Schweiz
Abstimmungen 2026

Abstimmung im März: Die wichtigsten Fragen zur SRG-Halbierungsinitiative

Ein Mikrophon eines RSI-Journalisten liegt auf einem Tisch, waehrend einer Medienkonferenz von Bundesrat Albert Roesti zur Volksinitiative "200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)", am Mitt ...
Am 8. März stimmt die Schweizer Bevölkerung über die SRG-Initiative ab.Bild: keystone

Senkung der Gebühren auf 200 Franken: Das musst du zur SRG-Initiative wissen

Am 8. März 2026 stimmt die Schweizer Bevölkerung über die Volksinitiative «200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)» ab. Das musst du dazu wissen.
23.01.2026, 21:4024.01.2026, 12:35

Am 8. März stimmt die Schweizer Bevölkerung über die Halbierungs-Initiative ab, dabei geht es um die Zukunft der SRG. Erste Umfragen lassen bereits einen knappen Ausgang erahnen.

Alles, was du zur SRG-Intitiative wissen musst.

Was will die SRG-Initiative?

Heute betragen die Gebühren für Radio und Fernsehen 335 Franken pro Haushalt und Jahr. Der Bundesrat ist den Initianten allerdings schon im vergangenen Jahr entgegengekommen. Er beschloss, die Haushaltsabgabe auf dem Verordnungsweg auf 300 Franken pro Jahr zu senken.

Zahlreiche Unternehmen müssen in Zukunft ausserdem keine Abgabe mehr bezahlen. Konkret erhöht der Bundesrat die Limite für die Entrichtung der Unternehmensabgabe von heute 500'000 Franken Jahresumsatz auf 1,2 Millionen Franken. Damit werden laut der Landesregierung ab 2027 rund achtzig Prozent der mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen von der Abgabe befreit.

Die SRG ist bereits an der Umsetzung eines Sparprogramms. Bis 2029 rechnet sie mit Einsparungen von rund 270 Millionen Franken. Dies entspricht rund 17 Prozent des heutigen Finanzrahmens. Die SRG geht in diesem Zusammenhang von einem Abbau von rund 900 Vollzeitstellen über alle Regionen hinweg bis 2029 aus.

Susanne Wille, Generaldirektorin der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG, posiert zum Portrait, am Montag, 24. November 2025 im Bundeshausstudio Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
SRG-Generaldirektorin Susanne Wille.Bild: keystone

Die Volksinitiative «200 Franken sind genug (SRG-Initiative)» will in der Bundesverfassung festschreiben, dass sich die SRG auf einen «unerlässlichen Dienst für die Allgemeinheit» beschränkt. Der Bund soll zur Finanzierung von Radio- und Fernsehprogrammen, die Abgabe von privaten Haushalten auf 200 Franken pro Jahr begrenzen. Explizit in der Verfassung festgehalten werden soll zudem, dass juristische Personen, Personengesellschaften und Einzelunternehmen keine Abgabe bezahlen.

Teil des Initiativtexts sind zudem eine Reihe von Übergangsbestimmungen. Demnach sollen die Regeln für den Finanzausgleich und der prozentuale Anteil der privaten regionalen Radio- und Fernsehveranstalter an den Gebührengeldern gleich bleiben wie bis anhin. Vorgesehen ist zudem, dass die Gebühr gesenkt wird, wenn die Zahl der Haushalte sinkt. Der Bundesrat soll eine solche allfällige Gebührensenkung alle fünf Jahre vornehmen, wobei er die Teuerung mitberücksichtigen könnte.

Wer hat die Initiative eingereicht?

Lanciert wurde das auch als Halbierungsinitiative bekannte Volksbegehren aus SVP-Kreisen. Bei der Beratung im Nationalrat stimmte zudem eine Minderheit der FDP-Fraktion für die Initiative.

Gregor Rutz, Nationalrat SVP-ZH, Heinz Theiler, Praesident Kantonal-Schwyzerischer Gewerbeverband, Nationalrat FDP-SZ, Fabio Regazzi, Praesident SGV, Staenderat Die Mitte-TI,Thomas Matter, Nationalrat ...
Das Ja-Komitee anlässlich bei der Medienkonferenz Mitte Januar (V.l.n.r.): Gregor Rutz (SVP), Heinz Theiler (FDP), Fabio Regazzi (Die Mitte), Thomas Matter (SVP), Pauline Blanc (Jungfreisinnige Schweiz) und Jonas Lüthy (Jungfreisinnige Schweiz). Bild: keystone

Was sind die Argumente der Befürworter?

