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Mindestens zehn Hinrichtungen im Iran

Mindestens zehn Hinrichtungen im Iran – an einem einzigen Tag

18.05.2024, 21:41
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Im Iran sind am Samstag nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens zehn Menschen hingerichtet worden. Laut der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden allein im Nordwesten Irans sechs wegen Drogendelikten verurteilte Personen, unter ihnen auch eine krebskranke Frau, im Zentralgefängnis der Stadt Urmai erhängt. Mindestens vier weitere Hinrichtungen gab es laut der ebenfalls in Oslo ansässigen Menschenrechtsorganisation Hengaw in anderen Teilen Irans. Von der iranischen Justiz gab es bislang noch keine Stellungnahme zu den Hinrichtungen.

In den sozialen Medien sorgte insbesondere die Hinrichtung der krebskranken Frau für Empörung. Die 53-Jährige war todkrank und ihre Familie hatte gehofft, dass sie daher von der Hinrichtung geschont würde, um in Würde zu sterben. Unter den anderen Hingerichteten befand sich auch ein junger Mann, der bei der Begehung eines ihm vorgeworfenen Tötungsdelikts noch minderjährig war – und deshalb auch nicht zum Tode verurteilt werden durfte, wie es im Hengaw-Bericht hiess.

Im Iran sind im vergangenen Jahr nach Angaben von Amnesty International 853 Menschen hingerichtet worden – so viele wie seit 2015 nicht mehr. Die Zahl liege damit um 48 Prozent höher als 2022. Mehr als die Hälfte der Hinrichtungen sei im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Drogendelikten vollstreckt worden. Die Todesstrafe im Iran gilt auch für Finanzdelikte, Vergewaltigung und bewaffneten Raubüberfall. Exekutionen erfolgen in der Regel durch Erhängen in Gefängnissen, in einigen Fällen werden sie auch öffentlich durchgeführt. (sda/dpa)

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Die Gesichter des Protestes gegen das Regime in Iran
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Die Gesichter des Protestes gegen das Regime in Iran
Der Auslöser für die Proteste war der Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini. Die 22-Jährige starb wohl, weil sie ihr Kopftuch nicht so getragen hatte, wie die iranischen Mullahs und das iranische Gesetz es für Frauen vorsehen. Die genauen Umstände ihres Todes sind noch unklar. Amini wurde zu einer Ikone im Kampf für Freiheit.
quelle: keystone / abedin taherkenareh
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21 Kommentare
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Mulumbi
18.05.2024 21:55registriert April 2024
Und weiter wird frisch fröhlich mit diesem Terrorregime gschäftet. Es ist zu tiefst beschämend.
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Esther R.
19.05.2024 01:43registriert November 2018
Arvin Netanel ist ein 20 Jähriger Iraner, der am Montag hingerichtet werden soll.
Vor zwei Jahren, lieh er einem Mann Geld. Als er das Geld zurückforderte, griff der Mann ihn mit einem Messer an. Arvin wehrte sich aus Selbstverteidigung und es kam zu einer Auseinandersetzung, die mit dem Tod des Mannes endete.

Da Arvin Jüdisch ist, kann die Familie des iranischen Mannes gemäss der Scharia die Todesstrafe fordern, ohne dass es Beweise oder eine Gerichtsverhandlung gibt. Das Gesetz erlaubt es, die Todesstrafe nur mit Zustimmung der Familie des Opfers in eine Entschädigung umzuwandeln.
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Das schwedische Parlament hat am Dienstag mit grosser Mehrheit für ein umstrittenes Verteidigungsabkommen mit den USA gestimmt. Nach fünfstündiger Debatte votierten 266 Abgeordnete für das Abkommen, 37 dagegen.

Kritiker fürchten, dass es zu einer Stationierung von Atomwaffen in Schweden und dauerhaften US-Militärbasen im Land führen könnte.

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