Mutmasslicher Drohnenangriff auf Militärstützpunkt im EU-Staat Zypern
Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern ist in der Nacht zum Montag mutmasslich von einer Drohne getroffen worden. Das bestätigte das Verteidigungsministerium in London laut der Nachrichtenagentur PA. Bei dem Vorfall nahe der Hafenstadt Limassol sei niemand verletzt worden.
Es gebe Massnahmen zum Schutz der Truppen in der Region. «Die Basis hat reagiert, um unsere Leute zu verteidigen», hiess es demnach weiter. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte es weitere Details geben. Wer die Drohne abgefeuert hatte, war zunächst nicht bekannt.
Nach Informationen der zyprischen Regierung soll es sich um eine «unbemannte Drohne» gehandelt haben, die nur geringen Schaden verursacht hat. In enger Zusammenarbeit mit der britischen Regierung und der Verwaltung der britischen Stützpunkte beobachte man die Lage genau. Der Nationale Sicherheitsrat tage weiterhin ununterbrochen.
Das Vereinigte Königreich beteiligt sich nach eigenen Angaben im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister John Healey zufolge schiessen britische Flugzeuge Drohnen und Raketen ab, wenn sie diese sehen. Die Einheiten starten demnach unter anderem in Bahrain und auf Zypern. Grossbritannien unterhält dort zwei Stützpunkte.
Einschlag auf dem Flugfeld
Laut einem Bericht des zyprischen Nachrichtenportals «Cyprus Mail» schlug eine «kleine Drohne» auf dem Flugfeld des Stützpunktes ein. Nach ersten Angaben sei «geringer Sachschaden» entstanden. Das örtliche Nachrichtenportal «Politis» veröffentlichte Videoaufnahmen von ausserhalb des Stützpunktes. Darauf waren Alarmsirenen zu hören.
Angehörige der Basis seien angewiesen worden, an Ort und Stelle zu bleiben und weitere Anweisungen abzuwarten. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren Einschlägen komme. Explosionen und Sirenen seien auch in der nahegelegenen Stadt zu hören gewesen, berichteten übereinstimmend zyprische Nachrichtenportale.
Zyperns Regierung weist Berichte über iranische Raketen zurück
Zyperns Regierung hatte zuvor Berichte zurückgewiesen, wonach iranische Raketen in Richtung der Mittelmeerinsel abgefeuert worden seien. Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis schrieb am Sonntag auf der Plattform X, entsprechende Darstellungen träfen nicht zu.
Verteidigungsminister Healey hatte vor der Gefahr «zunehmend wahlloser iranischer Vergeltungsangriffe» gewarnt. Dem britischen Sender Sky News sagte er, es seien zwei iranische Raketen in Richtung Zypern abgefeuert worden. (sda/dpa)
