International
Iran

Festnahmewelle in Iran bei Kopftuchkontrollen

Festnahmewelle in Iran bei Kopftuchkontrollen

26.04.2024, 12:37
Mehr «International»

In Iran sind bei verschärften Kopftuchkontrollen nach Informationen des UN-Menschenrechtsbüros zahlreiche Mädchen und Frauen festgenommen worden.

Hunderte Unternehmen seien geschlossen worden, weil sie strikte Kopftuchkontrollen nicht umgesetzt hätten, teilte das Büro am Freitag in Genf mit. Die berüchtigten Sittenwächter hatten vor einigen Woche strengere Kontrollen angekündigt. Seit den Protesten im Herbst 2022 hatten immer mehr Frauen die Kopftuchpflicht ignoriert.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, kritisierte ein geplantes Gesetz, das Haftstrafen von zehn Jahren sowie Auspeitschen als Strafe für Verstösse gegen die Kopftuchvorschriften vorsieht. Er appellierte an die Regierung in Teheran, alle Formen von geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Gewalt zu beseitigen.

Iranian journalists Niloufar Hamedi, right, and Elaheh Mohammadi, flash the victory sign after being released from prison, in Tehran, Iran, Sunday, Jan. 14, 2024. The two who were serving long prison  ...
Immer mehr Iranerinnen lehnen sich gegen die Kopftuchpflicht auf.Bild: keystone

Türk kritisierte auch das Todesurteil gegen den Rapper Toomaj Salehi. Der 33-Jährige war einer der prominenten Kritiker während der Massendemonstrationen gegen das System der Islamischen Republik im Herbst 2022. Er hat in seinen Liedern soziale und politische Missstände im Land angeprangert.

Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros sind bereits neun Männer im Zusammenhang mit den Protesten hingerichtet worden. Sie begannen nach dem Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini im September 2022. Amini war von den Sittenwächtern wegen eines angeblich schlecht sitzenden Kopftuches festgenommen worden und in Polizeigewahrsam gestorben. (rbu/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12
«Wir haben versagt» – Chefin von Geheimdienst übernimmt Verantwortung für Trump-Attentat

Nach dem Attentat auf Ex-Präsident Donald Trump räumt Secret-Service-Chefin Kimberly Cheatle ein Versagen des Dienstes ein. Sie übernehme die volle Verantwortung und werde alles unternehmen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole, sagte Cheatle in einer Anhörung im US-Kongress.

Zur Story