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epa06248857 Iraqi federal police forces advance in Hawija town, 280 km north of Baghdad, Iraq, 06 October 2017. Iraqi forces and pro-government militias have made gains into the Islamic State group stronghold of Hawija, while about five thousand people have fled the town due to the fighting between Iraqi forces and Islamic state group.  EPA/MOHAMED MESSARA

Regierungstreue Truppen im Irak. Bild: EPA/EPA

Situation im Irak eskaliert: Armee und Milizen rücken bei Kirkuk gegen Kurden vor

Irakische Regierungstruppen sind bei ihrer Offensive in Richtung Kirkuk bis ins Zentrum der Ölstadt vorgedrungen. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, nahmen Spezialeinheiten am Montag das Gebäude der Regionalregierung kampflos ein.



Bewohner der überwiegend kurdischen Stadt berichteten ebenfalls davon. Demnach rückte die Anti-Terror-Einheit CTS mit etwa zehn Militärfahrzeugen vor und bezog in der Innenstadt Stellung.

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi ordnete an, die irakische Flagge in Kirkuk und anderen umstrittenen Gebieten zu hissen. Die irakischen Regierungstruppen brachten bei ihrer Offensive am Montag den Gouverneurssitz, eine Armeebasis, den Militärflughafen und ein Ölfeld bei Kirkuk unter ihre Kontrolle. Dort habe es bei Kämpfen zwei Tote gegeben.

Tausende kurdische Einwohner von Kirkuk sind geflohen. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, verliessen tausende Bewohner die kurdischen Viertel in Richtung der kurdischen Städte Erbil und Suleimanija. An den Ausfallstrassen bildeten sich lange Staus.

Mit der von Ministerpräsident Haidar al-Abadi angeordneten Militäraktion reagiert Iraks Zentralregierung auf das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Norden des Landes. Diese hatten sich im September in einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit für die Abspaltung vom Irak ausgesprochen. Bagdad lehnt das Referendum als verfassungswidrig ab.

Dutzende Peschmerga vermisst

Der Vormarsch der irakischen Truppen erfolgte ohne grössere Gefechte, da sich die Peschmerga-Einheiten im Süden von Kirkuk zumeist kampflos zurückzogen.

In der Nacht zu Montag gab es jedoch vereinzelt Gefechte im Süden der Stadt Kirkuk. Ein Vertreter der Gesundheitsdienste in der Region Dschadschamal sagte, bei den Kämpfen in dem Gebiet seien zehn Peschmerga getötet und 27 weitere verletzt worden. Andere Kurdenvertreter sagten, dutzende Peschmerga würden noch vermisst.

Iraq's Prime Minister Haider al-Abadi speaks during an interview with The Associated Press in Baghdad, Iraq, Saturday, Sept. 16, 2017.  Iraq's Kurdish region plans to hold the referendum to gauge support for independence from Iraq for the autonomous region on Sept. 25, but Al-Abadi says he is prepared to use military force if the Kurdish region's planned referendum results in violence. (AP Photo/Khalid Mohammed)

Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi respektiert das Referendum der Kurden nicht. Bild: AP/AP

Ministerpräsident Haidar al-Abadi erklärte, es sei seine Pflicht, die Verfassung und die Einheit des Landes zu schützen. Die Kurden hätten nicht auf Warnungen gehört und ihre eigenen Interessen über die des Iraks gestellt, während das Land gegen die IS-Terrormiliz kämpfe. Er rief die kurdischen Peschmerga-Kämpfer auf, sich unter die Führung der Zentralregierung zu stellen.

Kirkuk wegen Öl besonders umkämpft

Der Sicherheitsrat der kurdischen Autonomiegebiete im Norden des Landes erklärte, Iraks Armee und mit ihr verbündete schiitische Milizen hätten den Süden Kirkuks angegriffen. Dabei hätten sie militärische Ausrüstung der USA benutzt, darunter Panzer und gepanzerte Fahrzeuge. Die Peschmerga würden Kurdistan verteidigen.

Die Provinz Kirkuk ist in dem Konflikt besonders umstrittenen, da die Region nach dem südirakischen Basra die ölreichste des Landes ist. Sowohl die Kurden als auch die Zentralregierung erheben Anspruch auf Kirkuk.

Ein Vertreter des Ölministeriums erklärte, die Ölförderung auf den Ölfeldern Havana und Baj Hassan sei eingestellt worden. Die kurdischen Techniker hätten die Förderung eingestellt und die Ölfelder vor Eintreffen der irakischen Regierungstruppen verlassen.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer hatten die Provinz vor mehr als drei Jahren unter Kontrolle gebracht, nachdem Iraks Armee vor dem Ansturm der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflohen war. Gegen den Willen der Zentralregierung liess der kurdische Präsident Massud Barsani auch in Kirkuk über die kurdische Unabhängigkeit abstimmen.

Zuvor gemeinsam gegen IS

Iraks Regierungskräfte und die kurdische Peschmerga hatten bis vor Kurzem gemeinsam gegen den IS gekämpft. Sowohl Armee als auch Kurden sind Verbündete des Westens im Kampf gegen die Extremisten und erhalten von ihm militärische Unterstützung.

