DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Überfüllte Auffanglager: Athen bringt Flüchtlinge zum Festland

02.09.2019, 15:4702.09.2019, 15:53
Flüchtlinge werden auf das griechische Festland gebracht.
Flüchtlinge werden auf das griechische Festland gebracht.Bild: EPA

Um die überfüllten Flüchtlingslager im Osten der Ägäis zu entlasten, hat die griechische Regierung am Montag damit begonnen, Hunderte Flüchtlinge aufs Festland zu bringen. Am Morgen startete auf der Insel Lesbos eine Fähre mit 640 Menschen, sie sollen nördlich der Hafenstadt Thessaloniki untergebracht werden.

Hunderte weitere Flüchtlinge sollen nachmittags mit einer anderen Fähre folgen, wie die Regierung mitteilte. Insgesamt sollten nach Berichten des Staatsfernsehens allein am Montag 1500 Flüchtlinge die Inseln verlassen, überwiegend Minderjährige, Frauen und Familien sowie kranke Menschen.

Flüchtlinge aufs Festland transportiert

1 / 8
Flüchtlinge aufs Festland transportiert
quelle: epa / stratis balaskas
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

In den vergangenen Tagen hatten Hunderte Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland übergesetzt. Auf den Inseln der Ostägäis sind zurzeit knapp 25'000 Menschen untergebracht.

Die Lager auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos haben aber nur eine Aufnahmekapazität für 6338 Menschen. Als im März 2016 das Abkommen EU-Türkei zur Rückführung der Migranten in Kraft trat, lebten in den Lagern der Ägäisinsel nur etwa 5800 Menschen.

Die EU hatte 2016 mit der Türkei vereinbart, dass alle Flüchtlinge die aus der Türkei zu den Inseln übersetzen und kein Asyl in Griechenland bekommen, in die Türkei zurückgeschickt werden können, sollten sie kein Asyl in Griechenland bekommen.

Die Asylanträge werden wegen Personalmangels aber nur schleppend bearbeitet. Die konservative Regierung in Athen hat wiederholt erklärt, das Verfahren beschleunigen zu wollen.

EU bietet Hilfe an

Die EU-Kommission bot Griechenland Hilfe bei der Verlegung der Flüchtlinge an. «Wir sind bereit, die griechischen Behörden bei diesen Transfers zu unterstützen», sagte eine Sprecherin am Montag in Brüssel.

Die EU-Kommission ist demnach «besorgt über die grosse Zahl» der zuletzt in Griechenland angekommenen Flüchtlinge. Sie gehe aber davon aus, dass die Türkei sich weiter an das mit der EU abgeschlossene Flüchtlingsabkommen halte.

Die EU will Flüchtlinge auch auf die Schweiz verteilen. Bist Du damit einverstanden?

Nach Angaben der Kommissionssprecherin gilt die Rücknahme-Verpflichtung für die Türkei aus dem Abkommen nicht mehr, wenn Flüchtlinge von den griechischen Inseln auf das Festland verlegt werden. «Die Rückführung in die Türkei auf der Basis des Sicheren-Drittstaats-Prinzips kann nur von den Inseln aus stattfinden», sagte sie. (dfr/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Flüchtlinge in Griechenland: Kinder leiden am meisten

1 / 24
Flüchtlinge in Griechenland: Kinder leiden am meisten
quelle: ap/ap / giannis papanikos
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

115 Migranten nach Bootsunglück vor libyscher Küste vermisst

Video: srf

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Tragödie am Horn von Afrika – und was die Schweiz damit zu tun hat
Zurzeit herrscht ein Vernichtungskrieg in der äthiopischen Verwaltungsregion Tigray, der sich zu einer humanitären Katastrophe entwickelt hat. Die Schweiz spielt dabei keine rühmliche Rolle.

Im Jahr 2019 erhielt der äthiopische Premierminister Abyi Ahmed den Friedensnobelpreis für die Beendigung des langjährigen Konflikts mit dem Nachbarland Eritrea. Jetzt zeichnet sich immer deutlicher ab, dass sich die beiden Staaten verbündet haben, um ihren gemeinsamen Feind, die TPLF, zu vernichten.

Zur Story