International
Israel

Netanyahu nimmt seinen abfälligen Araber-Kommentar zurück. Er hatte ja «nicht die Absicht, dass das passiert»

Netanyahu nimmt seinen abfälligen Araber-Kommentar zurück. Er hatte ja «nicht die Absicht, dass das passiert»

Erst revidierte er seinen Wahlkampfspruch zum Palästinenserstaat. Nun entschuldigt sich Israels Premier Netanyahu noch für seinen abfälligen Kommentar über die israelischen Araber.
23.03.2015, 20:4723.03.2015, 20:47
Ein Artikel von
Spiegel Online

Benjamin Netanyahu wollte wohl kurzfristig noch unentschlossene Wähler am rechten Rand mobilisieren: Am Tag der Parlamentswahl in Israel hatte sich der Regierungschef abfällig über israelische Araber geäussert, die «in Horden» an die Urnen stürmen würden. Jetzt hat er die Aussage zurückgenommen.

«Ich weiss, dass das, was ich vor ein paar Tagen gesagt habe, arabische Israelis gekränkt hat», sagte Netanyahu vor arabischen Anhängern seines Likud-Blocks in einem auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Video. «Ich hatte nicht die Absicht, dass das passiert», sagt er darin weiter. «Ich bedauere das.»

Kritiker hatten dem Regierungschef vorgeworfen, mit seiner Äusserung rassistische Stereotype zu bedienen. Auch Präsident Reuven Rivlin hatte die Äusserung kritisiert und auf den demokratischen Charakter des jüdischen Staats verwiesen.

Ein Fünftel arabische Israelis

Netanyahu, der um seine Wiederwahl bangen musste, hatte politisch linken Organisationen vorgeworfen, arabische Israelis in Massen an die Wahlurnen zu schicken - um so seinen Wahlsieg zu verhindern. Rund ein Fünftel aller Israelis sind arabischstämmig. Netanyahu ging aus der Abstimmung am vergangenen Dienstag als klarer Sieger hervor.

Jetzt auf

Vor wenigen Tagen erst hatte Netanyahu in einer anderen Frage beigedreht: Nur zwei Tage nach der Parlamentswahl wurde aus seinem Nein zu einer Zwei-Staaten-Lösung ein klares Ja: «Ich will keine Ein-Staat-Lösung», sagte er dem US-Sender NBC im ersten Interview nach der Wahl: «Ich will eine nachhaltige, friedliche Zwei-Staaten-Lösung», so der konservative Politiker. Noch kurz zuvor hatte er im Bemühen um rechte Wähler der Errichtung eines eigenen Palästinenserstaates eine Absage erteilt.

mxw/Reuters/AP

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Untersuchung zeigt: Strommast löste 2025 Brände bei Los Angeles aus
Gut achtzehn Monate nach den verheerenden Flächenbränden im Raum Los Angeles haben Ermittler einen Bericht über die Ursache des sogenannten Eaton-Feuers veröffentlicht. Der tödliche Brand im Januar 2025 sei von einem Strommast des kalifornischen Versorgers Southern California Edison (SCE) ausgegangen, heisst es in der Untersuchung der Feuerwehr des Bezirks Los Angeles. Bei dem Brand nahe Pasadena und Altadena kamen 19 Menschen ums Leben, mehr als 9000 Gebäude wurden zerstört oder beschädigt.
Zur Story