DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Epstein-Skandal: Prinz Andrews Anwälte klagen über US-Vorwürfe

08.06.2020, 21:01

Die Anwälte des britischen Prinzen Andrew (60) haben sich am Montag über Vorwürfe aus den USA beschwert, der Royal sei nicht kooperativ bei der Aufklärung des Epstein-Missbrauchsskandals. Zuvor hatte es Berichte über ein Rechtshilfeersuchen des US-Justizministeriums gegeben, um den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II. (94) in der Angelegenheit befragen zu lassen. Regierungssprecher beider Länder wollte die Berichte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur jedoch weder bestätigen noch dementieren.

Andrew hat sich seit einem missglückten Interview im November 2019 von seinen Aufgaben als Mitglied der britischen Königsfamilie zurückgezogen.
Andrew hat sich seit einem missglückten Interview im November 2019 von seinen Aufgaben als Mitglied der britischen Königsfamilie zurückgezogen.Bild: EPA

Andrew steht seit Monaten wegen seiner Freundschaft zu dem inzwischen gestorbenen Multimillionär Jeffrey Epstein in der Kritik. Der US-Geschäftsmann hatte über Jahre hinweg Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht und zur Prostitution gezwungen. Er nahm sich im vergangenen Sommer in einer New Yorker Gefängniszelle das Leben.

Andrew war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein in dessen Anwesen in den USA und der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes will er nichts mitbekommen haben. Eines der Opfer, Virginia Giuffre, wirft dem Prinzen aber vor, er selbst habe sie mehrfach missbraucht. Andrew bestreitet das. Er sagte aber zu, allen zuständigen Ermittlungsbehörden helfen zu wollen.

Eine «Mauer des Schweigens»

Der zuständige US-Staatsanwalt Geoffrey Berman hatte dem Prinzen Ende Januar bei einer Pressekonferenz vorgeworfen, «null Kooperation» zu zeigen und eine «Mauer des Schweigens» aufzubauen. Anfang März wiederholte er die Kritik. Andrew habe «die Tür zu einer freiwilligen Kooperation vollständig geschlossen», so Berman. Diese Darstellung wiesen Andrews Anwälte nun als «falsch» zurück. In dem ungewöhnlich scharf formulierten Schreiben warfen sie den Ermittlern in den USA stattdessen vor, Absprachen über Vertraulichkeit gebrochen zu haben.

Der Prinz habe dem US-Justizministerium mindestens drei Mal in diesem Jahr seine Unterstützung als Zeuge angeboten, hiess es in der Mitteilung. Zudem sei ihnen von den US-Behörden versichert worden, dass der Royal nie das Ziel der Ermittlungen gewesen sei, sondern auf freiwilliger Basis mithelfen solle. «Jeglicher Versuch, ein Rechtshilfeersuchen zu stellen, wäre enttäuschend», so die Mitteilung.

Andrew hat sich seit einem missglückten Interview im vergangenen November, mit dem er eigentlich seinen Ruf wiederherstellen wollte, von seinen Aufgaben als Mitglied der britischen Königsfamilie zurückgezogen. Seitdem zeigte er sich nur selten in der Öffentlichkeit. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die britische Thronfolge

1 / 13
Die britische Thronfolge
quelle: epa/epa / olivier douliery
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Die Royals besuchen Betroffene des Hochhaus-Brands

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Füürtüfäli
09.06.2020 07:50registriert März 2019
Epsteins Suizid hat viele überrascht. Am meisten vermutlich ihn selbst.
330
Melden
Zum Kommentar
7
Was hinter dem mysteriösen Tod reicher Russen steckt

Herzversagen, Suizid oder doch der Schamane? So in etwa sieht die Liste der Todesursachen der verstorbenen reichen Russen seit Jahresbeginn aus. Oft ist der Grund offiziell aber einfach «ungeklärt».

Zur Story