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Grossbritannien

Lage in Grossbritannien eskaliert weiter: Krawalle nun auch in London

Lage in Grossbritannien eskaliert weiter – 100 Festnahmen bei Krawallen in London

Nahe dem britischen Regierungssitz in London sind mehr als 100 Menschen bei Ausschreitungen britischer Ultranationalisten nach der tödlichen Messerattacke von Southport festgenommen worden.
31.07.2024, 21:1901.08.2024, 08:10
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Wie die Polizei auf der Plattform X mitteilte, gab es einen Angriff auf einen Sanitäter, zudem wurden Beamte leicht verletzt und es kam zu Verstössen gegen die Auflagen des geplanten Protests. Hintergrund ist die Messerattacke im britischen Southport, bei der drei Kinder starben. Der Tatverdächtige wurde inzwischen wegen dreifachen Mordes und zehnfachen versuchten Mordes angeklagt, wie die Polizei mitteilte.

Am Dienstagabend hatte es bereits in Southport gewaltsame Ausschreitungen gegeben. Rechtsextreme werfen den Behörden vor, die vermeintliche Wahrheit über die Herkunft des Messerangreifers zu vertuschen. Falschnachrichten hatten das Gerücht in Umlauf gebracht, es handele sich um einen irregulär eingereisten muslimischen Asylbewerber. Laut Polizei wurde der Tatverdächtige aber in Grossbritannien geboren.

Der 17-Jährige befindet sich nach Polizeiangaben in Untersuchungshaft und soll an diesem Donnerstag vor Gericht in Liverpool erscheinen. «Diese Anklage ist zwar ein wichtiger Meilenstein in diesem Fall, aber die Ermittlungen sind noch in vollem Gange», sagte die Präsidentin der Merseyside Police, Serena Kennedy.

Die Protestaktion in London stand unter dem Motto «Enough is enough» (Genug ist genug). Teilnehmer riefen «Rule Britannia» und forderten in Sprechchören, die Einreise irregulärer Migranten zu stoppen. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie es zu Handgemengen zwischen Rechten und der Polizei kam. Medienberichten zufolge warfen Randalierer Flaschen und Dosen, aber auch Feuerwerkskörper gegen den Zaun, der den Regierungssitz in der Downing Street abschirmt. (dab/sda/dpa/con)

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99 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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7immi
31.07.2024 21:45registriert April 2014
Genau das ist das Problem der Intransparenten Berichterstattung. Was nicht passt, wird passend gemacht. Man könnte die Nationalität auch einfach transparent offenlegen. Angeblich gibt es ja keine Häufung, somit ist alles gut und es gibt keinen Grund, diese Info zu vertuschen, oder? Die Berichtersattung soll transparent erfolgen. Sonst können wir in Zukunft auch das Geschlecht und Alter weglassen, tut ja auch nichts zur Sache...
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Doplagus
31.07.2024 23:17registriert Dezember 2019
Die Probleme lösen sich nicht, indem man jegliche Kritik an unkontrollierter Zuwanderung als "rechtsextrem" abtut.

Mitte-Links muss endlich eingestehen, dass die momentane Asylpolitik seit 10 Jahren kläglich versagt hat und endlich handeln. In ganz Europa sieht man das Gleiche. Die Bevölkerung will eine geregelte Zuwanderung, aber Mitte-Links macht nichts, redet die Probleme herunter oder versucht mittels Weglassen von Fakten die Situation herunterzuspielen. Was macht die Bevölkerung? Sie wählt immer weiter rechts. Warum sonst sind AfD und Konsorten im Aufschwung?
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Raki
01.08.2024 05:05registriert Januar 2024
Mit diesem ständigen Rumgeeiere betreffend der Nationalität von Tätern machen sich die Behörden selber keinen Gefallen und angreifbar, da es die Transparenz und somit die Glaubwürdigkeit der Informationen beschädigt. Jeder hat eine Staatszugehörigkeit (bis auf ein paar ganz wenige Ausnahmen), warum diese nicht genannt werden soll, erschliesst sich mir nicht. Transparenz ist immer besser, als sich Zensur und Verschleierung vorwerfen lassen zu müssen. Man bekämpft Rassismus nicht mit Intransparenz. Funktioniert nicht, da es Spekulationen und Verschwörungstheoretiker noch stärker befeuert.
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