Bild: AP/AP

Auf dem zweiten Platz der Liste steht der Führer der Bewegung Nation of Islam, Louis Farrakhan. Er sorgte immer wieder mit antisemitischen Aussagen in den USA für Aufregung. So sagte er zum Beispiel in der Vergangenheit, dass mächtige Juden für 9/11 verantwortlich seien.

Im Oktober verglich er in einer Rede Juden mit Termiten. Das Video der Rede wurde auf Facebook gelöscht. Laut Facebook habe es enthumanisierende Elemente enthalten.

Uni-Campusse der USA

Auf Platz drei sieht das Wiesenthal-Zentrum Campusse von Universitäten in den USA und verweist dabei unter anderem auf Hakenkreuz-Schmierereien.

Auf den Campussen der Stanford University, der Duke University, der University of Illinois, der Cornell University und anderer Universitäten wurden nach dem Anschlag in Pittsburgh Hakenkreuz-Schmierereien gefunden.

Jeremy Corbyn

FILE - In this Monday, April 23, 2018 file photo, Britain's opposition Labour party leader Jeremy Corbyn arrives to attend a Memorial Service to commemorate the 25th anniversary of the murder of black teenager Stephen Lawrence at St Martin-in-the-Fields church in London. Corbyn is getting an especially warm welcome at the inauguration of Mexico’s new President Andres Manuel Lopez Obrador on Dec. 1. He was among a few people hosted by Lopez Obrador at his home in the southern Mexican state of Chiapas the day before the inauguration.(AP Photo/Matt Dunham, file)

Labour-Chef Jeremy Corbyn. Bild: AP/AP

Der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn erscheint auf Platz vier der Liste. Seit Jahren werden gegen Corbyn und seine Partei Antisemitismus-Vorwürfe erhoben. Kritiker werfen dem Alt-Linken eine einseitige Unterstützung der Palästinenser im Nahostkonflikt vor.

Im vergangenen August räumte Corbyn in einem Video öffentlich ein, dass seine Oppositionspartei ein Problem mit Antisemitismus habe. Disziplinarverfahren gegen antisemitische Parteimitglieder seien zu langsam und zu zaghaft betrieben worden.

Ein Labour-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, Corbyn und seine Partei unterstützten die jüdische Gemeinschaft. «Wir handeln gegen Antisemitismus, solidarisieren uns mit jüdischen Gemeinden und bauen wieder Vertrauen auf.»

UNRWA

FILE - In this May 8, 2008 file photo, U.N. employees distribute food to Palestinians at the U.N. Relief and Works Agency, (UNRWA), warehouse in the Shati refugee camp, in Gaza City. The United Nations' World Food Program said in a statement Wednesday, Dec. 19 2018 that it will be cutting services to nearly 200,000 Palestinians in the West Bank and Gaza Strip due to a lack of funding. The WFP said that it needs another $57 million to continue providing for 360,000 impoverished Palestinians in 2019. (AP Photo/Khalil Hamra, File)

UN-Angestellte verteilen Essen an Palästinenser (Archivbild, 8. Mai 2008). Bild: AP/AP

Auf Platz fünf setzt das Wiesenthal-Zentrum das Palästinenserhilfswerk der Uno (UNRWA). Die Einrichtung habe der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas «massiven Kindesmissbrauch» ermöglicht, schreibt es. An Uno-Schulen werde Antisemitismus gefördert.

Ein UNRWA-Sprecher wies den Vorwurf zurück. «UNRWA verurteilt Rassismus, einschliesslich Antisemitismus, auf das Schärfste», teilte er mit. UNRWA sei eine neutrale humanitäre Organisation, die einer Bevölkerung von rund fünf Millionen palästinensischen Flüchtlingen Unterstützung und Schutz biete.

Albanerinnen und Albaner beschützten im 2. Weltkrieg Juden und Jüdinnen vor den Nazis

Airbnb

Auf Platz sechs liegt Airbnb. Das US-amerikanische Unternehmen hatte im November erklärt, Unterkünfte in israelischen Siedlungen aus dem Angebot zu nehmen, weil diese sich im «Zentrum des Streits zwischen Israelis und Palästinensern» befänden.

Es gebe keinen Hinweis darauf, dass Airbnb auch in anderen umstrittenen Regionen der Welt, wie etwa Zypern, ähnlich vorgehe, hiess es dazu im Bericht.

Bank für Sozialwirtschaft

Auf Platz sieben steht die deutsche Bank für Sozialwirtschaft. Als Begründung hiess es, die Bank arbeite mit der Organisation «Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost» zusammen, die sich für einen Israel-Boykott einsetze.

Die Bank wies den Vorwurf in einer Stellungnahme zurück. Man sei seit rund zwei Jahren mit unsachlichen Antisemitismusvorwürfen aus zwei verschiedenen politischen Lagern konfrontiert, stellte sie fest.

Nach Vorwürfen der «Jerusalem Post» 2016 wegen der Kontoführung für die «Jüdische Stimme» habe man zunächst die Geschäftsbeziehung mit dieser Organisation gekündigt. Dies sei jedoch massiv kritisiert worden, es habe wiederum Antisemitismusvorwürfe gegeben.

Nach intensiven Gesprächen mit der «Jüdischen Stimme» und einer Distanzierung der Organisation von Gewalt gegen Israel und ihrer Anerkennung des Existenzrechts Israels, habe man das Konto im Januar wiedereröffnet, so die Bank. Dies habe neue Vorwürfe ausgelöst.