Die Initianten argumentieren, es brauche eine Entlastung der Haushalte in Zeiten steigender Krankenkassenprämien und Mieten. Schweizerinnen und Schweizer zahlten heute die weltweit höchsten Radio- und TV-Gebühren. Entlastet werden sollten namentlich junge Menschen, die Medienangebote finanzieren müssten, die sie nicht konsumierten. Benachteiligt würden auch Einpersonenhaushalte.

In der Unternehmensabgabe sieht die Befürworterseite eine ungerechte Doppelbesteuerung. Es brauche mehr Effizienz, tiefere Kosten und gleich lange Spiesse zwischen der SRG und privaten Medienunternehmen.

Insbesondere fordern die Initianten, die SRG solle sich auf ihren Kernauftrag konzentrieren. Sie breite sich in Unterhaltung und Sport sowie bei Onlineaktivitäten immer weiter aus, kritisierten SVP-Vertreter in der Nationalratsdebatte über die Initiative im Juni.

Was sind die Argumente der Gegner?

In der Nein-Allianz gegen die SRG-Initiative engagieren sich Politikerinnen und Politiker der SP, Mitte, Grünen, GLP und FDP. Gegen das Volksbegehren setzen sich auch Interessenvertreter aus Sport und Kultur ein.

Gegnerinnen und Gegner argumentieren, dass die SRG bei einer Annahme – berücksichtigt man die Unternehmensabgabe mit – auf einen Schlag die Hälfte ihrer Einkünfte verlieren würde. Dies käme einem Kahlschlag gleich. Als Folge davon wäre die mediale Versorgung insbesondere in Randregionen und für Sprachminderheiten nicht mehr sichergestellt.

Gerade in Krisenzeiten, in denen die Demokratie vielerorts unter Druck stehe, brauche es starke Medien als Schutz vor Desinformation, gaben zudem in den Parlamentsdebatten über die Initiative zahlreiche Rednerinnen und Redner zu bedenken. Der Bundesrat habe dem Anliegen der Initianten bereits Rechnung getragen, hiess es zudem von bürgerlicher Seite.

Wie stehen Bundesrat und Parlament der Initative gegenüber?

Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab. Medienminister Albert Rösti, der vor seiner Wahl in die Landesregierung das Volksbegehren mitlancierte, vertritt heute die Ansicht, eine Annahme würde für die SRG einen zu grossen finanziellen Einschnitt bedeuten.

Was sagen die Umfragen?

Die Initiative steht auf Messers Schneide, wie die ersten Umfragen zeigen. 50 Prozent tendieren derzeit zu einem Ja, 48 zu einem Nein. Auffallend: Die Meinungen scheinen bei vielen bereits frühzeitig gemacht – nur gerade zwei Prozent der Befragten sind noch unschlüssig, nur 14 Prozent sind noch nicht überzeugt.

(mit Material der sda)

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226 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Clandestino
23.01.2026 22:05registriert Mai 2025
Wieder eine verlogene Initiative der SVP. Anstatt gehen wirkliche Preistreiber wie ständig steigende Mieten und KK-Prämien anzugehen, die ein vielfaches mehr eines Budgets pro Monat ausmachen, wird uns ein im Vergleich dazu lächerlicher Betrag von 135.- / Jahr und Haushalt als grosse Ersparnis verkauft. Also ca. 37 Rappen/Tag oder 11.25CHF/Monat pro Haushalt. In Wahrheit wollen sie nur kritische, seriöse und unabhängige Berichterstattung verhindern. Darum: NEIN!
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ricardo
23.01.2026 22:07registriert Februar 2014
Die Initianten (v.a. SVP und Jungspunde der FDP) wollen also unser Portemonnaie schonen. Pro Haushalt würden wir rund CHF 8.10 pro Monat sparen. Im Gegenzug hätten wir keine Garantie mehr auf Zugang zu unabhängigen Medien. Dies in einer Zeit, in welcher Desinformation regelrecht grassiert und private Medienhäuser ohnehin um ihre Existenz kämpfen. Früher oder später werden sie einfach von einem Oligarchen oder einem einflussreichen Konzern gekauft.
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je-
23.01.2026 21:49registriert Dezember 2018
Ich will weder BungaBunga-TV noch Fox News hier bei uns. Drum nein stimmen!
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