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Trump und Xi: Diese 4 Dinge fielen beim Gipfel bisher auf

Trump und Xi: Diese 4 Dinge fielen beim Gipfel bisher auf

Es ist ein Gipfel mit freundlichen Zeremonien und schönen Bildern, doch inhaltlich lassen die USA und China bei dem Treffen in Peking klar unterschiedliche Schwerpunkte erkennen.
15.05.2026, 07:3715.05.2026, 07:37

Für Streit sorgen unter anderem der Iran-Krieg und dessen Folgen sowie der Konflikt um Taiwan. Heute treffen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping erneut in Peking. Sie wollen im berühmten Zhongnanhai-Komplex miteinander sprechen. Besuche von Staatsgästen in dem früheren kaiserlichen Garten neben der Verbotenen Stadt sind eher selten. Nach dem Treffen will Trump wieder in die USA zurückfliegen. Was bei dem Staatsbesuch bislang auffiel:

Ein Gipfel, unterschiedliche Gewichtung

Beim ersten Tag von Trumps Besuch am Donnerstag klang es zeitweise so, als nähmen Xi und er an unterschiedlichen Treffen teil. Besonders deutlich wurde der Unterschied beim Thema Iran und der Strasse von Hormus. Nach US-Angaben waren sich beide Seiten einig, dass die Meerenge für Energietransporte offen bleiben müsse. Xi habe sich gegen eine Militarisierung der Strasse und gegen Gebühren für die Durchfahrt ausgesprochen. Ausserdem habe er Interesse am Kauf von mehr US-Öl signalisiert, hiess es. In der chinesischen Darstellung spielte dieses Thema zunächst keine Rolle.

Umgekehrt war es beim Streit um die seit Jahrzehnten demokratisch regierte Insel Taiwan, die China für sich beansprucht und die von den USA unterstützt wird. Peking rückte das Thema sehr früh und deutlich in den Vordergrund. Xi warnte nach chinesischer Darstellung, die Taiwan-Frage müsse mit äusserster Vorsicht behandelt werden. Werde sie falsch gehandhabt, könnten beide Länder in einen Konflikt geraten. Die US-Seite erwähnte Taiwan in ihrer ersten Darstellung dagegen gar nicht.

U.S. President Donald Trump, right, participates in a friendship walk through Zhongnanhai Garden with Chinese President Xi Jinping in Beijing, Friday, May 15, 2026. (Evan Vucci/Pool Photo via AP)
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Die Harmonie trügt: Xi Jinping und Donald Trump haben unterschiedliche Prioritäten.Bild: keystone

Insgesamt wirkte es, als wollte Trump schnelle Erfolge betonen. Peking wählte hingegen eine andere Sprache. In der chinesischen Darstellung ging es eher um die langfristige Ordnung der bilateralen Beziehungen. Xi sprach von einer «konstruktiven strategischen Stabilität» zwischen China und den USA.

Trump hält sich zurück

Trump äussert sich in seiner zweiten Amtszeit gefühlt ununterbrochen auf seiner Plattform Truth Social. Doch während seines China-Besuchs hielt er sich auffällig zurück.

In Washington antwortet der US-Präsident bei offiziellen Terminen oft spontan auf zugerufene Fragen von Journalisten. In Peking gab es bislang jedoch keinen Moment, in dem sich Trump abseits der geplanten Redebeiträge äusserte. Die beiden Reden fielen auch eher knapp aus und Trump schien sich ans Manuskript zu halten, was für ihn unüblich ist. Eine Pressekonferenz gab es am ersten Gipfeltag nicht. Ob das auf eine Forderung der Chinesen oder auf den Rat seines eigenen Teams zurückging, blieb unklar.

Trump wählte statt spontaner Äusserungen den Weg, seinem Lieblingssender Fox News nach einem Gespräch mit Xi ein Interview zu geben. Der Sender berichtet meist wohlwollend über den US-Präsidenten.

Dick auftragen trotz dünnem Eis

Iran, Taiwan, gegenseitige Zölle, Handelsbarrieren und Chinas Kontrolle über seltene Erden – die Liste der bestehenden Probleme zwischen den beiden weltgrössten Volkswirtschaften ist lang.

Bei den öffentlichen Auftritten in Peking war davon bislang jedoch wenig zu spüren. Stattdessen überwogen Lob und Respekt. «Wir sollten Partner statt Rivalen sein», sagte Xi zu Trump beim Auftaktgespräch. «Wir hatten eine fantastische Beziehung», entgegnete Trump – und schob hinterher: «Sie sind eine grosse Führungspersönlichkeit».

Im Interview von Fox News sagte Trump über Xi zudem: «Ich sage über ihn, dass, wenn man nach Hollywood ginge und nach einer Führungsperson aus China für eine Rolle in einem Film suchen würde, könnte man keinen Typen wie ihn finden.» Trump und lobte Xis Statur:

«Er ist gross, sehr gross, und vor allem für dieses Land, denn dort neigen sie dazu, ein bisschen kleiner zu sein.»
President Donald Trump talks with China's President Xi Jinping at the Zhongnanhai leadership compound, Friday, May 15, 2026, in Beijing. (AP Photo/Mark Schiefelbein, Pool)
Trump China
Donald Trump findet toll, dass Xi Jinping gross gewachsen ist.Bild: keystone

Trump lädt Xi zum Gegenbesuch ein

Nach dem Staatsbesuch könnten dieses Jahr noch weitere Treffen folgen. Beim Staatsbankett lud Trump Xi für den 24. September nach Washington ein. Ob der Chinese die Einladung annimmt, war unklar. Sollte Trump im November zum Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) ins südchinesische Shenzhen kommen oder Xi einen Monat später zum G20-Gipfel nach Miami im US-Bundesstaat Florida, wären weitere Begegnungen möglich. (sda/dpa/con)

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25 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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future--?
15.05.2026 07:45registriert November 2023
Trump lobt Xi als Hollywood-Führungsfigur und erwähnt seine Körpergrösse – während Taiwan und Iran ungeklärt bleiben. Beide reden aneinander vorbei: Trump will Schlagzeilen für die Heimreise, Xi will langfristige Stabilität. Dünn für ein Treffen zweier Supermächte.
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Fribourgeoise
15.05.2026 08:15registriert Dezember 2022
Ich denke die Chinesen sind froh das dieser Kindergarten wieder weg ist. Trump der nur durch seine KI Bilder auffällt und sonst nichts zu bieten hat und Musk der durch Grimassen auffällt. Liegt wohl am Ketamin.
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Markus86
15.05.2026 08:34registriert Oktober 2014
Donald Jeffrey Trump schafft es wirklich wie kaum jemand, normale Situationen in etwas höchst Unangenehmes zu verwandeln: "I was particularly impressed by those children. They were happy. They were beautiful. Those children were amazing." Jemand sollte wirklich dringend die unveränderten Epstein-Files leaken.
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