Der Sprecher der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition, Ryan Dillon, rief alle Beteiligten auf, eine Eskalation zu vermeiden und den Kampf gegen die Terrormiliz zu beenden. Der IS sei für alle die grösste Bedrohung, twitterte er. (dwi/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • NureinBär 16.10.2017 23:37
    Highlight Highlight Ja, die PUK und die KDP haben Kirkuk verkauft. Innerhalb von 4 Stunden wurde die Stadt überrannt. Die einzigen die wieder einmal gekämpft haben waren die tapferen Guerillas der Pkk. (Ich sehe da ganz klar Parallelen zu Shengal)

    Hier sieht man wieder das in Südkurdistan nur eine korrupte Elite herscht. Die Peshmergas die mit der pkk und den Zivilisten Widerstand geleistet haben sind wahre Helden!!!
  • Sa Tiin 16.10.2017 22:00
    Highlight Highlight Ich bin nur froh, dass hier auf watson gebildetere leute sind als auf 20min! Es ist so traurig, dass wir in einer zeit leben wo menschen über das leid anderer lachen oder so abschätzig schreiben! Wieder einmal lässt man uns im stich, denn kampf gegen die isis hat man uns aber austragen lassen! Einfach erbärmlich!
  • Sir Konterbier 16.10.2017 16:25
    Highlight Highlight An der Gegenwärtigen Situation sind beide ein bisschen schuld. Aber die Kurden müssen einen eigenen Staat kriegen, Punkt.

    Sie verdienen ihn.
    • Linus Luchs 16.10.2017 22:31
      Highlight Highlight Ich bin auch dafür, dass die Kurden ihren eigenen Staat bekommen, aber was hat das mit "verdienen" zu tun? Die Kurden haben ihre eigene Sprache, ihre eigene Kultur und ihre eigene Geschichte. Das müssen sie sich nicht verdienen, sondern das sind Fakten, die Grund genug sind, dass das kurdische Volk autonom über sich bestimmen kann.
    • Sir Konterbier 17.10.2017 01:42
      Highlight Highlight Ja das meinte ich eigentlich, und dass sie Jahrzehntelang unterdrückt wurden und so sich dem Irak nicht verbunden fühlen können, und dass sie den IS bekämpft haben...🙈✌️
  • Tierra Y Libertad 16.10.2017 16:16
    Highlight Highlight Die Peshmerga sind geflohen, Kirkuk ist so gut wie gefallen. Die Arbeiterpartei, Peshmerga-Deserteure und bewaffnete Zivilisten halten nur noch ca. 30% der Stadt. Die Regionalregierung hat wie in Sinjar auf ganzer Linie versagt. Lässt sich nur hoffen, dass religiöse und ethnische Säuberungen diesmal ausbleiben.
    • Sa Tiin 16.10.2017 20:50
      Highlight Highlight Es sind nur die Peshmerga der Yeketi geflohen!!!!! Sogar Zivilisten haben Waffen genommen um Ihre Stadt zu verteidigen. Wir haben es verdient einen eigenen Staat zu haben, zu lange werden wir schon unterdrückt und stecken zurück! Wir haben nur abgestimmt, aber bei diesem quartett von verrückten oberhäuptern kann das ja nur schiefgehen!!
  • Denk-mal 16.10.2017 16:00
    Highlight Highlight Bin ich froh, bin ich kein Amerikaner, kein Russe, kein Iraner, Syrer, kein IS'ler und, und, und.

    Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Doch ist der Freund meines Freundes ein Feind oder Freund?

    Huch,..."wär chunnt da no druus"?
  • Scaros_2 16.10.2017 15:02
    Highlight Highlight Kurden bekämpfen dei IS und der Irak bekämpft die Kurden damit der IS wieder stärker wird?

    Wow
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 16.10.2017 15:24
      Highlight Highlight Leider falsch , das militärische Ende des IS ist absehrbar, nun geht es darum, die Beute zu verteilen. Öl, ethnische Spannungen und ein Machtvakuum ergeben eine toxische Spannung.
      Das Weisse Haus ist möglicherweise unfähig und desinteressiert, seine Verbündeten zu kontrollieren, Europa ist zu uneins und zu schwach. Mal schauen, was die Russen und Chinesen machen werden.
    • Sir Konterbier 16.10.2017 16:23
      Highlight Highlight Die Chinesen werden bestimmt nichts militärisches Unternehmen. Die Russen sind schon genug in Syrien beschäftigt, und auch die Russen gehen nur dahin, wo der Westen noch nicht ist. Zudem wird sich Russland bis zu Fussball-WM bestimmt eher zahm verhalten und wenn überhaupt danach etwas losbrechen (man erinnere sich an Olympia 2014).
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 16.10.2017 17:52
      Highlight Highlight @Sir
      Ich stimme mit ihnen überein, doch man kann auch nicht-militärisch beachtlichen Einfluss ausüben.
      Auf den Plänen der One Belt, One Road Initiative klafft im Irak, in Syrien und im Libanon ein grosse Lücke, weshalb diese nicht schliessen?
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