US-Bischöfin Gayle Harris

Bild

Auf Platz acht folgt die US-Bischöfin Gayle Harris. Das Wiesenthal-Zentrum wirft ihr vor, sie habe zwei Beispiele für ein hartes Vorgehen der israelischen Armee gegen Palästinenser erfunden. Später habe sie einen Fehler eingestanden.

Karolinska-Krankenhaus

Auf Platz neun liegt das schwedische Karolinska-Krankenhaus. Der Chef der Neurochirurgie habe drei dort angestellte jüdische Ärzte systematisch diskriminiert, lautet der Vorwurf. Das Spital habe darauf nicht angemessen reagiert.

Klinikleiterin Annika Tibell sagte der schwedischen Zeitung «Dagens Nyheter», es wiege sehr schwer, dass das Spital auf der Liste stehe. Die Klinik teilte mit, sie verfolge eine Null-Toleranz-Politik gegen Diskriminierung, einschliesslich Antisemitismus. Das Spital hat eine Untersuchung der Vorfälle eingeleitet.

Roger Waters

epa07138041 British singer and activist Roger Waters participates in the talk 'Palestine and Human Rights Today' at the headquarters of the main trade union center of Uruguay, the PIT-CNT, in Montevideo, Uruguay, 02 November 2018. Waters, who was named an illustrious visitor to Montevideo, declared himself an admirer of former President Jose Mujica (2010-2015) and Uruguay's economic policies. Waters traveled to the southernmost capital to give his first concert in the country.  EPA/RAUL MARTINEZ

Der britische Sänger und Aktivist Roger Waters. Bild: EPA/EFE

Platz zehn schliesslich belegt die Rocklegende Roger Waters. Der 75-Jährige gilt als prominentester Fürsprecher der anti-israelischen Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen). Ihm wird vorgeworfen, mit seiner harschen Kritik an Israels Regierung in Antisemitismus abzugleiten. Rogers selbst bestreitet den Vorwurf der antisemitischen Stimmungsmache. (sda/dpa)

11 Fragen an einem orthodoxen Juden

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Video: watson/Helene Obrist, Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kubod 28.12.2018 01:38
    Highlight Highlight Ich les sie schon wieder, die Kommentare, die erzählen, dass sie jüdische Freunde haben, aber gegen die Politik Israels sind.
    UNRWA ist der grösste Arbeitgeber in Gaza. Die Hamas stellt das Personal. Z.B die Lehrer.
    Der Lehrinhalt ist dementsprechend. Mörder werden verherrlicht und als Vorbild dargestellt. Es gibt Sommercamps, in denen die Kinder mit Holzwaffen ihren Einsatz üben.
    Die Hälfte der "Flüchtlinge" von 1922 lebt in Gazza oder im Westjordanland. Zehn Prozent in Jordanien, das 1922 zu Palästina gehörte. Einzigartig - Aus 700'000 flüchtenden Arabern, wurden durch Vererbung Millionen.

  • Füdlifingerfisch 28.12.2018 00:38
    Highlight Highlight Das Wiesenthal-Zentrum scheint Antisemitismus mit Antiziomismus zu verschmelzen. Das ist (fast) nichts weiteres als pro-israelische Propaganda den die verzapfen
  • Andi Amo 27.12.2018 18:50
    Highlight Highlight Wieso gibt es ein solches Institut nicht auch für Christen oder Atheisten?
    Diese sind gemäss diversen Studien die am Meisten verfolgte Religion der Welt (sh. z.B. unten), Tendenz stark steigend! Wieso ist das Aufzeigen von Antisemitismus so dauerpräsent und über jeden kleinen Vorfall wird ausführlichst medial berichtet, aber wenn in Afrika oder arabischen Ländern Kirchen überfallen und Christen ermordet werden, sind das nur mediale Randnotizen??

    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/12/26/studie-christentum-ist-die-weltweit-am-meisten-verfolgte-religion/
    • Füdlifingerfisch 28.12.2018 00:34
      Highlight Highlight Die Opferrolle ist die einfachste Rolle
  • Me, my shelf and I 27.12.2018 15:53
    Highlight Highlight Wenn Airbnb Antisemit ist wegen der Aktion bin ich es als überzeugter Antifaschist (may the shitstorm come over me) auch. Komische und bittere politische Auslegung des Begriffs.
    • Rabbi Jussuf 27.12.2018 18:37
      Highlight Highlight Auch ein Herzchen von mir - für die bewegende Selbsteinsicht.
    • Andi Amo 27.12.2018 18:54
      Highlight Highlight ‚Antisemitismus’ wird von gewissen Kreisen seit längerem als politisches Totschlag-Argument gebraucht, um jede Kritik an Israel im Keime zu ersticken. Diese weltweit einzigartige Vorrangstellung und damit auch eine einzigartige Deutungshoheit hat es so noch nie gegeben und sie wird en masse gebraucht, um Leute mundtot zu machen indem man ihnen eine Stempel aufdrückt oder um (Konkurrenz-)Unternehmen unberechtigt zu schaden. Das Traurige ist, es funktioniert noch sehr gut!
  • no-Name 27.12.2018 15:28
    Highlight Highlight Ich bin Sprachlos. Einige Punkte sind offensichtlich Antisemitisch, keine Frage.

    Das Wort «Antisemitismus» wird aber offenbar hier auch zur durchsetzung politischer Interessen benutzt, bzw. Missbraucht. Nur andere Ansichten als bestimmte Interessensgemeinschaften zu vertreten ist noch kein Antisemitismus. Auch wenn diese jüdisch geprägt sind. Interessenskonflikte bedürfen keiner Verurteilung einer Seite.
    • destin 28.12.2018 02:19
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