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Italien

Andrea Pucci sagt Teilnahme an Sanremo-Musikfestival nach Drohungen ab

Kulturkampf in Italien erreicht Sanremo-Musikfestival: Komiker wird bedroht und sagt ab

09.02.2026, 11:3009.02.2026, 11:30

Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat der Mitte-links-Opposition vorgeworfen, Kritiker in Kultur und Unterhaltung zum Schweigen zu bringen. Anlass ist der Rückzug eines Komikers mit Sympathien für die Rechte vom Sanremo-Musikfestival.

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Komiker Andrea Pucci erhielt Drohungen und Beleidigungen.Bild: www.imago-images.de

Der Komiker Andrea Pucci sollte beim diesjährigen Sanremo-Festival auftreten, das am 24. Februar beginnt. Das Schlagerfestival zählt zu den jährlich wichtigsten TV-Events des Landes. Am Sonntag sagte Pucci seine Teilnahme jedoch ab, nachdem ihn der staatliche Sender RAI als Co-Moderator eines Abends angekündigt hatte. Es habe eine Welle an Beleidigungen und Drohungen auch gegen seine Familie gegeben.

Meloni stellte sich hinter den Komiker. Es sei «erschreckend, dass sich im Jahr 2026 ein Künstler gezwungen sieht, seine Arbeit wegen eines Klimas der Einschüchterung und des Hasses aufzugeben», schrieb sie auf der Plattform X. Die «illiberale Drift der Linken in Italien» werde zunehmend beängstigend.

Der 60-jährige Pucci ist bekannt für politisch unkorrekte Witze. Die sozialdemokratische Demokratische Partei bezeichnete ihn nach Bekanntwerden seines geplanten Auftritts als «klar rechtsgerichtet, faschistisch und homophob». Auch die Verbraucherschutzorganisation Codacons kritisierte, die Einladung Puccis ans Sanremo-Musikfestival.

Mosaikstein in «Kulturkampf»

Der Streit fügt sich in eine breitere Auseinandersetzung über Kultur und Medien in Italien. Die Opposition wirft der seit 2022 regierenden, rechten Koalition vor, systematisch ideologischen Einfluss auf Medien- und Kulturbetriebe zu nehmen. Regierungsvertreter weisen dies zurück: Im Gegenteil die politische Linke erhebe einen Alleinanspruch auf den Kulturbereich.

Im Zentrum der Kritik der Opposition steht die RAI, die Gegner wegen der Nähe zur Regierung spöttisch «TeleMeloni» nennen. Meloni habe seit ihrem Amtsantritt im Oktober 2022 immer mehr Spitzenpositionen in der RAI mit Vertrauensleuten besetzt. (sda/apa)

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19 Kommentare
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Clandestino
09.02.2026 11:54registriert Mai 2025
"erschreckend, dass sich im Jahr 2026 ein Künstler gezwungen sieht, seine Arbeit wegen eines Klimas der Einschüchterung und des Hasses aufzugeben"
Tja, wenn sich die Rechtspopulisten Hass, Lügen und Einschüchterung auf die Fahnen schreiben, dann müssen sie nicht überrascht sein, sondern tragen einen Grossteil der Verantwortung selber.
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